Betrachtungen

Die Apostel Christi und die Neuapostolische Kirche

Einleitung

Wer von Kindesbeinen an nichts anderes gehört hat, als dass die Glaubenslehre seiner Kirche die einzig wahre und allein richtige ist, und dass die anderen Kirchen ja leider alle irren, der wird es in der Regel schwer haben, seine eigenen Glaubensinhalte kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen. Warum sollte man auch eine Glaubenslehre hinterfragen, die einem doch offensichtlich Halt und Geborgenheit vermittelt, und einem gerade das gibt, wonach wir uns alle sehnen? Wir Menschen suchen ja nach einem Halt in einer immer haltloser werdenden Welt. Es besteht aus diesem Grunde aus der Sicht eines neuapostolischen Gläubigen ja gar keine Veranlassung und Notwendigkeit für eine solche kritische Hinterfragung. Jawohl, wir können dem neuapostolischen Gläubigen durchaus folgen in seiner Haltung, vorausgesetzt, die Lehre seiner Kirche steht tatsächlich auf dem Boden der Wahrheit. Tut sie das jedoch nicht, wäre dann das Gefühl seiner Geborgenheit nicht eine große Selbsttäuschung? Anders gefragt: Ist ein Gefühl der Geborgenheit allein schon die Gewähr für die Richtigkeit einer Sache? Wenn dem so wäre, könnte man folgern, dass das Einnehmen von Drogen richtig ist, denn sie können gleichfalls ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Gefühle können also keine Garantie für die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer Sache sein. Gefühle sind subjektiv, sie sind schwankend und immer der augenblicklichen Stimmungslage unterworfen. Gefühle sind kein Maßstab für Wahrheit oder Unwahrheit. Was also kann uns als objektiver Maßstab gelten, ein Maßstab, mit dessen Hilfe wir heute Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden können?

Bevor wir diese Frage beantworten, wollen wir zunächst versuchen, uns in das Denken eines neuapostolischen Gläubigen hineinzuversetzen.

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