Betrachtungen

Die Wiederkunft des Herrn

Ist die prämillenaristische Lehre biblisch begründbar?

© Jay Wilson, Evangelist, Deutsch: Lutz Jusko

 

  1. Vorwort des Übersetzers

Die Wiederkunft Christi zählt zu den zentralen Lehren der Neuapostolischen Kirche. Sie ist das Glaubensziel eines Neuapostolischen schlechthin. Nicht zuletzt hat die apostolische Bewegung des 19ten Jahrhunderts (Neben der katholisch- apostolischen Bewegung hat auch die Brüderbewegung unter John Nelson Darby diesbezüglich bis heute großen Einfluss gehabt) die Lehre über die zukünftigen Geschehnisse im christlichen Raum maßgeblich geprägt. Diese Lehren wurden von vielen evangelikalen und pfingstlich sowie charismatisch orientierten Gemeindebewegungen übernommen. Außerhalb der großen Kirchen stellt dieses Auslegungsergebnis der Heiligen Schrift die Hauptdenkrichtung dar. Meistens weiß der einfache neuapostolische Gläubige nicht, dass er der prämillenaristischen Lehre folgt, da er diesen Begriff nicht kennt. Die Lehre der Neuapostolischen Kirche stellt sich in groben Zügen wie folgt dar. In Kürze wird Christus wiederkommen und die Gemeinde (Neuapostolische) entrücken, dabei werden alle gläubigen Verstorbenen (Neuapostolische) auferstehen und ebenfalls entrückt. Es folgt die Hochzeit im Himmel mit den Gläubigen. Während dieser Zeit werden katastrophale Ereignisse über die Erde hereinbrechen (Drangsal). Dann, nach etwa dreieinhalb Jahren, wird Christus erneut (diesmal mit seinen zuvor entrückten Gläubigen) auf die Erde zurückkehren und ein tausendjähriges Friedensreich aufrichten. Am Ende dieser tausend Jahre werden die ungläubigen Toten auferstehen und das Endgericht wird für die Ungläubigen stattfinden. Danach erst beginnt die ewige Herrlichkeit für die Gläubigen bzw. die ewige Verdammnis für die Ungläubigen. In Nuancen hat diese Lehre in den Jahrzehnten etwas variiert. Darauf einzugehen lohnt sich jedoch nicht. Mit dieser Lehre sind Neuapostolische klassische Prämillenaristen bzw. Dispensationalisten (Lehre über die verschiedenen Haushaltungen Gottes)!

Doch hat die Neuapostolische Kirche mit dieser Sichtweise recht? Stellt die Bibel die zukünftigen Ereignisse tatsächlich so dar?

Vor wenigen Monaten erhielt ich eine Ausarbeitung, die auf diese Thematik eingeht. Da ich keine vergleichbare Arbeit im deutschen Sprachraum gefunden habe, sah ich es als lohnenswert an, diese Schrift ins Deutsche zu übersetzen. So können nicht nur Neuapostolische davon profitieren, sondern alle, die dem Prämillenarismus, in welcher Ausprägung auch immer, nahe stehen

 

Einführung

„Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweitenmal denen erscheinen, die auf Ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“ (Hebr. 9:27-28, Anm. d. Ü.: Alle Bibeltexte sind, wenn nicht anders gekennzeichnet, der Bibelübersetzung Schlachter 2000 entnommen).

Täusche dich nicht, Jesus wird wiederkommen! Die Wiederkunft wird für jeden sichtbar sein, von jedem wahrgenommen werden, und manche werden sich erschrecken.

Nicht nur das. Jesus kommt insbesondere für diejenigen, die ihn sehnlich erwarten. Es ist eines der Ziele dieser Studie, die Fakten über Jesu Wiederkunft so darzustellen wie sie uns in der Bibel offenbart sind. Sie sind auf eine Weise offenbart, die dich ermutigen soll, ihn sehnlichst zu erwarten. Der Apostel Johannes schrieb: „Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freimütigkeit haben, wenn er erscheint, und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft.“ (1. Joh. 2:28). Wenn wir Ihn sehnlichst erwarten, werden wir unser Leben in Ordnung gebracht haben, sodass wir nicht in Scham zurückweichen werden, wenn er erscheint. Wir freuen uns darauf, von ihm bestätigt zu bekommen: „Recht so, du guter und treuer Knecht!“ (Matth. 25:23).

In dieser Studie werden wie auch die weit verbreitete Lehre des Prämillenarismus überprüfen und mit der biblischen Lehre vergleichen. Es ist nicht nur wichtig den Prämillenarismus in Bezug auf die Wiederkunft Jesu zu untersuchen und zu verstehen, auch das Verständnis folgender Aspekte steht auf dem Spiel:

  1. Die grundlegenden Prinzipien der Bibelauslegung.
  2. Die Interpretation und das Verstehen weiter Teile des Alten Testaments, besonders der Propheten.
  3. Das Verständnis des Neuen Bundes im Reich Gottes.
  4. Die Beziehung der Juden zu Christus.
  5. Die Bedeutung der Gemeinde Christi in Gottes Plan

Es ist das Ziel dieser Studie, die Hoffnung bei den Christen zu schüren, die wirklich arbeiten und sich plagen in der vollen Erkenntnis der Wahrheit, und unter uns die Parole der frühen Christen wiederzubeleben „Maranatha [Oh Herr komme bald]!“ (1. Kor. 16:22).
So ist es. Komme bald, Herr Jesus!

 

Gliederung

Diese Studie besteht aus drei Hauptabschnitten:

I. Grundlegende Lehren bezüglich der Wiederkunft Christi

II. Eine Prüfung des Prämillenarismus

III. Die Auswirkungen der Wiederkunft auf das Leben der Christe

IV. Gesamtzusammenfassung

 

I. Grundlegende Lehren bezüglich der Wiederkunft Christi

 

A. Einleitung

In diesem besonderen Abschnitt werden wir sechs grundlegende Punkte über die Wiederkunft Jesu zu diskutieren haben. Es ist wichtig, dass wir jede dieser grundlegenden Punkte stets vor Augen haben, damit wir, wenn wir dann tiefer in die Materie eindringen, einige feste Bezugspunkte haben, auf die wir zurück blicken können. Wir alle benötigen einige grundlegende Bezugspunkte in unserem Denken, denn erst das versetzt uns in die Lage, weitere Lehren zu untersuchen und zu analysieren. Dies gilt insbesondere für das Verständnis über Jesu Wiederkunft.

 
B. Jesus kommt bald

Es steht geschrieben: „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen…“ (Off. 22:20). Einer der Kernpunkte der Bibel ist, dass Jesu Wiederkunft bald sein wird - Jesus kommt bald!

Der gleiche Punkt wird in Jakobus betont: "So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn! Siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat. So wartet auch ihr geduldig; stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe!" (Jak. 5:7,8).

Und Jesus sagte der Gemeinde zu Philadelphia: „Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast, damit [dir] niemand deine Krone nehme!" (Off. 3:11). Ein weiteres Mal betont die Bibel, dass Jesus bald kommt und wir an unserem schlichten Glauben und der Errungenschaft, die wir im Herrn empfangen haben, festhalten sollten, um auszuharren bis er kommt.

 
C. Er kommt in den Wolken und jedes Auge wird Ihn sehen

„Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird Ihn sehen, auch die, welche Ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde!“ (Off. 1:7). Wenn Jesus in den Wolken wiederkommt, werden Ihn alle sehen, nicht nur die Lebenden sondern auch die Toten, das ist hier sehr offensichtlich. Selbst die, die Ihn durchbohrt haben, werden Ihn sehen.

In der Apostelgeschichte hat Lukas Jesu Himmelfahrt schriftlich festgehalten. Jesus scharte seine Apostel für einige letzte Anweisungen um sich. „Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm Ihn auf von ihren Augen weg. Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei Ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr Ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apg. 1:9-11). Den Anblick der Himmelfahrt Jesu erlebten die Apostel so, wie wenn wir ein Flugzeug starten sehen. In der gleichen Weise wie ein Flugzeug von der Erde abhebt und plötzlich hinter den Wolken verschwindet, so geschah es mit Jesus in der Gegenwart der elf Männer aus Galiläa. Und so wie ein Flugzeug plötzlich durch die Wolken stößt und sichtbar wird, so wird auch Christus, wenn er wiederkommt, durch die Wolken stoßen und plötzlich für uns alle sichtbar werden.

Paulus fügt zu unserer Information noch hinzu: „...bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer…“ (2. Thess. 1:7,8). Wenn Jesus sichtbar werden wird - offenbart werden wird -, wird er mit seinen mächtigen Engeln in flammendem Feuer sein.

Wenn Jesus wieder kommt, wird das nicht im Verborgenen geschehen. Es wird so vor sich gehen, dass jeder es bemerkt. Wenn er durch die Wolken stößt, wird Ihn jeder sehen, selbst die, welche Ihn durchbohrt haben.

 
D. Niemand kennt die Zeit seines Kommens

Jesus stellt in Matthäus 24,35-44 klar, dass niemand den Tag oder die Stunde seines Kommens kennt; Er wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Weder die Engel im Himmel, noch der Sohn selbst kennen die Stunde seiner Wiederkunft.

Ich finde es immer interessant, dass Menschen stets wissen wollen, wann Jesus wieder kommt. Die Bibel gibt uns Antworten auf viele Fragen: Was muss ich tun um errettet zu werden? Auf welche Weise soll ich leben? Soll ich im Werk des Herrn mit einer Ortsgemeinde zusammen arbeiten? Doch es gibt eine Frage, auf die uns die Bibel keine Antwort gibt: Wann kommt Jesus wieder? Na, welche Frage möchte jeder beantwortet haben? Du ahnst es. Wann kommt Jesus wieder? Jesus selbst wusste nicht, wann Er wieder kommt. Niemand kennt die Zeit seines Kommens!


„Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.“ (Matth. 24:36). „Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben. Denn ihr wißt ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.“ (1. Thess. 5:1-3).

Einige haben den falschen Eindruck erweckt, die ersten Christen z.B. Paulus hätten die Rückkehr des Messias sehr kurzfristig nachdem die Gemeinde gegründet wurde erwartet. Als die Rückkehr dann ausblieb hätten sie allmählich ihre Schilderung geändert. Jedoch stellt Paulus im 2. Brief an die Thessalonicher klar (dies ist eines der ältesten Bücher des Neuen Testaments), dass er wusste - und er wollte, dass Christen dies verstehen - , der Herr würde nicht wiederkehren bis der generelle Abfall oder die Apostasie vom wahren Glauben da war. „Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm Laßt euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da. Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen...“ (2. Thess. 2:1-3).

Schließlich wurden wir auch von Jesus gewarnt: „Siehe, ich komme wie ein Dieb! Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht entblößt einhergeht und man seine Schande sieht„ (Off. 16:15). Jesus warnt uns, Er kommt wie ein Dieb und Er möchte, dass wir bereit sind.

 

E. Bei seiner Wiederkunft werden alle Toten auferstehen

Paulus informiert die Gemeinde in Thessaloniki: „Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen; denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit Ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ (1. Thess. 4:15-17). Paulus stellt klar, wenn Jesus zurück kehrt, wird er die mit sich bringen, die in Jesus entschlafen sind, d.h. die Christen, die auf der Erde leiblich gestorben sind. Dann werden wir, die wir glücklicherweise bei seiner Wiederkunft noch am Leben sind und übrig geblieben sind mit Ihnen gemeinsam in die Wolken heraufgeholt. Der wichtigste Punkt ist hier, dass die verstorbenen Christen bei Jesu Wiederkunft auferstehen werden.

Im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu informiert uns Johannes: „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden Ihn sehen, wie er ist.“ (1. Joh. 3:2). Wenn Jesus zurückkehrt, werden wir Christen verwandelt werden. Wir wissen nicht inwiefern wir verwandelt werden, es ist bis jetzt noch nicht offenbart wie wir sein werden. Aber wir wissen, dass wir sein werden wie Jesus wenn er kommt. Paulus weist auf den gleichen Punkt hin: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“ (Phil. 3:20,21). Wenn er zurückkehrt werden unsere Körper, wenn wir Christen sind, so verwandelt werden wie sein Körper ist.

In seinem Evangelium, zitiert Johannes den Herrn Jesus in Hinblick auf die Auferstehung von den Toten: „Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh. 5:28,29). Nicht nur die verstorbenen Christen werden bei des Herrn Wiederkunft auferstehen, sondern alle, die in den Gräbern sind. Und Jesus sagte, dies wird während „einer Stunde“ geschehen.

Mit diesem Wissen, werden Paulus Worte an die Korinther deutlich, die in ihrem Kontext nicht ganz klar sind: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muß Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche muß Unsterblichkeit anziehen.“ (1. Kor. 15:51-53). Paulus klassifiziert hier nicht die Toten wie er es tat, als er an die Gemeinde zu Thessaloniki schrieb. Hier zeigt er (in Übereinstimmung mit der Lehre Jesu in Johannes 5,28-29), dass alle Toten auferweckt werden, wenn die letzte Posaune erklingt, Christen und Nichtchristen. Diejenigen, denen Jesus zuruft „gut gelebt" zur Auferstehung des ewigen Lebens und jene, zu denen Jesus sagt „schlecht gelebt" zur Auferstehung des ewigen Gerichts. Dies wird geschehen, wenn Jesus wiederkommt und die Erde zerstört werden wird.

 

F. Himmel und die Erde werden bei seinem Kommen durch Feuer vergehen

Petrus schrieb: „Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen.“ (2. Petr. 3:10). Wenn der Tag des Herrn kommt - und der Tag des Herrn, von dem er spricht, kommt wie ein Dieb in der Nacht - werden der Himmel und die Erde durch Feuer zerstört.

Jesus kommt nicht um ein irdisches Königreich aufzurichten. Wenn Er kommt wird alles auf dieser Erde und alles in diesem Universum in Rauch aufgehen.

Es gab schon immer jene, die Warnungen Gottes über Zerstörung nicht glaubten. Doch dies gilt vor allem in unserer Zeit des aktualistischen Denkens (Anm. d. Ü.: Das Prinzip, dass man durch Beobachtung der Gegenwart auf die Abläufe der Vergangenheit schließen könne), in der die Mehrheit der Wissenschaftler glaubt, dass die Sintflut niemals stattfand, dass das Gesicht der Erde langsam und stetig durch dieselben kleinen Kräfte geformt wurde, die auch heute am Werk sind. In derselben Schriftstelle lässt uns Petrus wissen, was zu erwarten ist: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass am Ende der Tage Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist! Dabei übersehen sie aber absichtlich, dass es schon vorzeiten Himmel gab und eine Erde aus dem Wasser heraus [entstanden ist] und inmitten der Wasser bestanden hat durch das Wort Gottes; und dass durch diese [Wasser] die damalige Erde infolge einer Wasserflut zugrundeging. Die jetzigen Himmel aber und die Erde werden durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.“ (2. Petr. 3:3-7).

Der Schreiber des Hebräerbriefs vergleicht die Zerstörung der Erde mit der Gesetzgebung am Berg Sinai. An dem Tage als die Erde durch dessen Stimme erbebte, der die zehn Gebote ausgab, waren die Menschen entsetzt. Der Schreiber warnt uns dann: „Habt acht, dass ihr den nicht abweist, der redet! Denn wenn jene nicht entflohen sind, die den abgewiesen haben, der auf der Erde göttliche Weisungen verkündete, wieviel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der es vom Himmel herab tut! Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat er eine Verheißung gegeben, indem er spricht: »Noch einmal erschüttere ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel!«“ (Hebr. 12:25-26).

Diese Textstellen stellen es klar heraus, beides, Himmel und Erde, werden am Tag des Herrn, der kommt wie ein Dieb in der Nacht, vergehen. Diesen Tag nennt Petrus den „Tag des Gerichts“. (2. Petr. 14:15).

 

G. Das Gericht wird bei seinem Kommen beginnen

„Von diesen hat aber auch Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: »Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter Ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten [Worte], die gottlose Sünder gegen Ihn geredet haben.“ (Jud. 14-15).

Wenn der Herr mit seinen zehntausenden Heiligen - seinen Engeln - zurückkehrt, kommt Er zurück um Gericht zu halten, den Tag des Gerichts einzuleiten.

Das Gleiche wird im 2. Brief an die Thessalonicher ausgesagt: „...euch aber, die ihr bedrängt werdet, mit Ruhe gemeinsam mit uns, bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft, an jenem Tag, wenn Er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in denen, die glauben – denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden.“ (2. Thess. 1:7-10). Paulus stellt hier klar heraus, dass an dem Tag wenn Jesus kommt um unter seinen Heiligen bewundert zu werden, wenn er als erstes von den Christen gesehen wird, kommt er zur selben Zeit um Gericht zu halten. Er wird die bestrafen, die Gott nicht kennen oder dem Evangelium nicht gehorchen. Am selben Tag wird er mit den Engeln seiner Macht in flammendem Feuer vom Himmel her offenbart werden.

Im Evangelium nach Matthäus, bei der Erklärung des Gleichnisses vom Sämann, stellt Jesus klar, dass „Das Ende der Welt“ am Ende dieses Zeitalters dann sein wird, wenn die Ernte erfolgt. „Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker! Und er antwortete und sprach zu Ihnen: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus seinem Reich sammeln und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Matth. 13:36-43). Dasselbe wird in Offenbarung 14:14-20 angesprochen: am Ende der Zeit wird die Ernte der Erde eingebracht.

Ein Bild dieses Gerichts findet sich in Offenbarung 20: 11-15. Gott sitzt auf dem großen weißen Thron und die Toten werden nach dem, was in den Büchern geschrieben steht beurteilt. Und wenn der Name einer Person nicht im Buch des Lebens geschrieben steht, wird er in den Feuersee geworfen.

In der Apostelgeschichte legt Paulus in einem Vortrag an die Einwohner Athens einen Beweis für den kommenden Tag des Gerichts vor: „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er Ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Apg. 17:30-31).

Das Gericht wird bei Jesu Wiederkunft beginnen und dieses Gericht wird so sicher stattfinden wie die Auferstehung Jesu von den Toten stattgefunden hat.

 

H. Fazit

Jesus kommt bald um seine Heiligen einzufordern, die Erde zu vernichten und das Gericht einzuleiten. Der Tag seines Kommens ist nicht bekannt, er wird wie ein Dieb in der Nacht kommen. Er wird in den Wolken kommen und jedes Auge wird Ihn sehen. Bei seinem Kommen werden alle Toten, Christen und Nichtchristen, auferstehen.

 

II. Eine Prüfung des Prämillenarismus


A. Einleitung

In Offenbarung 20 wird eine 1000 jährige Regentschaft Christi erwähnt. Das lateinische Wort für 1000 Jahre ist Millenium, deshalb wird die Regentschaft Christi seitens der Bibelkommentatoren als der Zeitabschnitt des Milleniums bezeichnet.

Prämillenaristisch bezieht sich auf Ereignisse vor dem Millenium (prä bedeutet vor). Prämillenarismus ist ein Denksystem in dem die Wiederkunft Jesu geschieht, bevor die tausendjährige Regentschaft Jesu anfängt.

Bei der Prüfung des Prämillenarismus wollen wir zunächst dessen Lehre über die Heilige Schrift sowie dessen Sichtweise auf die Heilige Schrift berücksichtigen. Dann wollen wir aus einer biblischen Sichtweise die Basis untersuchen auf der das prämillenaristische Denken beruht.

 

B. Grundzüge des Prämillenarismus
1. Geschichte Israels

Um den Prämillenarismus und dessen Auslegung der bedeutsamen Prophetien im Zusammenhang mit der prämillenaristischen Sichtweise über die Wiederkunft des Herrn zu verstehen, ist es unbedingt notwendig, die Geschichte der Nation Israel zu kennen. Es folgt ein knapper, stichpunktartiger Abriss von Israels Geschichte wie sie in der Bibel aufgezeichnet wurde, begleitet durch eine Zeichnung der Region und einer Erklärung der einzelnen Punkte.

  1. Der Bund mit Abraham - 1870 v. Chr.
  2. Der Zug durch das Rote Meer, Gesetz des Mose - 1440 v. Chr.
  3. Die Einnahme Kanaans - 1400 v. Chr.
  4. David wird König - 1010 v. Chr.
  5. Das Königreich wird geteilt - 930 v. Chr.
  6. Das Nordreich (Israel) wird zerstört - 722 v. Chr.
  7. Das Südreich (Juda), wird nahezu zerstört - 605 bis 585 v. Chr.
  8. Juda kehrt aus der Gefangenschaft zurück - 536 v. Chr.
  9. Juda lehnt den Messias ab - 30 n. Chr.
  10. Jerusalem wird zerstört - 70 n. Chr.

Es gibt einige Uneinigkeiten in Bezug auf die oben aufgelisteten Jahreszahlen, insbesondere der ersten fünf, aber sie gelten unter konservativen Wissenschaftlern allgemein als „in dieser Größenordnung“ akzeptiert.

Das Königreich Juda und Israel 850 v. Chr.

Karte Palestina

  1. Im Jahr 1870 v. Chr. (basierend auf Galater 3,17 und Moses Durchzug durchs Rote Meer im Jahr 1440 v. Chr.) schloss Gott mit Abraham in Bezug auf seine Nachkommen einen besonderen Bund. Dies wird sehr ausführlich in den folgenden Abschnitten besprochen.
  2. In Jahr 1440 v. Chr. führte Mose das Volk Israel aus Ägypten, durchquerte das Rote Meer und gab dem Volk am Berg Sinai die 10 Gebote (und alle anderen Gesetze des Alten Testaments).
  3. Als Mose starb, wurde die Führung auf Josua übertragen. Das Volk wanderte 40 Jahre lang durch die Wüste und alle, die älter waren als 20 Jahre als das Rote Meer durchquert wurde, starben während dieses Zeitabschnitts, mit Ausnahme von zwei Männern. Unter der Führung von Josua überquerte die neue Generation der Israeliten den Jordan und nahm das Land Kanaan in Besitz. Das Land Kanaans wurde unter den zwölf Stämmen aufgeteilt. Jeder Stamm erhielt einen bestimmten Teil des Landes, der ihm gehörte solange Israel existierte.
  4. Für ungefähr 350 Jahre wurde die Nation Israel von Männern und Frauen regiert, die Richter genannt wurden. Dies waren Personen, die Gott berief um, in Abwesenheit einer zentralen Autorität im Land, Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Das Volk begann murrend einen König zu fordern, um so zu sein wie die benachbarten Nationen. Gott ließ sie widerwillig einen König haben. Als sich der erste König namens Saul dem Bösen zuwandte, bestimmte Gott David als König. Als David im Jahre 1010 v. Chr. offiziell König wurde, begann fast unmerklicher ein Riss zwischen Juda und den übrigen Stämmen zu entstehen, da David aus dem Stamme Juda dazu neigte, Juda zu begünstigen.
  5. Davids Sohn Salomo verlangte vom Volk Israel hohe Steuerabgaben. Bei seinem Tod brachen zehn der zwölf Stämme weg. Nur die Stamme Juda und Benjamin blieben unter der Herrschaft Rehabiams, Salomos Sohn. Die zehn Stämme, die weggebrochen waren behielten den Namen Israel, während die zwei verbliebenen Stämme den Namen Juda annahmen, da der Stamm Juda bei weitem der dominantere war. Samaria wurde schließlich die Hauptstadt Israels während Judas Hauptstadt Jerusalem wurde.
  6. Als Israel sich vom Reich abtrennte, brach es auch mit dem von Gott eingeführten und angeordneten Gottesdienst. Sie fingen an Götzen anzubeten. Aufgrund der Götzenanbetung und der extremen Unmoral des Volkes ließ Gott das Nordreich (welches zu dieser Zeit auch Ephraim und Samaria genannt wurde) durch die Assyrer im Jahr 722 v. Chr. zerstören.
  7. Obwohl Juda eine äußerliche Form der Anbetung Gottes bewahrte, verfielen auch sie der Unmoral und Götzenanbetung. Im Jahre 605 v. Chr. erlaubte Gott Babylon Juda zu erobern und etliche Einwohner Judas wurden als Gefangene nach Babylon gebracht. Im Jahre 585 v. Chr. zerstörten die Babylonier Jerusalem und den Tempel Gottes vollständig und im Wesentliche blieb nur das Volk Judas übrig, welches sich in babylonischer Gefangenschaft befand bzw. sich sonst irgendwo in der Zerstreuung befand.
  8. Im Jahre 536 wurde, in Übereinstimmung mit der Prophezeiung Jeremias, die er etwa 70 Jahre zuvor machte, Babylonien von den Persern erobert. Die Perser erlaubten den Juden zurück zu kehren und mit dem Wiederaufbau von Jerusalem und des Tempels zu beginnen. Diese kleine Gruppe, die zurückkehrte wurde von den Propheten als „Der Überrest“ bezeichnet.
  9. Der letzte Prophet des Alten Testaments schrieb im Jahr 430 v. Chr.. Bis zum Kommen von Johannes dem Täufer und dem Herrn Jesus herrschte Schweigen vom Himmel her. Die Juden töteten Jesus in Übereinstimmung mit den alttestamentlichen Prophezeiungen. Bei der Aufrichtung der Gemeinde am jüdischen Festtag zu Pfingsten 30 n. Chr. taten einige Juden Buße und wurden zur Vergebung ihrer Sünden getauft. Aber ein großer Teil verwarf Jesus als den Messias.
  10. In Folge der Verwerfung des Messias durch die Juden, sandte Gott im Jahr 70 n. Chr. die Römische Truppen und ließ Jerusalem zerstören. Sie brannten die Stadt nieder und ebneten den Tempel ein.

 

2. Der Bund mit Abraham

Der Prämillenarismus basiert auf dem, was die führenden Verfechter wörtliche Auslegung der Heiligen Schrift nennen. Die wörtliche Auslegung erlaubt keine bildliche oder symbolische Auslegung jeden Verses der Heiligen Schrift, außer in extremen Fällen.

Der Prämillenarismus beginnt mit der wörtlichen Auslegung des Bundes den Gott mit Abraham schloss. In 1. Mose 15 bestätigt Gott sein Versprechen an Abraham, dass seine Nachkommen so zahllos sein werden wie die Sterne des Himmels, indem er durch die beiden Hälften des Opfers, welches Abraham für Gott bereitet hatte, hindurchfuhr. Als er in Form eines rauchenden Glutofens und einer Feuerfackel durch die beiden Stücke hindurchfuhr sagte Gott zu Abraham: „...Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphrat:...“ (1. Mose 15:18).

Später im 1. Buch Mose steht geschrieben, dass Gott zu Abraham sagte: „Und ich will dir und deinem Samen nach dir das Land zum ewigen Besitz geben, in dem du ein Fremdling bist, nämlich das ganze Land Kanaan, und ich will ihr Gott sein.“ (1. Mose 17:8).

Die wörtliche Auslegung dieses Versprechens ist, dass Gott dem Volk Israel das Land Kanaan für immer versprochen hat. „Es ist offensichtlich …, dass den physischen Nachkommen Abrahams das Land für einen ewigen Besitz versprochen wurde.“ (J. Dwight Pentecost, Things to Come; Zondervan Press, Grand Rapids, MI 49506; S. 90).

Die Begründung des Prämillenarismus beginnt hier. Gott versprach das Land Kanaan Israel als einen ewigen Besitz. Das Versprechen an Abraham wurde der Nation Israel bestätigt, kurz bevor sie unter der Führung von Josua den Jordan überschritt (5. Mose 30:1-10). Dieses Versprechen wurde unter der Verheißung Gottes an David erweitert nämlich, dass sein Thron für immer aufgerichtet sein würde (2. Sam. 7:16). Jemand aus Davids Erblinie würde auf Davids Thron sitzen und über die Nation Israel im Land Kanaan herrschen.

 

3. Prophezeiungen des Alten Testaments zur Wiederherstellung Israels

Nach der Einnahme des Landes Kanaan verfiel das Volk Israels allmählich dem Götzendienst. Niemals in der im Alten Testament aufgezeichneten Geschichte, besaßen sie das gesamte Land vom Fluss Ägyptens bis hin zum Fluss Euphrat. Dadurch blieb die an Israel durch Abraham gegebene Verheißung Gottes bis ins Jahr 722 v. Chr. bzw. 585 v. Chr. als Gott Israel bzw. Juda zerstörte unerfüllt.

Prämillenaristen ziehen die Schlussfolgerung, dass sich diese Verheißung in der zukünftigen Geschichte Israels erfüllen wird. Prämillenaristen sind davon überzeugt, dass diese Schlussfolgerung durch zahlreiche Prophezeiungen des Alten Testaments gerechtfertigt ist. Eine typische Schriftstelle dafür ist in Jeremia zu finden: „Du wirst auf den Höhen Samarias wieder Weinberge pflanzen; die sie angelegt haben, sollen sie auch genießen. Denn es kommt ein Tag, da die Wächter auf dem Bergland von Ephraim rufen werden: Macht euch auf, laßt uns nach Zion gehen, zu dem Herrn, unserem Gott!“ (Jer. 31:5,6).

Als Jeremia prophezeite, dass die, welche im Nordreich Israel (hier bezeichnet als Samaria und Ephraim) lebten nach Jerusalem hinauf gehen würden um anzubeten, war das Nordreich Israel längst zerstört. Jeremias Prophezeiung, so die Prämillenaristen, erfüllte sich bis ins Jahr 1948 nicht, als Israel wieder eine souveräne Nation wurde und die Hügel Ephraims sowie die Weinberge Samarias in Besitz nahm.

Eine weitere derartige Prophezeiung ist in Amos 9:11-15 gegeben. Gott verheißt die Wiederherstellung der Hütte Davids und die Rückkehr des Volkes in das Land aus dem es niemals wieder herausgerissen würde. (Nach einigen führenden Prämillenaristen ist die Hütte Davids mit dem Königreich Israel gleich zu setzen - Siehe Pentecost, Things to Come, S. 110 u. 111).

Ebenso sagt das Alte Testament den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem vorher: „...ich will mein Heiligtum auf ewig in ihre Mitte stellen.“ (Hes. 37:26). Obwohl das Volk im Land wieder hergestellt wurde, wurde der Tempel (so die Prämillenaristen) bisher nicht wieder aufgebaut. Und er muss wiederaufgebaut sein, bevor der Antichrist kommen kann.

 

4. Ablehnung Christi durch die Juden

Als Gott seinen Sohn sandte - geboren durch eine Jungfrau - in die Welt hinein, verwarfen und kreuzigten Ihn die Juden.

Mit der Verwerfung Christi durch die Juden unterbrach Gott seinen Plan mit Israel und fügte ein Zeitalter der Gemeinde, von den Prämillenaristen als das „Geheimnis“ bezeichnet, ein. „Die Existenz dieses gegenwärtigen Zeitalters, welches den bestehenden Plan Gottes mit Israel unterbrach, war ein Geheimnis...“ (Pentecost, Things to Come, S. 135). Darüber hinaus wird gesagt, dass „...dieses ganze Zeitalter in den Gedanken Gottes existierte, ohne im Alten Testament offenbart zu werden“ (ebenda, p.137).

Es ist die Absicht dieses geheimen Zeitalters, die Juden eifersüchtig zu machen, sodass sie zur Errettung kommen werden. „Ich frage nun: Sind sie denn gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, um sie zur Eifersucht zu reizen.“ (Röm 11:11).

 

5. Die Entrückung

Nach prämillenaristischer Lesart findet „die Entrückung“ statt, wenn Christen von der Erde in die Luft aufgehoben werden um Christus zu begegnen, wie es im 1. Brief an die Thessalonicher beschrieben ist: „denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit Ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ (1. Thess. 4:16,17).

Der Prämillenarismus macht einen Unterschied zwischen der „Entrückung“ und der Wiederkunft Christi. Die Entrückung wird manchmal als „die Verwandlung“ bezeichnet und die Wiederkunft als „die zweite Ankunft“ beschrieben. In der Entrückung wird die Gemeinde still und leise von der Erde aufgehoben, wie es auf einem Autoaufkleber beschrieben ist - ACHTUNG: IM FALL DER ENTRÜCKUNG WIRD DIESES AUTO FÜHRERLOS SEIN. Bei der zweiten Ankunft, die sieben Jahre nach der Entrückung stattfindet, kehrt Christus zur Erde zurück und regiert mit seinen Heiligen von Jerusalem aus die Welt.

Es gibt drei griechische Worte, die sich auf die Entrückung und die zweite Ankunft beziehen: Parusie, Apokalypse und Epiphanea. John F. Walvoord, Präsident des „Dallas Theological Seminary“, wird von J. Dwight Pentecost zitiert: „Es liegt an der Sichtweise des Schreibers, dass alle drei Begriffe in einem allgemeinen und nicht in einem fachspezifischem Sinn gebraucht wurden und, dass sie von beidem eine Beschreibung sind, von der Entrückung und der herrlichen Wiederkunft Christi…“ (Pentecost, Things to Come, S.156).

 

6. Der Antichrist

Wenn die Gemeinde von der Erde entrückt wurde, kommt der Antichrist (entsprechend des prämillenaristischen Denkens) und setzt sich in den Tempel. Paulus schreibt, dass bevor der Tag des Herrn käme, ein allgemeiner Abfall geschehen würde und „...der Mensch der Sünde geoffenbart werde, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.“ (2. Thess 2:3,4).

Der Antichrist wird auch auf „den Greuel der Verwüstung“ bezogen, der am heiligen Platz (der Tempel) stehen wird. Der Antichrist wird manchmal auch in Offenbarung 13 als das zweite Tier beschrieben (definiert als der „Falsche Prophet“ in Offenbarung 19:20), dessen Zahl 666 die Zahl eines Menschen ist.

Viele Prämillenaristen sehen im Antichristen einen Menschen, der wieder ins Leben zurück kommt (Offenbarung 13:3) und sich in den Tempel setzt.

Andere, wie J.Dwight Pentecost, sehen sich durch die Schrift dazu gezwungen zu sagen, dass „Antichrist“ sich eher auf ein System oder eine Philosophie bezieht, als auf ein spezielles Individuum. Er erklärt: „Das Wort Antichrist kommt nur in dem Brief des Johannes vor … Die Untersuchung dieser Literaturhinweise wird offenbaren, dass Johannes grundsätzlich beunruhigt war über eine vorhandene Irrlehre - Die Ablehnung der Person Christi. Die Betonung liegt nicht auf der zukünftigen Erscheinung eines Individuums, sondern eher auf dem gegenwärtigen Auftretens falscher Lehren...“ (Pentecost, Things to Come, S.337). Er schließt seine Argumentation mit der Feststellung ab, dass Satan sowie das erste und zweite Tier aus Offenbarung 13 „gemeinsam als Einheit, die Gesetzlosigkeit auf einen Höhepunkt bringen“, d.h. die drei arbeiten als Einheit an der Bildung einer antichristlichen Philosophie (ebenda, S. 339).

 

7. Die große Drangsal

Nach der prämillenaristischen Chronologie stürzt die Erde in die „große Drangsal“ (Matth. 24:21), wenn der Antichrist nach der Entrückung der Gemeinde den Tempel Gottes kontrolliert. „ … Diese Periode ist vor allem die Zeit in der Gott seinen Zorn und sein Gericht über die Erde kommen lässt. Dies ist nicht der Zorn der Menschen, nicht der Satans, mit der Ausnahme, dass Gott diese Vermittler als Kanäle zur Ausführung seines Willen nutzen könnte; es ist Gottes Gericht. Dieser Zeitabschnitt unterscheidet sich von allen vorangegangenen Drangsalen, nicht nur in der Intensität, sondern auch in der Art der Drangsal, weil sie von Gott selbst kommt“ (Pentecost, Things to Come, S.236, 237).

Die Drangsal dauert sieben Jahre. Dies berechnet sich aus in Daniel 9:24-27 gegeben Prophezeiungen. Aus prämillenaristischer Sicht beziehen sich alle alttestamentlichen Vorhersagen auf die irdische Nation Israel genetischer Abstammung und es gibt im Alten Testament keine Prophetien betreffend der Gemeinde, weil die Gemeinde das „geheime Zeitalter“ darstellt. Daniel 9:24-27 spricht von 70 Jahrwochen (wörtlich 70 „Sieben“). 69 dieser Einheiten von jeweils sieben wurden in der Vorbereitung des Kommens des Messias, des Fürsten (Jesus Christus) erfüllt. Bevor sich die 70te Jahrwoche erfüllt gibt es eine Lücke, die durch das Zeitalter der Gemeinde verursacht wurde. Aber wenn die Gemeinde entrückt worden sein wird, ist das geheime Zeitalter vorbei und Gott setzt seinen Plan mit Israel fort. Mit dieser Fortsetzung beginnt die 70te Jahrwoche; deshalb beendet Gott die große Drangsal sieben Jahre nach der Entrückung durch die Errichtung seines Reiches für Israel mit der Wiederkunft Jesu ab.

Das neutestamentliche Buch der Offenbarung passt wie folgt in das prämillenaristische Schema: Offenbarung Kapitel 1 bildet den Ort für die Botschaft von Jesus. Offenbarung 2 und 3 beschreiben sieben Gemeinde-„Zeitalter“ beginnend mit dem „Ephesus-Zeitalter“ und gipfelt in dem „Laodizea-Zeitalter“, das Zeitalter der „lauwarmen Gemeinde“. Offenbarung Kapitel 4 bis 18 handelt von den Ereignissen während der „großen Drangsal“, endend mit der Wiederkunft Christi in Offenbarung 19.

Prämillenaristen sind untereinander ziemlich zerstritten. Da gibt es jene, die das Geschehen der Entrückung der Gemeinde im Anschluss an die Drangsal sehen (Posttribulationisten); es gibt jene, die das Geschehen der Entrückung an der dreieinhalb Jahre Marke der Drangsalszeit sehen (Mittribulationisten) und diejenigen, die die Entrückung vor der Drangsalszeit einordnen (Prätribulationisten). Es scheint so, als würde die strikte Einhaltung der Bedingung der wörtlichen Auslegung, wie sie die Prämillenaristen definieren, die „Rechtgläubigen“ zur prätribulationistischen Auffassung drängen. Die prämillenaristische Interpretation der Offenbarung hängt von den individuellen Ansichten über die Entrückung bezüglich ihrer Beziehung zur Drangsal ab.

Während der Drangsal wird der Prophet Elia kommen und die Nation Israel auf die Wiederkunft Christi vorbereiten. „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt;“ (Mal. 3:23). „Wie Johannes der Täufer predigte … um Israel auf das erste Kommen vorzubereiten, wird Elia predigen um Israel auf die zweite Ankunft vorzubereiten“ (Pentecost, Things to Come, S. 237).

Infolge der Verkündigung der guten Nachricht über das bevorstehende Friedensreich durch Elia (nebst der 144.000 versiegelten Israeliten), kommt es zur Massenbekehrung der israelischen Nation hin zu Christus. „Denn ich will nicht, meine Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist; und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden, und das ist mein Bund mit Ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde«.“ (Röm. 11:25-27). Die „Zeiten der Heiden“ (Luk. 21:24) wird erfüllt sein bei der Wiederkunft des Herrn, und dies wird den Zeitpunkt markieren ab dem Israel in den Augen Gottes wieder als Nation angenommen sein wird.

 

8. Die Wiederkunft des Herrn

Mit Abschluss der sieben Jahre andauernden Trübsalszeit (entsprechend der prämillenaristischen Lehre) kehrt Jesus wie in Offenbarung 19 beschrieben zurück. Wenn Er zurück kehrt, bringt er die sieben Jahre zuvor mit Ihm entrückten Heiligen mit sich; und Er tritt zu seiner 1000 jährigen Herrschaft auf der Erde an.

Wenn Christus wiederkehrt werden die Heiligen wieder auferstehen, die während der großen Trübsal ihr Leben verloren (Offenbarung 20:4,5). Das ist die erste Auferstehung. (Außerdem werden zu diesem Zeitpunkt auch alle Heiligen des Alten Testaments auferstehen) „Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1000 Jahre.“ (Off. 20:6).

Mit der Wiederkunft Christi wird Satan 1000 Jahre gebunden (Offenbarung 20:1-3), dies ebnet einer friedvollen tausendjährigen Herrschaft Christi den Weg.

 

9. Die Tausend Jahre

Bei der Wiederauferstehung der Heiligen aus der Drangsalszeit und der Wiederauferstehung der Heiligen des Alten Testaments bei der zweiten Wiederkunft Christi, beginnt die 1000 jährige Herrschaft Jesu. Im prämillenaristischen Denksystem ist dies die Erfüllung vieler Prophezeiungen des Alten Testaments (solche wie der Löwe liegt bei dem Lamm, etc) und der krönende Abschluss des Konzeptes der Zeitalter. Das Folgende sind die Merkmale dieses Reichs:

  1. Dies ist das ursprüngliche den Juden durch Johannes den Täufer und durch Jesus offenbarte Reich (Matthäus 3:2; 4:17). Doch (entsprechend des Denkens der Prämillenaristen) als die Juden den Messias verwarfen, wurde das Angebot des Reichs zurückgenommen und das geheime Zeitalter der Gemeinde eingefügt, bis die Juden vorbereitet werden können um den Messias zu akzeptieren (Pentecost, Things to Come, S. 463-466).
  2. Weil der Satan für 1000 Jahre gebunden ist, zeichnet sich die Herrschaft Christi durch Friede, Heiligkeit und Gerechtigkeit aus.
  3. Obwohl Jesus über die Erde herrscht, regiert David als König über Palästina (Pentecost, Things to Come, S. 500).
  4. Der neue Bund, durch Jeremia prophezeit (Jer. 31:31), wird nun wirksam.
  5. Viele Aspekte der alttestamentlichen Art der Anbetung werden wieder eingeführt, einschließlich der Tieropfer im Tempel. Mit Ausnahme des Hohenpriesters wird die Priesterschaft der Söhne des Zadok wieder hergestellt. (Hesekiel 40,46).
  6. Auferstandene Heilige und solche, die die große Drangsal überlebten sowie während des Milleniums geborene Babies leben alle gleichzeitig. Jerusalem wird von den Auferstandenen bewohnt.

 

10. Das Loslassen Satans

Am Ende der tausend Jahre wird Satan für eine kurze Zeit losgelassen (Offenbarung 20:3-7). Wenn er losgelassen wird, leitet er die Welt in einen Aufstand gegen die Theokratie Christi. Dies ist die abschließende Prüfung für solche, die im Friedensreich ohne Möglichkeit zur Verführung gelebt haben werden. Pentecost schreibt: „Derweil gingen jene, die errettet wurden ins Millenium ein, sie waren nicht vollkommen. Die Ihnen während des Milleniums geborenen Nachkommen wurden mit derselben gefallenen sündigen Natur geboren wie ihre Eltern, sie benötigten konsequenter Weise die Wiedergeburt...viele deren Herz nicht erneuert worden war, fügten sich dem Gesetz des Königs wie vorgeschrieben. Es muss eine Prüfung geben um die wahre Herzenseinstellung des Einzelnen in diesem Zeitalter zu ermitteln“ (Pentecost, Things to Come, S. 549).

„Und sie zogen herauf auf die Fläche des Landes und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie. Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offenbarung 20:9,10).

 

11. Das große weiße Throngericht

Infolge der Zerschlagung des Aufstandes am Ende des Friedensreichs wird das große weiße Throngericht, wie es in der Offenbarung 20 beschrieben ist, stattfinden: „Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde kein Platz für sie gefunden. Und ich sah die Toten, Kleine und Große, vor Gott stehen, und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in Ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.“ (Off. 20:11-15).

Aus prämillenaristischer Sicht werden alle Verlorenen auferstehen um vor dem Thron zu stehen. Keiner der Erretteten, die 1000 Jahre vorher auferstanden sind, muss vor Gericht erscheinen. Kein Name eines Verlorenen wird man im Buch des Lebens als eingetragen finden und die Verlorenen werden in den Feuersee geworfen.

Wenn die Verlorenen gerichtet worden sind, wird ein neuer Himmel und eine neue Erde als Heimat für die Erretteten geschaffen, wie es in Offenbarung 21:1 bis 22:7 beschrieben ist.

 

Zeitrahmen prämillenaristisch

 

 

C. Ein zweiter Blick in die Heilige Schrift

 

1. Prinzipien der Schriftauslegung

Auf den ersten Blick macht der Prämillenarismus Sinn, und scheint in der Bibel Rückhalt zu finden. Doch gewisse Schlussfolgerungen, die sich durch die „wörtlichen Methode der Schriftauslegung“ ergeben machen einfach keinen Sinn. Unter diesen sind:

  1. Dass der neue Bund nicht in Kraft tritt, bis Jesus wieder kommt. Hebräer 9:16-17 (und Hebräer 8,9 u. 10 im Ganzen) macht deutlich, dass Christi Wille oder Bund bei seinem Tod in Kraft trat.
  2. Dass es einen Unterschied gibt zwischen der „Entrückung“ und der Wiederkunft des Herrn. Wir haben bereits prämillenaristische Lehrer in Bezug auf den Gebrauch des griechischen Wortes welches die „Entrückung“ und die Wiederkunft beschreibt zitiert (siehe oben) und angemerkt, dass die Bibel selbst nie zwischen der Wiederkunft Christi für die Gemeinde („die „Entrückung“) und seiner zweiten Ankunft unterscheidet.
    Weil die Bibel betont, dass Jesus am Tag des Herrn zurück kehrt, der kommt wie ein Dieb in der Nacht (1. Thess. 4:13 - 5:3) und, dass am selben Tag des Herrn, der kommt wie ein Dieb in der Nacht, das Universum vergehen wird (2. Petr. 3:10), wird Prämillenaristen kein Raum gelassen für ihre Trübsal und eine 1000 jährige Herrschaft auf Erden. An diesem Punkt verzichten sie auf ihre „wörtliche Methode zur Auslegung“: „… der Begriff „Tag des Herrn“ oder „jenem Tag“ ist nicht der Begriff für einen vierundzwanzig Stunden Zeitraum, sondern das gesamte Programm der Ereignisse, darunter die Drangsalszeit, das Vorhaben der zweiten Ankunft, und das gesamte Zeitalter des Milleniums“ (Pentecost, Things to be come, S. 174).
  3. Dass die Gemeinde ein „geheimes Zeitalter“ ist, von dem im Alten Testament nicht gesprochen wurde. Es kann gezeigt werden, dass die Gemeinde die Erfüllung der alttestamentlichen Prophezeiungen bezüglich des Reiches Gottes ist (Siehe in der Studie „Christ‘s Church“ das Kapitel „The Church as the Kingdom“ -
    http://www.newcreationstudies.org/NewCreation/church.htm). Es kann ebenso gezeigt werden, dass die Gemeinde der krönende Abschluss von Gottes Plan zur Errettung der Heiden ist (Siehe in der Studie „Proof that the Bible is the Word of God“ das Kapitel „The Plan“ -
    http://www.newcreationstudies.org/NewCreation/proof.htm).
  4. Dass es mehr als eine allgemeine Auferstehung der Toten gibt. Jesus sagte: „...Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh. 5:28,29).
  5. Dass Jesus ein zweites Mal kommt um sein Friedensreich aufzurichten. Die Bibel besteht darauf, dass Er zurück kommt um Gericht zu halten (Jud. 14:15) und, dass das Gericht ewiges Verderben für die Gottlosen mit sich bringen wird am Tag an dem Jesus kommt, um unter seinen Heiligen verherrlicht zu werden, am Tag an dem Er vom Himmel her offenbart werden wird (2. Thess. 1:6-10).
  6. Dass im Tempel erneut Opfer während der tausendjährigen Herrschaft CHRSTI dargebracht werden. Der Tenor des gesamten Neuen Testaments ist, dass das Gesetz nichts gerecht macht, aber die frohe Botschaft von Christus, gegründet auf Sein gerechtes Opfer, bewirkte wozu das Gesetz nicht in der Lage ist (Röm. 8:3,4). Es scheint geradezu lächerlich während „des krönenden Abschlusses dem höchsten Stand der Zeitalter“ zu einem unvollkommenen System zurück zu kehren - während der tausendjährige Herrschaft Christi.

Obwohl wir noch viele weitere Beweise vorlegen könnten, reichen diese sechs Ungereimtheiten aus um ernste Zweifel an der „wörtlichen Methode zur Schriftauslegung“ wie sie von den Prämillenaristen eingefordert wird aufkommen zu lassen.

Nun, bevor uns jemand grob der Ketzerei bezichtigt, wollen wir bekunden, was wir glauben - mehr als glauben. Wir wissen, dass die Bibel von Gott inspiriert ist. Jedes Wort in den original Sprachen geschrieben, wurde von Gott eingehaucht; und jede Übersetzung, die treu am Original bleibt, trägt das gleiche Maß an Inspiration wie das Original.

Doch die Frage ist: Welche Verse der Heiligen Schrift sind wörtlich auszulegen und welche könnten eine symbolische Bedeutung haben? Prämillenaristen behaupten, dass Begriffe wie „Juda“, „Israel“ und „1000 Jahre“ wörtlich genommen werden müssen, aber „Tag“ und „Stunde“ eine weiterreichende Bedeutung haben. Auf den folgenden Seiten werden wir darauf bestehen, dass in den fraglichen Passagen das Gegenteil wahr ist.

Unser erstes Arbeitsprinzip ist: Eine klare Darlegung von Tatsachen im Neuen Testament ist genau das - Eine klare Darlegung von Tatsachen. Am Pfingsttag 30 n. Chr. beispielsweise, als die Menschen fragten was sie tun müssen, sagte Petrus Ihnen sie sollen Buße tun und im Namen Jesus zur Vergebung ihrer Sünden getauft werden und sie würden den Heiligen Geist als Gabe empfangen (Apg. 2:38). Dies ist eine klare Darlegung einer Tatsache - Buße und Taufe sind notwendig zur Vergebung der Sünden. Alle anderen Schriftstellen (da es keine Widersprüche in der Bibel gibt) müssen im Licht dieser klaren Aussage des Neuen Testaments ausgelegt werden.

Unser nächstes Arbeitsprinzip ist: Obwohl Gott Wörter gemäß ihrem allgemeinen Sprachgebrauch benutzt, definiert Er Schlüsselworte und Konzepte durch Beispiele und durch eigenen Gebrauch. Jesus definierte zum Beispiel Liebe für uns durch sein Sterben am Kreuz. Gott definiert die Taufe im Heiligen Geist für uns durch die Beschreibung der Ereignisse am Pfingsttag und bei der Bekehrung des Hauses von Kornelius (Apg. 1 & 2; Apg. 10 & 11). Er definiert die Bedeutung des Himmelreichs durch die Art wie die Apostel - z.B. Paulus - diesen Begriff gebrauchen um die Gemeinde in der Apostelgeschichte und in den Briefen zu beschreiben. Sobald die Bedeutung eines dieser Schlüsselbegriffe durch den Gebrauch im Neuen Testament herausgefunden werden konnte, ist es möglich zu verstehen, was mit diesem Begriff gemeint war, wenn er im Alten Testament gebraucht wurde oder an anderen Stellen im Neuen Testament, wo die Bedeutung unklar ist.

Unser drittes Arbeitsprinzip ist: Prinzipien zur Interpretation von indirekten Aussagen, symbolischer oder bildlicher Sprache und Gleichnissen sind uns im Neuen Testament gegeben. Zum Beispiel gab uns Jesus viele Gleichnisse über das Himmelreich. Von diesen legte Er zwei aus. Durch das sorgfältige Studium der Art und Weise wie Jesus diese zwei Gleichnisse auslegte, erhalten wir die Prinzipien, die anderen auszulegen.

Unser viertes Arbeitsprinzip ist: Die Schriften des Alten Testaments sind durch die Prinzipien auszulegen, die uns im Neuen Testament gegeben wurden. Das Neue Testament zitiert das Alte Testament an vielen Stellen und der Heilige Geist, der die Schreiber des Neuen Testaments inspirierte, weiß natürlich, wie das Alte Testament das er schrieb ausgelegt werden muss. Zum Beispiel scheinen die ersten vier Verse in Hosea 11 vom Volk Israel zu sprechen, welches das Rote Meer durchquerte als es aus Ägypten auszog. „Als Israel jung war, liebte ich Ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Aber sobald man sie rief, wandten sie sich vom Angesicht [der Rufenden] ab. Den Baalen opferten sie, und den Götzenbildern räucherten sie.“ (Hos. 11:1,2). Matthäus, inspiriert durch den Heiligen Geist, zieht eine Bedeutung daraus, wie wir es wohl nicht erwartet hätten. Als Jesus geboren war und Herodes sich dazu entschloss den Rivalen „Den König der Juden“ zu ermorden, sagte ein Engel des Herrn zu Joseph, er solle Jesus nach Ägypten bringen, „Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten. Und er blieb dort bis zum Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen«.“ (Matth. 2:14,15). Matthäus sagt, dass der Bezug zu Hosea 11,1 nicht Israel, sondern Jesus ist. Eine sorgfältige Untersuchung der Art und Weise wie neutestamentliche Autoren das Alte Testament zitieren, wird uns Arbeitsprinzipien liefern um es auszulegen - deshalb wollen wir uns nicht auf unseren eigenen Verstand verlassen.

An diesem Punkt wird vielleicht jemand fragen: „Du meinst, dass jene die das Alte Testament ohne Zuhilfenahme des Neuen Testaments lesen, nicht verstehen was sie lesen? Willst Du damit sagen, dass die Alttestamentler ohne Zuhilfenahme des Neuen Testaments unfähig waren die Bedeutung ihres Buches zu verstehen?“ Ich werde sogar darüber hinaus gehen! Ich sage, dass selbst die Propheten, die es schrieben vieles nicht verstanden, was sie schrieben. „Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteil gewordenen Gnade geweissagt haben. Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in Ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte. Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekanntgemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde – Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.“ (1. Petr. 1:10-12).

Petrus stellt zwei Dinge klar:

  1. Die Propheten des Alten Testaments prophezeiten das Gemeinde-Zeitalter der Gnade. Dies zerstört das prämillenaristische Konzept, dass sich alle alttestamentlichen Prophezeiungen ausschließlich auf die irdische Nation Israel beziehen.
  2. Die alttestamentlichen Propheten verstanden nicht, was sie vorhersagten, selbst dann nicht, wenn sie sorgfältig nachforschten und suchten. Wenn die wörtliche Methode, verteidigt durch die Prämillenaristen, die richtige wäre, hätten diese alttestamentlichen Propheten verstanden was sie schrieben.

Wenn wir erneut die Grundlagen prüfen auf denen der Prämillenarismus ruht, sollten wir diese oben angeführten Prinzipien anwenden um das Neue Testament als Wegweiser und Orientierungshilfe der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu nutzen.

 

2. Der Bund mit Abraham

In 1. Mose 15 schloss Gott mit Abraham einen Bund in welchem Er das Land Kanaan Abraham und seinen Nachkommen (wörtlich „seinem Samen“) für immer versprach. Dieser Bund wurde in 1. Mose 17 und anderen Stellen nochmals bestätigt. Dies, oberflächlich betrachtet, scheint ein Versprechen an die Nation Israel zu sein und ein Versprechen, dass sich physisch erfüllt.

Doch was sagt das Neue Testament? Paulus schrieb: „Brüder, ich rede nach Menschenweise: Sogar das Testament eines Menschen hebt niemand auf oder verordnet etwas dazu, wenn es bestätigt ist. Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: »und den Samen«, als von vielen, sondern als von einem: »und deinem Samen«, und dieser ist Christus. Das aber sage ich: Ein von Gott auf Christus hin zuvor bestätigtes Testament wird durch das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig gemacht, so dass die Verheißung aufgehoben würde.“ (Gal. 3:15-17).

Paulus vergleicht den Bund mit Abraham mit den Zehn Geboten, die etwa 430 Jahre später am Berg Sinai gegeben wurden. Paulus besteht darauf, inspiriert durch den Heiligen Geist, dass der Bund mit Abraham ein Bund mit Abraham und Christus war - nicht mit Abraham und Israel! Dann fügt er hinzu: „Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“ (Gal. 3:29).

Es ist daher klar, dass der Bund, den Gott mit Abraham machte der christliche Bund war, und das Gesetz lediglich ein Mittel dazu war ein gewisses Maß des Glaubens zu bewahren bis die rechte Zeit für Jesu Kommen da war. „Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.“ (Gal. 3:19).

Was ist mit dem Land Kanaan, welches den Nachkommen Abrahams versprochen wurde? Der Schreiber des Hebräerbriefs gibt uns ein wenig Einblick in die Art dieses Landes: „Diese alle sind im Glauben gestorben, ohne das Verheißene empfangen zu haben, sondern sie haben es nur von ferne gesehen und waren davon überzeugt, und haben es willkommen geheißen und bekannt, dass sie Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge sind auf Erden; denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen. Und hätten sie dabei jenes im Sinn gehabt, von dem sie ausgegangen waren, so hätten sie ja Gelegenheit gehabt, zurückzukehren; nun aber trachten sie nach einem besseren, nämlich einem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat Ihnen eine Stadt bereitet.“ (Hebr. 11:13-16). Das Land nach dem Abraham suchte war nicht das irdische Land Kanaan; es war das himmlische Land, das wir manchmal als „Himmel“ bezeichnen. Wir beziehen uns auf dieses Land, wenn wir singen: „Am stürmischen Ufer des Jordans stehe ich / und werfe einen sehnsüchtigen Blick / in Kanaans holdselige glückliche Land / wo meine Besitztümer sind“.


Der Bund den Gott mit Abraham schloss und sein Versprechen bezüglich des Landes zeigt Gottes Art des Umganges mit den Menschen. Er erfüllt die Zusagen in Bezug auf das Volk Israel oft auf eine physische Art und Weise; doch seine wahre Intention ist die geistliche Anwendung auf die Gemeinde. Die Gemeinde ist die wahre Stiftshütte; die physische Stiftshütte Israels war nur ein Schatten der kommenden Gemeinde (Hebr. 8:1-5). Christen sind die wahren Nachkommen Abrahams.

 

3. Wiederherstellung der Hütte Davids

Amos prophezeite im Jahre 750 v. Chr. den Wiederaufbau der Hütte Davids und die Rückkehr Israels in ihr Land (Amos 9:11-15). Prämillenaristen sehen diese Prophezeiung als die Wiederherstellung des Königreichs Davids und die Rückkehr der Nation Israel in das geografische Land Kanaan.

Diese Vorhersage aus Amos wird im Neuen Testamen in der Apostelgeschichte zitiert. Wie sahen die inspirierten Leiter der frühen christlichen Gemeinden diese Prophetie?

In Apostelgeschichte 15 wird von einer Konferenz, die in Jerusalem stattfand berichtet. Leiter der Gemeinde trafen sich, um über die Beziehung der Heidenchristen zu den Judenchristen wegen der Einhaltung des Gesetzes durch die Heidenchristen und deren Beschneidung zu diskutieren. Nachdem Männer wie Paulus sprachen und Petrus erklärte wie Gott ihm zeigte, dass Heiden von Gott angenommen werden können, hatte Jakobus, ein Ältester der Gemeinde in Jerusalem, das letzte Wort: „Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: »Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.« Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt.“ (Ap. 15:14-18).

Jakobus zitiert dieses Vorhersage von Amos als bereits erfüllt! Die Hütte Davids würde wiederhergestellt worden sein, bevor die Heiden gerettet werden können. Da die Gemeinde als die wahre Stiftshütte bezeichnet wird (Hebr. 8:1,2) und als der wahre Tempel Gottes (Eph. 2:12-23), ist klar, dass diese Prophezeiung des Amos sich auf die Gemeinde bezog. Die Gemeinde wurde im Jahr 30 n. Chr. am jüdischen Pfingstfest mit denen gegründet, die eine jüdische Herkunft hatten. Rund sieben Jahre später weitete sich die Errettung auf die Heiden aus, damit sich, in Übereinstimmung mit dem was durch den Propheten Joel gesagt wurde, erfüllen konnte : „Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden;“ (Joel 3:5; Ap. 2:21). Die Hütte Davids wurde am Pfingsttag 30 n. Chr. wieder aufgebaut, damit die übrigen Menschen den Herrn suchen.

 

4. Offenbarung 20:1-10

Die Frage ist nun: „Wenn alle Toten bei der zweiten Wiederkunft Christi auferstehen, was ist mit der ersten Auferstehung in Offenbarung 20:5,6 gemeint? Wenn die Gemeinde das Gottesreich (Königreich) ist und die Erfüllung der alttestamentlichen Prophetie, was ist dann mit den 1000 Jahren? Wenn Jesus kommt um Gericht zu halten und nicht um 1000 Jahre auf Erden zu regieren, was ist die Bedeutung von Offenbarung 20? Was bedeutet es, dass Satan 1000 Jahre gebunden ist und für eine kurze Weile losgelassen wird?

Lasst uns mit Offenbarung 20:6 anfangen. Es gibt einige Dinge in diesem Vers für die es eindeutige Aussagen in anderen Abschnitten des Neuen Testaments gibt, wir können hier beginnen und uns dann zurückarbeiten. Offenbarung 20:6 spricht über solche, über die „der zweite Tod keine Macht hat“. Jesus sagte, „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh. 5:24). Christen entsprechen gewiss dieser Kategorie, der Kategorie Menschen über die der zweite Tod (der die ewige Trennung von Gott ist) keine Macht mehr hat.

Johannes spricht dann im Weiteren von jenen, über die der zweite Tod keine Macht hat als von Priestern Gottes und Christi. „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum...“ (1. Petr. 2:9). „und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater...“ (Off. 1:6).

Jeder Christ ist nicht nur Priester, sondern auch König. Diese Schlussfolgerung kann aus 1. Petrus 2:9 wo alle Christen als königliches Priestertum bezeichnet werden und aus der Aussage, dass Christen gesalbt sind (1. Joh. 2:27), gezogen werden. In Epheser 2:4-6 wird klar gesagt: „Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet! – und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,...“. Achte auf die Zeitformen der Verben - Vergangenheitsform!! Christen wurden bereits mit Christus auf den Thron gesetzt! Christen leben und regieren mit Christus JETZT!

„Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1000 Jahre.“ (Off. 20:6). Es ist offensichtlich, dass Offenbarung 20:6 jene beschreibt, die Christen sind, die bereits Priester sind, die bereits mit Christus regieren und die bereits vom zweiten Tod befreit sind. Es ist bestätigt, dass diese bereits teilgenommen hatten an der Ersten Auferstehung.

Welcher Ersten Auferstehung haben sich Christen unterzogen, welche Nichtchristen nicht hatten? Was hat jeder Christ erlebt, was als „Erste Auferstehung“ bezeichnet werden könnte? Antwort: Das Eintauchen in Wasser (Anm. d. Ü.: Gemeint ist die bewusste Glaubenstaufe durch vollständiges Untertauchen, nachfolgend mit „Glaubenstaufe durch Untertauchen“ übersetzt)!

Doch lassen wir die Heilige Schrift für sich selbst sprechen: „da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mitauferweckt worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der Ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Kol. 2:12). „Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein;...“ (Röm. 6:4,5).

Die großartige Botschaft der Glaubenstaufe durch Untertauchen ist, dass der alte Mensch nicht nur gekreuzigt wurde, sondern ein neuer Mensch ist auferstanden - mit dem Vermögen wie Christus selbst zu sein (Röm 6:11)! So rettet uns die Glaubenstaufe durch Untertauchen durch die Auferstehung Christi (1. Petr. 3:21). (Mehr zu diesem Thema, siehe die gesamte Studie
„The New Creation“ - http://www.newcreationstudies.org/NewCreation/newcreat.htm).

Wenn wir festgestellt haben, dass die Glaubenstaufe durch Untertauchen die Erste Auferstehung ist, stellen wir die nächste logische Frage: Wann fand die erste Erste Auferstehung statt? Antwort: Am Pfingsttag 30 n. Chr.. Frage: Regieren jene, die zu diesem Zeitpunkt „auferstanden“ sind seit dem mit Christus - seit fast 2000 Jahren? Antwort: Ja. Frage: Bedeutet dies, dass die 1000 Jahre aus Offenbarung 20 nicht wörtlich 1000 Jahre sind, sondern sich auf das gesamte Zeitalter der Gemeinde beziehen? Antwort: Wir werden zu dieser Schlussfolgerung genötigt, oder nicht?

Frage: Muss Satan jetzt gebunden sein, wenn wir uns tatsächlich in den 1000 Jahren befinden? Ja, er muss gebunden sein. Frage: Wie ist er gebunden? Antwort: Das Wort gebunden bedeutet eingeschränkt oder inhaftiert zu sein, so wie Begrenzungen die Aktivitäten auf einem Fußballfeld oder Mauern den Aktionsradius der Inhaftierten einschränken. Satan ist definitiv gebunden. Judas schreibt „und dass er die Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrten, sondern ihre eigene Behausung verließen, für das Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter der Finsternis verwahrt hat;“ (Jud. 1:6). Sein Handeln ist durch Gott bis auf das Maß eingeschränkt wie es ihm erlaubt ist Christen zu versuchen. „Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so dass ihr sie ertragen könnt“ (1. Kor. 10:13). Eins der großartigsten Elemente der frohen Botschaft ist, dass wir befreit sind von der Sklaverei des Verderbens, obwohl die ganze Welt unter der Macht des Bösen liegt. Er, der in uns wohnt, ist größer als der, der in der Welt ist.

Frage: Spricht Offenbarung 20:5 von den Nichtchristen, die am Ende des Gemeindezeitalters zum Gericht auferstehen, wenn hier die übrigen Toten, die lebendig werden, erwähnt werden? Antwort: das ist richtig. Und ist dies nicht in Übereinstimmung mit der Lehre des Neuen Testaments hinsichtlich der Wiederkunft Jesu, dass alle Toten bei seiner Wiederkunft auferstehen werden und Er Gericht halten wird zu dieser Zeit? Höre gut zu, was Jesus zu Martha sprach, der Schwester Lazarus‘, den Jesus von den Toten auferweckte: „Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh. 11:25,26). Wir Christen werden leben, selbst wenn wir sterben, denn wir werden hervorgehen zur Auferstehung des Lebens (Joh. 5:29). Und wir Christen werden niemals sterben, denn wir sind vom Tod zum Leben hindurchgedrungen (Joh. 5:24). Nach einer Bedeutung werden wir leiblich auferstehen, wenn wir leiblich sterben; nach einer weiteren werden wir niemals sterben in dem Sinn, dass wir niemals unsere Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn verlieren, denn es ist besser außerhalb des Körper und in der Gegenwart des Herrn zu sein. Christen sind in gewissem Sinn bereits am Leben und auferstanden; Nichtchristen werden weder am Leben sein noch auferstehen in jeglichem Sinn bis Jesus sie aus ihren Gräbern ruft bei seinem Kommen.

Frage: Also diejenigen, die in Offenbarung 20:4 als die beschrieben werden, die lebendig werden und mit Christus regieren sind Christen, obwohl einige von Ihnen körperlich enthauptet wurden? Antwort: Ja. Jene, die sich weigern dem Kurs dieser Welt zu folgen kommen in ihrer Glaubenstaufe durch Untertauchen zum Leben und leben jenseits des Grabes weiter, wenn sie in diesem irdischen Leben überwinden.

Frage: Was ist mit dem Loslassen Satans für eine kurze Zeit am Ende der 1000 Jahre? Ich dachte die 1000 Jahre enden bei der Wiederkunft Christi; wo ist da Raum für das Loslassen Satans für eine kurze Zeit? Antwort: Das ist eine schwierige Frage, doch ich will mein Bestes geben um sie auf der Grundlage der Heiligen Schrift zu beantworten. Was ist das Heerlager der Heiligen und der geliebten Stadt in Offenbarung 20:9? Es ist nicht die Gemeinde, denn die Heilige Schrift klärt uns darüber auf, dass wir bereits zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes gekommen sind - dem himmlischen Jerusalem (Hebr. 12:22). Beim Loslassen Satans treten die Mächte des Bösen auf der Erde umfassend auf den Plan und kreisen die Gemeinde ein. Weil die Gemeinde nicht als an einem Ort seiend definiert werden kann, beschreibt das Umkreistsein das Ende der Fortentwicklung der Gemeinde - es ist für die Gemeinde einfach nicht mehr möglich, ihre Aufgabe die Verlorenen zu retten und zu suchen, fortzusetzen. Möglicherweise ist es das worüber Jesus spricht wenn er die Zustände bei seiner Rückkehr als wie in den Tagen Noahs (Matth. 24:37) sowie in den Tagen Sodoms und Gomorras (Luk. 17:28,29) beschreibt; und in Lukas 18: „...Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?“ (Luk. 18:8).

Zusammenfassung von Offenbarung 20:1-10: Dadurch, dass wir mit dem beginnen, was wir durch die klare Lehre des Neuen Testaments wissen, und das aufgearbeitet haben, was wir nicht wissen, haben wir folgendes herausgefunden:

  1. Christen sind Könige und Priester, die frei sind von der Macht des zweiten Todes; sie leben und regieren jetzt mit Christus.
  2. Die Erste Auferstehung ist verbunden mit der christlichen Glaubenstaufe durch Untertauchen. Wenn ein Mensch mit Christus in der Glaubenstaufe durch Untertauchen begraben wird, ist er zu einem neuen Leben auferstanden.
  3. Weil die erste Erste Auferstehung 30 n. Chr mit der Gründung der Gemeinde begann, sind wir innerhalb der 1000 Jahre. Die eintausend Jahre bezeichnen lediglich das gesamte Gemeindezeitalter.
  4. Satan ist während des Gemeindezeitalters gebunden (eingeschränkt).
  5. Zum Abschluss des Gemeindezeitalters wird sich Satan wieder austoben und die Gemeinde (das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt) wird nicht in der Lage sein Fortschritte zu machen. Zu dieser Zeit wird Jesus kommen und das Gericht einleiten.
  6. Die Nichtchristen werden bei der Rückkehr des Herrn zum Gericht auferstehen; die Körper der Christen werden zu diesem Zeitpunkt zum Leben auferstehen, obwohl sie in ihrer Glaubenstaufe durch Untertauchen auf der Erde vom Tod zum Leben hindurchgedrungen sind - sie wurden wiedergeboren.

 

5. Deutung von Matthäus 24

An diesem Punkt in unserer Studie angekommen, wird der Leser in der Lage sein, die meisten Verse der Heiligen Schrift, hinsichtlich der Wiederkunft des Herrn, zu ihrer korrekten Betrachtungsweise richtig einzuordnen. Jedoch sind noch zwei Themen übrig: 1. Der Antichrist, und 2. Die große Drangsal. Beide Themen klären sich durch ein Studium von Matthäus 24 im Zusammenhang mit den anderen synoptischen Evangelien Markus 13 und Lukas 21.

Als Jesus und seine Apostel eines Tages den Tempel verließen, begannen seine Jünger darauf hinzuweisen, wie schön und wunderbar die Tempelgebäude wären. Jesus antwortete und sagte Ihnen: „...Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird!“ (Matth. 24:2). Später befragten Ihn die Jünger im privaten Kreis bezüglich dieser Aussage.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Jünger Jesu zwei Fragen stellten: 1. Wann wird der Tempel zerstört; und 2. Was wird das Zeichen Deines Kommens und das Ende des Zeitalters sein? (Matt. 24:3). Viele, auch die Prämillenaristen, nehmen selbstredend an, dass Jesus anfängt von seiner Wiederkunft zu sprechen und ignorieren dabei die erste Frage zur Zerstörung des Tempels. Ein Vergleich mit Markus 13:4 und Lukas 21:7 deutet darauf hin, dass sogar die zweite Frage der Apostel eher mit den Zeichen hinsichtlich des Urteils über den Tempel und dem Ende des jüdischen Zeitalters zu tun hat, als mit seiner Wiederkunft am Ende der Welt.

Kriege und Kriegsgerüchte, Erdbeben, usw.: Immer, wenn ein großes Erdbeben geschieht oder ein Krieg droht, holen einige Prediger ihre Posaune heraus und blasen das Lied von der nun tatsächlich unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft des Herrn. Ich habe Prediger sagen gehört, dass das Lesen von Matthäus 24 wie das Lesen der Tageszeitung wäre - all die schlechten Nachrichten im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu sind in Matthäus 24:4-14 vorhergesagt (so sagen sie). Doch eine sorgfältige Untersuchung dieser Verse wird zeigen, dass diese Zeichen sich nicht auf die Wiederkunft des Herrn beziehen, sondern auf die Zerstörung des Tempels. Sogar, dass das Evangelium des Reiches auf der ganzen Welt gepredigt werden würde, bevor das Ende kommt (Vers 14), war vor der Zerstörung des Tempels erfüllt. Paulus schreibt: „um der Hoffnung willen, die euch aufbewahrt ist im Himmel, von der ihr zuvor gehört habt durch das Wort der Wahrheit des Evangeliums, das zu euch gekommen ist, wie es auch in der ganzen Welt [ist] und Frucht bringt,...“ (Kol. 1:5,6). Nochmals: „...des Evangeliums, ... das verkündigt worden ist in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, ...“ (Kol. 1:23). Und wiederum steht es geschrieben: „Aber ich frage: Haben sie es etwa nicht gehört? Doch, ja! »Ihr Schall ist ausgegangen über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises.«“ (Röm. 10:18). Es ist offenkundig und ohne Zweifel, dass zur Zeit als Paulus seine Briefe schrieb das Evangelium in die ganze Welt ausging. Vor der Zerstörung des Tempels 70 v. Chr. war das Wort Gottes bis ans Ende der Welt verkündet worden.

Der Greuel der Verwüstung: Jesus, wie es im Evangelium nach Matthäus geschrieben steht, warnt die Juden vor einer Zeit die Er bezeichnet als die Zeit, in der „der Greuel der Verwüstung“ im Heiligtum (im Tempel) stehen würde.

Was ist ein Greuel? Es ist so etwas wie ein Tabubruch; es ist so etwas wie das Trinken des „Weihwassers“ in der Katholischen Kirche. Ein Greuel ist etwas, dass aus strengsten religiösen Gründen verboten ist.

Der Greuel von dem Jesus sprach würde im Tempel stehen und Dinge verwüsten (verwaist, zerstört). Lukas beschreibt die Verwüstung mit diesen Begriffen: „Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist.“ (Luk. 21:20). Der Greuel der Verwüstung ist eine Armee, die Jerusalem belagern würde und die schließlich im Heiligtum des Tempels stehen (wo es keinem Heiden erlaubt war einzutreten nicht einmal den Menschen in Jerusalem außer den Priestern) und die Stadt und den Tempel verwüsten würde.

Um 69 n. Chr. belagerte die römische Armee unter Titus die Stadt Jerusalem. Nach einer langen Belagerung wurde Jerusalem eingenommen und die Stadt sowie der Tempel wurden vollständig dem Erdboden gleichgemacht und die meisten Einwohner wurden getötet. Dadurch wurden die Worte Jesu erfüllt: „...Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird!“ (Matth. 24:2). Hätten die Juden auf die Worte des großen Propheten gehört, hätten sie gewusst „dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinab, um etwas aus seinem Haus zu holen, und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen.“ (Matth. 24:16-18).

Die große Drangsal: Im Zusammenhang mit dem Kommen des Greuels, welches verwüstet, sagte Jesus: „Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschieht. Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird.“ (Matth. 24:20,21). Im Jahre 70 n. Chr. machten es sich die Römer zur Aufgabe, jeden Juden, den sie zu fassen bekamen schonungslos auszurotten. Hungersnot, Teuerung und das Schwert vernichteten die jüdische Nation; und nur jene, die sich irgendwo zerstreut hatten, überlebten die größte Drangsal, die je über das Angesicht der Erde gekommen war. Wie Jesus sagte: „Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.“ (Matth. 24:22).

Jesus hatte mehrfach vor der großen Drangsal gewarnt. In Matthäus 22,1-14 hatte er beschrieben wie die Juden es ablehnen würden in das Reich Gottes (die Gemeinde) zu kommen. Das Ergebnis ihrer Ablehnung: „Als der König das hörte, wurde er zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.“ (Matth. 22:7). In Matthäus 21:33-41 vergleicht Jesus das Himmelreich mit einem Weinberg. Als die Juden den Sohn des Besitzers töteten, würde der Besitzer: „...die Übeltäter auf üble Weise umbringen und den Weinberg anderen Weingärtnern verpachten, welche ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.“ (Matth. 21:41).


Der ganze Brief an die Hebräer wurde geschrieben, um die jüdischen Christen, die bereit waren in der großen Drangsal zu leiden, zu ermutigen. Das Thema des Briefes ist, die Überlegenheit des ganzen christlichen Systems gegenüber dem jüdischen System aufzuzeigen und die hebräischen Christen zu ermutigen, an die hohe Priesterschaft Christi und seine wahre Stiftshütte zu glauben, anstatt dem hinfällig gewordenen alten Bund welcher „bald verschwinden“ (Hebr. 8:13) würde.

Falsche Christusse und die Rückkehr des Wahren: Mit Beginn der großen Drangsal war die einzige Hoffnung welche die jüdische Nation noch hatte, das Kommen des lange ersehnten Messias. Das Problem war natürlich, dass der Messias bereits etwa 40 Jahre zuvor gekommen war und sie Ihn verworfen hatten. Doch viele falsche Messiasse würden in dieser Zeit der Drangsal aufkommen und die hoffnungslosen Juden würden Ihnen in die Vernichtung folgen. Jesus sagte: „Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.“ (Joh. 5:43).

Tausende Christen - gestürzt in diese Serie von Ereignissen -, die bereits an das erste Kommen des Messias und an seine unmittelbare Rückkehr glaubten, hatten ein schwieriges Problem. Es gab Gerüchte „»Siehe, er ist in der Wüste!« ... »Siehe, er ist in den Kammern!«,...“ (Matth. 24:26). Doch über Jesu Rückkehr sagte Er selbst: „Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ (Matth. 24:27).

Die baldige Rückkehr Christi wird für die Christen besonders betont, die durch die Drangsal hindurch gehen: „Bald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Windrichtungen her, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.“ (Matth. 24:29-31).

Das Vergehen „dieser Generation“: Jesu Aufmerksamkeit konzentriert sich auf die Ereignisse rund um die Zerstörung des Tempels. Gleichwohl spricht er von seiner Wiederkunft in dem Bestreben, sicher zu stellen, dass jene, die durch die große Drangsal gehen nicht durch falsche Lehren über die Rückkehr des Messias irregeleitet werden. Im Zusammenhang mit der Zerstörung des Tempels und Jerusalems benutzt Jesus das Gleichnis vom Feigenbaum.

„Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass er nahe vor der Türe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.“ (Matth. 24:32-34).

Es gibt keine Zeichen der Wiederkunft Christi. Er kommt wie ein Dieb in der Nacht. Doch es gab Anzeichen zur Zerstörung des Tempels und auf diese nimmt Jesus im Gleichnis vom Feigenbaum Bezug.

In Vers 33 geben viele Übersetzungen einen Teilabschnitt mit „er ist nahe vor der Tür“ wieder. Eine Untersuchung der griechischen Sprache in der diese Schriftstelle verfasst wurde, zeigt, dass eher mit „es“ als mir „er“ übersetzt werden sollte. Die meisten Übersetzer nehmen an, dass diese Passage der Heiligen Schrift eher von der Wiederkunft Christi spricht, als von der Zerstörung des Tempels und geben ihre Lesart entsprechend wieder.

Die Generation (Anm. d. Ü.: in deutschsprachigen Bibeln wird diese Wort oft mit „Geschlecht“ übersetzt, siehe oben) auf die Jesus sich bezieht ist die, welche zu Seiner Zeit lebt, und alles hinsichtlich der Zerstörung des Tempels und Jerusalems würde geschehen, bevor diese Generation stirbt.

Die Zeit der Wiederkunft: Nachdem Jesus die erste Frage der Apostel zur Zerstörung des Tempels beantwortet hatte, beantwortet er die zweite Frage: „...und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?“ (Matth. 24:3). Er nutzt die Tatsache, dass die Generation zu der Er spricht vergehen wird, als Ausgangspunkt, dann sagt Er, dass auch der Himmel und die Erde vergehen werden, „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ (Matth. 24:35). Es ist für Jesus typisch, Er stellt oft dem Zeitlichen das Ewige gegenüber um die Aufmerksamkeit auf das Ewige zu lenken; und das ist die Methode, die Er hier anwendet.

Dann sagte Er über das Vergehen von Himmel und Erde, „Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.“ (Matth. 24:36). Wann kommt der Herr wieder? Die Antwort ist klar - niemand weiß es - selbst Jesus nicht. Und Jesus zeigt durch ein Beispiel das nun folgt, es gibt keine Zeichen in Bezug auf seine Wiederkunft.

Wie in den Tagen Noahs: „Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte (Anm. d. Ü.: tatsächlich steht an dieser Stelle für „dahinraffte“ im Griechischen das Wort „Eren“ das mit Aufnehmen o. Annehmen - wie in einigen deutschen Bibel, z.B. das Konkordante Neue Testament - übersetzt werden kann), so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ (Matth. 24:37-39).

Es gibt einiges in dieser Schriftstelle das leicht übersehen wird. Lass mich dies dadurch zeigen, dass ich einige Fragen stelle. Wen nahm die Flut in den Tagen Noahs hinfort? Antwort: Alle Ungerechten. Wer blieb übrig? Noah und seine Familie. So wird es beim Kommen des Menschensohnes sein. „Dann werden zwei auf dem Feld sein; der eine wird genommen, und der andere wird zurückgelassen. Zwei werden auf der Mühle mahlen; die eine wird genommen, und die andere wird zurückgelassen.“ (Matth. 24:40,41). Wer wird genommen und wer wird übrig bleiben? Antwort: Wie es in den Tagen Noahs war, der Ungerechte wird genommen und der Gerechte wird zurückgelassen bleiben!

Prämillenaristen lehren, dass die Gerechten - Die Heiligen der Gemeinde - bei der Entrückung von der Erde genommen werden und die Ungerechten zurückbleiben. Doch die gesamten Schriften des Neuen Testaments stellen übereinstimmend heraus, die Ungerechten werden weggenommen und die Gerechten bleiben übrig. „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus seinem Reich sammeln und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Matth. 13:41-43). Alle Gleichnisse über das Königreich stimmen in dieser Darstellung der Ereignisse überein.

Selbst in der Beschreibung der Wiederkunft im 1. Brief an die Thessalonicher wird der Gedanke, dass die Ungerechten weggenommen werden und die Gerechten übrig bleiben scharfsinnig zur Sprache gebracht: „denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit Ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ (1. Thess. 4:14,17). Paulus hatte den Vergleich der in Christus gestorbenen zu den lebenden Christen bei der Wiederkunft des Herrn im Blick, und stellt heraus, dass die in Christus gestorbenen vor den lebenden Christen auferstehen werden. Doch er beschreibt die lebenden Christen als die, welche leben und übrigbleiben“! Die lebenden Nichtchristen werden zuerst weggenommen, die lebenden Christen bleiben zurück wie in Matthäus beschrieben.

Es wird keine Anzeichen zur Wiederkunft des Herrn geben. Die Menschen werden essen und trinken, heiraten und verheiraten, alles wird sein wie gehabt bei der Rückkehr des Herrn und sie werden alle fortgerissen. Das einzige Anzeichen wird sein, dass die Boten Gottes sie warnen „Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen.“ (2. Petr. 3:10).

Zusammenfassung von Matthäus 24: Die Jünger stellten Jesus zwei Fragen: 1. Wann würde der Tempel sowie Jerusalem zerstört? Und 2. Was würde das Zeichen des Kommens Jesu und das Ende des Zeitalters sein?

In Matthäus 24:1-34 beantwortet Jesus die erste Frage. Vor der Zerstörung Jerusalems würden Krieg und Kriegsgerüchte sein, Hungersnöte, Erdbeben, usw., und die frohe Botschaft vom Reich Gottes würde in der ganzen Welt vor der Zerstörung gepredigt worden sein. Dann würden die Armeen (Roms) die Stadt belagern und anschließend verwüsten sowie im Heiligtum des Tempels stehen. Die in Judäa waren sollten in die Berge fliehen, wegen der großen Drangsal, die über die jüdische Nation kommen würde, die schlimmste, die je war und je sein würde (dies geschah im Jahr 70 n. Chr.). Zu dieser Zeit sollten sie die Hoffnung nicht aufgeben, sich nicht in die Irre leiten lassen durch falsche Christusse oder durch falsche Hoffnungen bezüglich der Rückkehr Jesu. Wenn Er zurück käme würde es für die ganze Welt unübersehbar sein. Doch Seine Generation würde nicht sterben, bevor die Ereignisse hinsichtlich Jerusalem und dem Tempel geschehen würden.

Dann in Vers 35-51 beantwortet Jesus die zweite Frage. In Bezug auf das Vergehen des Himmels und der Erde - dem Tag der Rückkehr des Herrn - würde es kein Zeichen geben. So wie es in den Tagen Noahs war, würden die vor dem Ereignis vorgewarnt und vorbereitet sein, die der verkündeten Botschaft zuhörten und glaubten. Diejenigen, die sich weigerten zu zuhören oder zu glauben, würden unvorbereitet sein. So wie die Ungerechten in den Tagen Noahs genommen wurden und die Gerechten übrig blieben, wird es auch beim Kommen des Menschensohnes sein - Nichtchristen werden hinweggenommen werden und Christen werden übrig bleiben. Diese Christen sind gewarnt, vorbereitet zu sein für sein Kommen wie ein Dieb in der Nacht.

 

6. Der Antichrist

Prämillenaristen glauben für gewöhnlich, dass eine Person kommen und sich auf den Thron im Tempel in Jerusalem setzen wird, der in der Heiligen Schrift Antichrist genannt wird, wenngleich Pentecost in seinem Buch „Things To Be Come“ wie weiter oben bereits erwähnt, dazu neigt, an etwas zu glauben, was er eine antichristliche Philosophie nennt. Der Prämillenarismus lehrt für gewöhnlich, dass die große Drangsal geschehen wird, nachdem die Gemeinde von dieser Erde in der „Entrückung“ hinweg genommen wurde und, dass während der Drangsalszeit, die der „Entrückung“ folgt, der Antichrist über die Erde von Jerusalem aus herrschen wird. Das ist der Grund, warum viele glauben, dass der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut werden muss, damit der Antichrist einen Tempel vorfindet von dem aus er herrschen kann, wenn er kommt.

Der Antichrist wird üblicherweise als Greuel der Verwüstung, wie in Daniel prophezeit und in Matthäus 24 zitiert, gedacht. Diese Auffassung setzt auf die Lehre Paulus‘ in 2. Thessalonicher 2:12 auf, wo der Mensch der Gesetzlosigkeit seinen Sitz im Tempel Gottes nimmt und auf Offenbarung 13:11-18, wo das zweite Tier die Zahl „666“ trägt.

Das ganze Konzept des Antichristen ist wegen der unrichtigen Vorstellung von der großen Drangsal von Grund auf falsch. Was Jesus als „große Drangsal“ bezeichnete, geschah im Jahre 70 n. Chr. durch die Zerstörung des Tempels (Anm. d. Ü.: und Jerusalems). Es ist kein Zukünftiges Ereignis. Der physische Tempel in Jerusalem ist bedeutungslos. Der Tempel des Neuen Testaments ist die Gemeinde.

Also, was ist der Antichrist? „Kinder“ sagt der Apostel Johannes „es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, dass sie alle nicht von uns sind. Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wißt alles. Ich habe euch nicht geschrieben, als ob ihr die Wahrheit nicht kennen würdet, sondern weil ihr sie kennt und weil keine Lüge aus der Wahrheit ist. Wer ist der Lügner, wenn nicht der, welcher leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet.“ (1. Joh. 2:18-22).

Die Heilige Schrift spricht nicht von „dem Antichristen“. Selbst zu Johannes Zeit, die als die „letzte Stunde“ bezeichnet wird, traten mehrere Antichristen mit dem Merkmal auf, dass sie aus der Gemeinde selbst ausgingen! Sie leugneten letztlich, das Jesus der Christus war. Das ist der Antichrist.

„Geliebte“ sagt der betagte Apostel an anderer Stelle, „glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist nicht aus Gott. Und das ist der [Geist] des Antichristen, von dem ihr gehört habt, dass er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt.“ (1. Joh. 4:1-3). Dies bezieht sich auf die Irrlehre, dass Jesus nie einen stofflichen Körper angenommen hat, d. h. er kam nicht ins Fleisch. Diese Irrlehre ist der Antichrist.

„Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen“ informiert uns Johannes in seinem zweiten Brief „die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist – das ist der Verführer und der Antichrist.“ (2. Joh. 1:7). Nochmal, der Antichrist ist der Hinweis auf eine falsche Lehre über die Natur Jesu und nicht der Verweis auf irgendeine spezielle Person in der Zukunft.

Die antichristliche Philosophie ist heutzutage überall um uns herum. Halte nach Ihr Ausschau, doch gib darauf acht, nicht in die Falle zu tappen, auf den Wiederaufbau des physischen Tempels in Jerusalem zu warten, als den Ort des Kommens des Antichristen.

 

7. Das irdische Volk Israel nach seiner genetischen Abstammung

Einer der Kardinalpunkte des Prämillenarismus ist, dass das irdische Volk Israel genetischer Abstammung Gottes auserwähltes Volk ist. Auch viele Nicht-Prämillenaristen warten auf eine Massenbekehrung der zur Zeit lebenden Juden, kurz vor der Wiederkunft Jesu. Wie ist das Verhältnis des heutigen Israels und Jerusalems zu Gott?

Wegen der Ablehnung Christi durch die Juden verwarf Gott dieselben. Jesus sagte: „Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt.“ (Matth. 21,43). In einem stufenweisen Prozess, der sich in der Apostelgeschichte fortsetzt, richtet sich das Evangelium zunehmend speziell an die Heiden, das von Beginn an eigentlich zunächst an die Juden gerichtet war. „Ich sage euch aber: Viele werden kommen vom Osten und vom Westen und werden im Reich der Himmel mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen, aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“ (Matth 8:11,12). Die Heiden, als die aus von Osten und Westen her kommend beschrieben, würden ins Himmelreich eingehen; Aber die Söhne des Reiches, die Juden, würden stattdessen in die äußerste Finsternis geworfen werden.

Apostel Paulus beschreibt die schlimme Lage der Juden in Römer 9, 10 und 11. Die Juden verwarfen Christus nicht nur, sondern wurden auch gewalttätige Verfolger der Christen. Dessen ungeachtet sagte der Apostel Paulus: „Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne!“ (Röm. 11:1). Was meinte Paulus damit in Hinblick auf Jesu Aussage über das weggenommene Königreich und das Geworfensein in die äußerste Finsternis, Hat Gott sein Volk doch nicht verstoßen?

Paulus macht stets deutlich, wie sehr er sich persönlich um die Juden sorgt. Er brachte das Evangelium immer zuerst zu den Juden und dann erst zu den „Griechen“ [Ein Ausdruck für die Heiden]. Er stellte besonders heraus, dass er sich über die Juden große Sorgen machte. Er wünschte sich selbst von Gott getrennt zu sein, damit seine „Verwandten nach dem Fleisch“ (Röm. 9:3) gerettet werden könnten. Er erklärte auch, dass alle diese Dinge zu Israel gehören: Die Adoption als Kinder, der Bund, der Empfang des Gesetzes, die Verheißungen usw. Doch als Paulus dies tat, legte er auch aus, „...Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel“ (Röm. 9:6). Das Israel das er als gerettet bezeichnet sind die Juden, die Christus folgen; über die übrigen sagt er: „ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit!“ (Röm. 11:10). Die Juden, die das wahre Israel wurden (Anm. d. Ü.: Teil des wahren Israels!), waren „...ein Überrest...“ (Röm. 11:5).

Der Apostel erwähnt den gleichen Eckpunkt in seinem Brief an die Gemeinden der römischen Provinz Galatien. Er vergleicht das irdische Volk Israel genetischer Abstammung mit Ismael, Abrahams Sohn mit seiner Magd Hagar; und er vergleicht die Gemeinde, das geistliche Israel mit Isaak, Abrahams Sohn mit seiner Frau Sarah. Er schreibt: „Was aber sagt die Schrift? »Treibe die Magd hinaus und ihren Sohn! Denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien«. So sind wir also, Brüder, nicht Kinder der [leibeigenen] Magd, sondern der Freien.“ (Gal. 4:30,31). So wie einst Ismael weggeschickt wurde („hinausgeworfen“), so dass er nicht in Rivalität liegt mit Isaak, so wurde auch das irdische Volk Israel aus der Gemeinschaft mit Gott weggeschickt, damit sie nicht in Rivalität mit der Gemeinde steht.

Gott gab der irdischen Nation Israel 40 Jahre lang Zeit, den Messias zu erkennen. Wie bereits oben erwähnt, war die Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n. Chr. ein „letzter verzweifelter Versuch“ Gottes, die Juden zu erreichen. Diejenigen, die Christus verwarfen, wurden aus Gottes Volk ausgeschlossen. So sagte Petrus: „Denn Mose hat zu den Vätern gesagt: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; auf Ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird«. Und es wird geschehen: Jede Seele, die nicht auf diesen Propheten hören wird, soll vertilgt werden aus dem Volk.“ (Apg. 3:22,23). Das Ende des Tempels, das Ende des Opferdienstes und das Ende der Priesterschaft [Es geschah auf der Grundlage der Priesterschaft, dass sie das Gesetz empfingen - Hebr. 7:11] signalisierten das völlige Ende Israels, wie es durch die Propheten des Alten Testaments vorhergesagt wurde. Es zeigte Ihnen an, dass sie den Messias verpasst hatten.

„...Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor ersehen hat!!..." (Röm. 11:1,2). Paulus weist auf sich selbst als Beispiel hin. Er war zunächst ungehorsam, ein brutaler Verfolger. Dann wurde er zu einem einflussreichen Apostel. Die Juden, so auch Paulus, waren zum Teil hartgesotten und verfolgten die Gemeinde als die Fülle der Heiden sich ihr anschlossen. Doch diejenigen Juden, die aufrichtig genug waren und verstanden, bekehrten sich zu Christus, als Gott die große Drangsal in aufeinanderfolgenden immer schlimmer werdenden Abschnitten über die Juden brachte, wodurch ganz Israel [das wahre Israel - Nicht das genetischer Abstammung - der Überrest] gerettet wurde.

Das derzeitige irdische Volk Israel, bedeutet für Gott nicht mehr oder weniger als Saudi Arabien, Russland, China oder die USA. Es gibt keinen besondern Plan für Israel. Die Menschen sind verloren genauso wie die Menschen anderer Nationen verloren sind, sie müssen dringend das Evangelium hören, so wie es im Neuen Testament dargelegt, verkündet und erklärt ist.

 

8. Einige allgemeine Anmerkungen

Wir haben in diesem Abschnitt nicht versucht jeden Unterpunkt der von Prämillenaristen vorgetragen wird, zu widerlegen - es würde ein ziemlich großes Buch erfordern, dies zu tun. Wir haben eher ein generelles Fundament der biblischen Prinzipien zur Auslegung aufgezeigt. Sie zeigen, dass man das Alte Testament durch die Augen der inspirierten Autoren des Neuen Testaments betrachten muss, um es richtig zu verstehen. Mit diesem Ausgangspunkt zeigten wir, dass der Bund mit Abraham ein Bund mit Abraham und Christus war und nicht mit Abraham und dem Volk Israel. Das Land, welches Christus versprochen worden war, war nicht das geografische Land Kanaan, sondern das versprochene himmlische Land. Wir haben als nächstes festgestellt, dass die Gemeinde tatsächlich im Alten Testament prophetisch angekündigt wurde und entstehen musste, bevor die Heiden errettet werden konnten, wie es durch Amos prophezeit worden war.

Nachdem wir die Sachverhalte des Alten Testaments genau betrachtet hatten, versuchten wir die Lehren des Neuen Testaments zu verstehen. Wir zeigten, dass sich in Offenbarung 20 die Erste Auferstehung auf die christliche Glaubenstaufe durch Untertauchen bezieht, und das Christen in Wirklichkeit schon jetzt mit Christus leben und regieren. Von da her sind wir in der Lage festzustellen, dass die 1000 Jahre das gesamte Zeitalter der Gemeinde ist. Während dieses Zeitraumes ist Satan, in dem was er Christen antun kann, eingeschränkt. Durch Matthäus 24 haben wir herausgefunden, dass das, was viele als das noch ausstehende Kommen des Antichristen betrachten tatsächlich die römische Armee im Jahre 70 n. Chr. war. Die von vielen erwartete große Drangsal war die Zerstörung des Tempels durch die römische Armee unter der Führung von Titus.

Es ist klar, dass die grundlegenden Lehren hinsichtlich der Wiederkunft Christi wie sie in dem ersten Abschnitt dieser Studie betont wurden bestehen bleiben:

  1. Jesus kommt bald.
  2. Er kommt in den Wolken und jedes Auge wird Ihn sehen.
  3. Niemand kennt den Tag oder die Stunde seines Kommens, Er wird kommen wie ein Dieb in der Nacht.
  4. Bei seinem Kommen werden alle Toten (Christen und Nichtchristen) auferstehen.
  5. Der gegenwärtige Himmel und die Erde werden bei seinem Kommen durch Feuer zerstört.
  6. Das Gericht wird bei seinem Kommen seinen Anfang nehmen.

Es ist also aus der genauen Betrachtung des Neuen Testaments klar, dass der Tag des Herrn in der Tat dem Wortsinn nach ein Tag ist (anstatt ein vergeistlichter Tag, wie ihn Prämillenaristen sich wünschen), und die Stunde der Auferstehung für alle, die in den Gräbern sind, ist wörtlich eine Stunde (und nicht mit einer 1000 jährigen Lücke wie im Prämillenarismus). Auf der anderen Seite wird klar, dass die 1000 Jahre aus der Offenbarung nicht wörtlich 1000 Jahre sind, sondern sich stattdessen auf eine lange Zeitspanne beziehen. Und der Begriff Israel bezieht sich ganz klar, von seiner Verwendung im Neuen Testament her, auf die Gemeinde und der Begriff Same Abrahams auf Christus und durch Ihn auf solche, die zu Ihm gehören.

Die nachteiligen Auswirkungen des Prämillenarismus bezüglich der Wiederkunft Christi sind nicht so gravierend wie auf anderen Gebieten - Christus kommt und es ist wichtig bereit zu sein. Doch der Prämillenarismus bewirkt auch folgendes:

  1. Er leugnet die Braut des Herrn Jesus und die Herrlichkeit, die rechtmäßig zu ihr gehört. Der Prämillenarismus besagt, dass die Gemeinde lediglich eine Lücke ausfüllt, bis Gott seinen Plan mit Israel wieder in Schwung bringen kann. Die Heilige Schrift macht deutlich, Israel war eine Überbrückung und die Gemeinde war Gottes Ziel und Plan von Anfang an.
  2. Der Prämillenarismus macht aus den alttestamentlichen Prophezeiungen ein versiegeltes Buch. Petrus sagte, dass die durch die Propheten vorhergesagte Gnade der Gemeinde zuteil geworden ist (1. Petr. 1:10-12); Prämillenaristen möchten alle diese Prophezeiungen eher auf Israel als auf die Gemeinde anwenden. Deshalb betrachten Prämillenaristen alle diese Prophezeiungen als noch nicht erfüllt, obwohl sie sich in Wirklichkeit schon jetzt in der Gemeinde erfüllt haben.
  3. Der Prämillenarismus bringt das Prinzip des neuen Bundes komplett durcheinander. Die wörtliche Methode wie sie vom Prämillenarismus erzwungen wird (um die Heilige Schrift für dieses System passend zu machen), nötigt zu der Aussage, dass der neue Bund noch nicht wirksam ist, weil Gott den Bund mit dem Haus Israel und dem Haus Juda schloss (Jer. 31:31). Doch in Übereinstimmung mit dem Neuen Testament wurde der neue Bund mit dem Tod Christi wirksam (Hebr. 9:16,17), und wir leben nun und werden regiert unter den Bedingungen des Neuen Testaments von Christus.
  4. Der Prämillenarismus bringt viele Lehren Jesu im Neuen Testament durcheinander. Vieles was Jesus sagte bezog sich auf das Reich Gottes welches nach der Bibel die Gemeinde ist. Doch der Prämillenarismus überträgt diese Aussagen auf die 1000 jährige Herrschaft Christi, die in ihrem Kontext noch nicht da ist. Doch die Lehren Jesu gelten für die Gemeinde und sind sehr wichtig für unser Verständnis SEINES Willens.
  5. Der Prämillenarismus verneint die Bedeutung der Neuen Kreatur. Die Heilige Schrift macht deutlich, dass der Zweck des Sterbens Jesu am Kreuz der war, dass der Heilige Geist zu den Heiden kommen konnte (Gal. 3:13,14). Der Heilige Geist ist das Versprechen von dem in vielen Schriftstellen gesprochen wurde (Apg. 2:38,39; Gal. 3,22; Hebr. 11:39,40, usw.), und er ist das Mittel durch das wir eine neue Schöpfung werden (2. Kor. 5:17). Doch der Prämillenarismus lehrt, dass das Zeitalter des Heilige Geistes, das Gemeindezeitalter nur etwas zeitlich Begrenztes ist und ein viel größeres Zeitalter, welches jetzt noch nicht da ist, kommt, nämlich das Millenium. Das sagt letztendlich aus, es gäbe da etwas Größeres als die neue Schöpfung.
  6. Der Prämillenarismus verleugnet die Bedeutung der christlichen Art der Anbetung und des Gottesdienstes. Prämillenaristen werden durch ihre Art der Auslegung gezwungen zu behaupten, dass während des Milleniums wieder Tieropfer im Tempel eingeführt werden. Dies verneint die „neue lebendige Art“ in der Christen Gott mit reinem Gewissen im Geist anbeten.

Biblischer Zeitrahmen

 

D. Zusammenfassung der Prüfung des Prämillenarismus

Der Prämillenarismus beruht auf einer falschen Methode zur Auslegung der Bibel. Der Bund den Gott mit Abraham schloss, war der christliche Bund. Der Tempel, der im Alten Testament angekündigt wurde, ist die christliche Gemeinde. Christen haben die Erste Auferstehung bereits in der christlichen Glaubenstaufe durch Untertauchen erlebt und regieren mit Christus schon jetzt während der 1000 Jahre. Wenn Jesus wiederkommt, kommt er um die Welt zu richten und nicht um sein Reich aufzurichten.

 

III. Die Auswirkungen der Wiederkunft auf das Leben der Christen

 
A. Einführung

Die Tatsache, dass Jesus bald wiederkommt um Gericht über alle Gottlosen zu halten und die Gerechten zu belohnen, sollte uns außerordentlich motivieren. Es sind viele Abschnitte in der Heiligen Schrift der Wirkung gewidmet, welche die Wiederkunft Christi auf unser Leben haben sollte.

 

B. Seid wachsam, seid vorbereitet

Als Jesus seine Jünger hinsichtlich seiner Wiederkunft warnt, sagte Er, „So wacht nun, da ihr nicht wißt, in welcher Stunde euer Herr kommt!“ (Matth. 24:42). Um die Unbestimmtheit des Zeitpunktes zu veranschaulichen, erzählte Jesus einige Gleichnisse.

Das erste Gleichnis handelt von seinem Kommen wie ein Dieb in der Nacht: „Das aber erkennt: Wenn der Hausherr wüsste, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“ (Matth. 24:43,44).

Das Gleichnis, das davor warnt, die Hoffnung aufzugeben. Jesus beschreibt einen guten Knecht, der verantwortlich über den Haushalt seines Herrn gesetzt war. Wenn dieser Knecht treu seine Pflichten bei der Rückkehr seines Herrn erfüllt, würde er über den gesamten Besitz des Herrn gesetzt werden. „Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! und anfängt, die Mitknechte zu schlagen und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken, so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird Ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.“ (Matth. 24:48-51).

Jesus erzählt das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen, die auf die Rückkehr des Bräutigams warten. Die klugen Jungfrauen stellen sicher, dass sie ausreichend Öl für ihre Lampen haben, bis ihr Herr wiederkommt; Die törichten hoffen mit einem Minimum an Öl über die Runden zu kommen. Die törichten Jungfrauen hatten nicht genug und waren außerstande für den Bräutigam bereit zu sein. Die Botschaft für uns ist: „Darum wacht! Denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird“ (Matth. 25:13).

Jesus erzählt auch das Gleichnis von den Talenten. Einem Knecht wurden fünf Talente Silber oder Gold gegeben, einem anderen wurden zwei Talente und einem weiteren ein Talent geben. Diejenigen Knechte, die fünf bzw. zwei Talente bekommen hatten, nutzten das Geld um es für den Herrn zu vermehren, der dritte Knecht vergrub es in der Erde. Als der Herr zurückkehrte, lobte er die zwei, die das Geld klug zur Ehre des Königs genutzt hatten, doch zu dem dritten Knecht, der das eine Talent vergraben hatte, sagte der Herr: „...Du böser und fauler Knecht!“ (Matth. 25:26). Die treuen Knechte gingen ein in die Freude ihres Herrn, doch der andere wurde in die äußerste Finsternis geworfen. Die Botschaft ist; Sei ein guter Verwalter der Zeit, des Geldes, der Kraft und der Fähigkeiten, die Gott dir gegeben hat. Wir werden über die Verwendung dieser Gaben bei der Rückkehr des Herrn Rechenschaft ablegen müssen.

Schließlich erzählt Jesus von der Rückkehr des Königs, der die Schafe von den Böcken trennt. Die Schafe waren die, welche die Hungrigen speisten, den Durstigen zu trinken gaben, die Kranken und Gefangenen besuchten. Die Böcke waren jene, die nicht so handelten. Bei dieser Aufteilung gingen die Schafe in das ewige Leben; die Böcke aber in die ewige Strafe. Die Botschaft ist: Beschäftige dich damit, Gutes für andere zu tun, zu diesem Zweck sind wir wiedergeboren worden, und wir müssen nicht nur Hörer sondern Täter des Wortes sein (Matth 25:31-46).

Diese Gleichnisse, die uns Jesus über sein Wiederkommen mittgeteilt hat, müssen uns dazu veranlassen, Ihn jederzeit zu erwarten. Wir müssen aktiv darin eingebunden sein, sein Werk zu tun. Wir müssen zu Seiner Verherrlichung unsere Zeit und Energie dafür aufwenden, anderen zu dienen.

 

C. Seid heilig

Heiligkeit oder Heiligung ist die Folgewirkung, ganz für Gottes Ziele und Absichten bestimmt zu sein. Im Alten Testament war es beispielsweise nur erlaubt heilige bzw. geweihte Gefäße beim Darbringen der Opfer zu verwenden. Darüber hinaus durften diese geweihten Geräte nur für religiöse Zeremonien benutzt werden, niemals für den alltäglichen Gebrauch. Im Neuen Testament sind Christen heilig - Sie sind allein für Gottes Gebrauch bestimmt. Die bevorstehende Wiederkunft des Herrn sollte uns dazu veranlassen, heilig zu sein.

„Geliebte,“ sagt der Apostel Johannes, „wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden Ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf Ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.“ (1. Joh. 3:2,3).

Wir können einen Test, unserer Geistlichkeit durchführen, wir können unser Christsein prüfen. Der Test geht folgendermaßen: Wenn wir wirklich unsere Hoffnung auf seine herrliche Wiederkunft setzen, sind wir in dem Prozess uns selbst zu reinigen. Wenn wir uns nicht selbst reinigen, haben wir unsere Hoffnung in Wirklichkeit nicht auf seine Wiederkunft gesetzt. Und erinnere Dich daran, Er kommt für diejenigen, die Ihn „sehnlich“ erwarten (Hebr. 9:28).

Weltlicher Besitz, der Wunsch für die Familie das Essen auf den Tisch zu bringen, gesellschaftlicher Druck und viele weitere Dinge dieser Welt, oft in Kombination, halten Christen davon ab, so heilig zu sein und so für Gott engagiert zu sein, wie sie es sein sollten. Petrus beschreibt die Vernichtung des stofflichen Universums und fordert uns auf: „Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden!“ (2. Petr. 3:11,12). Berechtigte Frage: Was für Menschen sollten wir sein? Die Antwort lautet offensichtlich, dass wir heilig und gottesfürchtig sein sollten, weil alle Dinge, die uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen und unser Leben bequemer machen, verbrennen werden.

Paulus belehrt uns: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.“ (Tit. 2:11-14). Wir müssen sorgfältig die Worte „sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen“ beachten. Das scheint der Fluch des gegenwärtigen Zeitalters zu sein und das, was uns von der brennenden Hingabe an Jesus und seiner Gemeinde abhält. Noch einmal, wir sind darüber belehrt, dass unsere Heiligkeit mit unserem sehnlichen Erwarten, mit der gesegneten Hoffnung auf das Erscheinen unseres Heilands zu tun hat.

Die Wiederkunft des Herrn Jesus sollte unsere Aufmerksamkeit eher auf das Ewige als auf diese Welt lenken. Wir sind dazu angehalten, uns unseren weltlichen Begierden zu verweigern und als besondere Menschen zu leben, da dieses Universum verglühen wird. Der Test, ob wir wirklich auf die Wiederkunft des Herrn hoffen, ist, ob wir ein heiliges, reines Leben führen. Wenn wir dies nicht tun, haben wir unsere Hoffnung nicht wirklich auf Ihn gesetzt.

 

D. Erfülle beständig Gottes Willen und du wirst belohnt werden

Menschen werden durch „Anreize“ veranlasst etwas zu tun. Von Kindesbeinen an werden uns Anreize angeboten artig zu sein, unsere Zimmer aufzuräumen usw. Weil Anreize wirken, werden sie zweifach verwendet, für Positives und für Negatives.

Welche Anreize bietet uns Gott an? Er sagt uns: „dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus,“ (1. Tim 6:14). Doch mit welchen Anreizen arbeitet Er, uns anzuspornen die Gebote zu befolgen?

Paulus schrieb: „Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.“ (2. Tim 4:6-8). Paulus wusste, wo er mit Gott steht. Er wusste, dass er sein Rennen gemacht und sich für die Krone der Gerechtigkeit qualifiziert hatte. Und er erwartete seine Belohnung zu erhalten. Dieselbe Belohnung kann jeder von uns erhalten, wenn er den guten Kampf kämpft, den Glauben bewahrt und den Lauf vollendet. Wenn wir wirklich sein Erscheinen lieben; unser Verhalten macht es deutlich; wird uns die großartigste Belohnung garantiert.

Doch für diejenigen, die nicht versuchen so zu leben, wie sie sollten, die nicht auf die Anreize positiv reagieren, gibt es auch eine negative Seite: „Das ist das Entscheidende, meine lieben Kinder: Bleibt in Christus! Wenn wir mit ihm verbunden bleiben, werden wir bei seinem Erscheinen voller Zuversicht vor Ihn treten können; wir müssen, wenn er wiederkommt, nicht befürchten, von ihm zurückgewiesen zu werden“ (1. Joh. 2:28, Neue Genfer Übersetzung (NGÜ)). Es muss unser Ziel sein, diese Zuversicht zu entwickeln, so dass wir ganz genau wissen, wo wir im Hinblick auf Christus stehen. Wie schrecklich, von Ihm bei seiner Wiederkunft in Schande zurückgewiesen zu werden, wie ein Hund, der seinen Schwanz zwischen seine Hinterläufe einklemmt. Anreize? Ja! Ich bin mehr als ein Hund. Ich bin ein Mensch. Ich bin eine neue Kreatur durch die Gnade des Königs und ich möchte imstande sein, mich so zu verhalten, wie einer der Seinen, wenn er kommt.

Christus bietet uns allen Anreiz das Richtige zu tun, weil es richtig ist. Er bietet uns die Krone der Gerechtigkeit, wenn wir die Gebote halten. Doch Er hält auch Scham und Schande für uns bereit, wenn wir nicht in Ihm bleiben.

 

E. Die Nähe des Himmels und der Hölle

Wenn es eine Rolle spielt, wann Jesus kommt, ist es auch heute von Bedeutung. Wenn es keine Rolle spielt, wann Jesus kommt, ist es auch zum jetzigen Zeitpunkt egal. Wenn man Milch verschüttet macht das nichts. Eine Seele, die wegen verschütteter geistlicher Milch zum Tode dahindarbt, ist sehr bedeutsam. Wir neigen tatsächlich dazu, körperliche und geistliche Dinge in ihrer Priorität zu vertauschen, weil Körperliches auf eine gewissen Weise scheinbar bedrängender ist. Um unser Denken in Ordnung zu bringen, brauchen wir eine Vorstellung von der Nähe des Himmels und der Hölle.

Die Bibel bietet uns ein klares Bild von Himmel und Hölle an. Wir müssen diese Bilder durch kontinuierliches ablaufen lassen auf unserem inneren Bildschirm, bestehend aus grauen Zellen in unserem Schädel, fest in unserem Bewusstsein verankern.

Jesus kommt bald (Off. 22:20). Wenn er kommt, wird jeder von uns seinen Lohn empfangen. „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Off. 21:4) „...Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner – ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“ (Off. 21:6-8). Die Belohnung des Himmels hat sich uns fest mit dem Bild der Fürsorge Gottes eingeprägt. Die Nähe der Hölle wird uns klar gemacht mit der Vorstellung von Feuer und Schwefel für die Feiglinge, Lügner und dergleichen.

Die Nähe der Hölle wird betont in der Vorstellung des Gerichts vor dem weißen Thron. Die Nähe des Himmels wird betont in der Vorstellung des Himmels als die Rückkehr ins Paradies, in den Garten Eden (Off. 22:1-4).

Mit diesen fest ins Bewusstsein eingeprägten Vorstellungen werden wir auf Gottes Seite sein. Wir werden ihm bußfertig gehorchen wollen in der Glaubenstaufe durch Untertauchen und ausharren wollen bis ans Ende.

 

F. Zusammenfassung

Jesu Wiederkunft motiviert einen Christen dazu, wachsam und bereit zu sein für die plötzliche Rückkehr des Herrn. Er möchte ein heiliges Leben führen, damit er mit der Krone der Gerechtigkeit bei Christi Kommen belohnt werden kann. Die Vorstellung der Nähe des Himmels und der Hölle sind in sein Bewusstsein eingeprägt, um die Schwachheit seines Fleisches zu überwinden und um die Belohnungen dafür zu erhalten, ein Kind Gottes zu sein.

 

IV. Gesamtzusammenfassung

  1. Jesus kommt bald!
  2. Er kommt in den Wolken und jedes Auge wird Ihn sehen.
  3. Niemand kennt den Tag oder die Stunde seines Kommens. Er wird wie ein Dieb in der Nacht kommen.
  4. Bei seinem Kommen werden alle Toten (gute und böse) auferstehen.
  5. Bei seinem Kommen wird der gegenwärtige Himmel und die gegenwärtige Erde durch Feuer zerstört.
  6. Das Gericht wird mit seinem Kommen seinen Anfang nehmen.

Darüber hinaus haben wir den Prämillenarismus untersucht und seine Lehren mit der Bibel verglichen. Wir sind zu folgenden Schlussfolgerungen gelangt: Der Prämillenarismus basiert auf einer falschen Methode zur Bibelauslegung. Der Bund, den Gott mit Abraham schloss war der christliche Bund. Der im Alten Testament prophezeite Tempel ist die christliche Gemeinde. Christen haben sich bereits der Ersten Auferstehung in der Glaubenstaufe durch Untertauchen unterzogen und regieren schon jetzt mit Christus während der 1000 Jahre (welche nur die Bedeutung eines langen Zeitabschnittes haben). Wenn Christus wieder kommt, wird er kommen um die Welt zu richten und nicht um sein Reich aufzurichten.

Schlussendlich führt das Bewusstsein über die Wiederkunft Jesu bei einem Christen dazu, wachsam, bereit und ungeduldig bezüglich der plötzliche Rückkehr des Herrn zu sein.

© Jay Wilson, Evangelist

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