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Die Apostel Christi
und die Neuapostolische Kirche

EinleitungGratis: Die Apostel Christie und die Neuapostolische Kirche

Wer von Kindesbeinen an nichts anderes gehört hat, als dass die Glaubenslehre seiner Kirche die einzig wahre und allein richtige ist, und dass die anderen Kirchen ja leider alle irren, der wird es in der Regel schwer haben, seine eigenen Glaubensinhalte kritisch zuhinterfragen und zu überprüfen. Warum sollte man auch eine Glaubenslehre hinterfragen, die einem doch offensichtlich Halt und Geborgenheit vermittelt, und einem gerade das gibt, wonach wir uns alle sehnen? Wir Menschen suchen ja nach einem Halt in einer immer haltloser werdenden Welt. Es besteht aus diesem Grunde aus der Sicht eines neuapostolischen Gläubigen ja gar keine Veranlassung und Notwendigkeit für eine solche kritische Hinterfragung. Jawohl, wir können dem neuapostolischen Gläubigen durchaus folgen in seiner Haltung, vorausgesetzt, die Lehre seiner Kirche steht tatsächlich auf dem Boden der Wahrheit. Tut sie das jedoch nicht, wäre dann das Gefühl seiner Geborgenheit nicht eine große Selbsttäuschung? Anders gefragt: Ist ein Gefühl der Geborgenheit allein schon die Gewähr für die Richtigkeit einer Sache? Wenn dem so wäre, könnte man folgern, dass das Einnehmen von Drogen richtig ist, denn sie können gleichfalls ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Gefühle können also keine Garantie für die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer Sache sein. Gefühle sind subjektiv, sie sind schwankend und immer der augenblicklichen Stimmungslage unterworfen. Gefühle sind kein Maßstab für Wahrheit oder Unwahrheit. Was also kann uns als objektiver Maßstab gelten, ein Maßstab, mit dessen Hilfe wir heute Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden können?

 

Bevor wir diese Frage beantworten, wollen wir zunächst versuchen, uns in das Denken eines neuapostolischen Gläubigen hineinzuversetzen.

 

Misstrauensantrag gegen Gott
Wie schon erwähnt, sieht der neuapostolische Gläubige die Notwendigkeit einer Prüfung seiner Glaubenslehre überhaupt nicht, weil er ja von ihrer absoluten Richtigkeit zutiefst überzeugt ist. Hinzu kommt, dass er jahrzehntelang nichts anderes gehört hat, als dass ein Prüfen der eigenen Lehre einem Misstrauensantrag gegen Gott gleichkäme, also Unglaube und somit Sünde sei. Und da er natürlich nicht gegen Gott sündigen will, weil er Gott fürchtet -dies es müssen wir anerkennend festhalten!- lässt er das Prüfen seiner eigenen Glaubenslehre gleich ganz sein. Jedes Prüfen ist also von vornherein emotional mit dem Gedanken belastet, dass man etwas Unerlaubtes, ja etwas Verbotenes tut. Es wird sofort in den Bereich der "Anfechtung vom Satan" eingeordnet. Wenn wir verstehen wollen, wie es zu einem solchen Denken des neuapostolischen Gläubigen kommen konnte, müssen wir uns mit der Lehre der Neuapostolischen Kirche (NAK) näher befassen.

 

Nach Auffassung der NAK ist die Bibel das Wort Gottes an die Generationen vergangener Zeiten. Das geschriebene Wort der Heiligen Schrift sei für unsere heutige Zeit nicht mehr zeitgemäß. So bezeichnete die "Wächterstimme" vom 1.10.1956 das Wort der Bibel als "abgestandenes Zisternenwasser" und als "Asche des Gedächtnisses". Zeitgemäß sei dagegen das Wort der heute in der NAK lebenden Apostel, denen Gott den Dienst der Versöhnung gegeben hat, um in der letzten Zeit das Erlösungswerk, welches Jesus Christus begonnen hat, zu vollenden. Die Apostel der NAK seien also das alleinige Sprachrohr Gottes in unserer Zeit. Damit sagen die Führer dieser Kirche nichts anderes, als dass ihr Wort allein "Gottes Wort" sei und damit zugleich der alleinige Maßstab, außer dem es keinen anderen Maßstab gäbe. Wen wundert es da noch, dass bei einem solchen Selbstverständnis der NAK-Führer es kein Neuapostolischer wagt, irgend etwas an seinem Apostel oder seiner Kirche in Frage zu stellen? Er würde ja damit Gott selbst in Frage stellen! Da sein Denken durch diese Lehre jahrelang geprägt worden ist, vermag er keine Kritik in sich aufkommen zu lassen. Mit auch nur der geringsten Kritik gegen seinen Apostel greift er ja Gott an, wie er meint. Damit haben die NAK-Apostel ihre Schäfchen völlig in der Hand. Sie können ihnen erzählen, was sie wollen, es ist immer "Gottes Wort".

 

Nun können wir auch verstehen, warum ein NAK-Mitglied in größte Gewissenskonflikte kommt, wenn sich in seinem Inneren Kritik und Widerspruch gegen seine Kirche und deren Führer regt. Es muss jede Kritik im Keim ersticken, damit es nicht "gegen Gott" sündigt. Mit der Behauptung, dass die Bibel nicht das Wort Gottes sei, haben die Führer dieser Kirche ihren Mitgliedern den von Gott vorgesehenen Maßstab zum Prüfen geistlicher Vorgänge endgültig aus der Hand genommen. Sie selbst sind der Maßstab, was sie sagen, ist Gottes Wort! Dadurch ist jede Möglichkeit einer geistlichen Beurteilung dieser "Apostel" für ihre Mitglieder von vornherein unmöglich gemacht. Bei einem solchen Vorgehen drängt sich einem unweigerlich der Verdacht auf, dass die Führer dieser Kirche das Licht der Bibel fürchten. Um nicht von ihr beurteilt zu werden, verbannt man sie einfach in die Vergangenheit und damit in die Bedeutungslosigkeit.

 

Kein Maßstab
Mit dieser Irrlehre steht die NAK im krassen Widerspruch zur Heiligen Schrift. Denn es ist ja gerade Paulus, der als Apostel die Gemeinde auffordert, alles zu prüfen (!) und das Gute zu behalten (1.Thes.5,21). Und der Apostel Johannes schreibt: "Prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind!" (1.Joh.4,1). Offensichtlich rechneten die Apostel mit dem Einschleichen falscher Lehrer, die die Gemeinde verführen und verderben. Wie soll man aber etwas prüfen, wenn kein Maßstab zum Prüfen vorhanden ist? Um etwas prüfen zu können, braucht man einen Maßstab, mit dessen Hilfe man etwas prüfen kann. Dieser Maßstab war für die ersten Christen die Heilige Schrift, d.h. das Alte Testament, welches vorlag. "Prüfet alles", sagt Paulus in 1.Thes. 5,21. Auch das Wort der Apostel? Achten wir genau auf das, was Paulus sagt. Wenn er alles sagt, meint er auch alles! Paulus fürchtete nicht eine Prüfung seines Wortes oder seiner Lehre. Seine Lehre über Gott und über Christus stand in völliger Übereinstimmung mit den Heiligen Schriften des Alten Bundes. Von den Christen in Beröa erfahren wir, dass sie täglich in der Schrift forschten, ob es sich also verhielte, ob das, was die Apostel lehrten, mit den Schriften des Alten Bundes übereinstimmte (Apg.17,11).

 

Nun könnte jemand einwenden: Und was ist mit den Offenbarungen der Apostel, von denen die Gottesmänner des Alten Bundes noch keine Kenntnis hatten? Woran haben die ersten Christen diese prüfen können? An den Schriften des Alten Bundes ja wohl nicht, denn darin stand ja noch nichts davon. Z.B. wurde dem Apostel Paulus das Geheimnis der Gemeinde geoffenbart! Diese Frage ist berechtigt.

 

Apostel Jesu Christi?
Wir sehen, dass alles davon abhing, ob derjenige, der behauptete, im Namen Gottes zu reden, wirklich ein Gesandter, ein Apostel Jesu Christi war, denn darauf allein kam es an. Wie aber konnten die ersten Christen erkennen, ob jemand wirklich ein Gesandter Jesu Christi war und im Auftrage Gottes redete? Dem Apostel Paulus ist tatsächlich einmal seine Berufung zum Apostel von den Korinthern in Frage gestellt worden. Da gab es Leute, die nicht auf das hören wollten, was Paulus als Wort Gottes verkündete. Sie meinten, der Paulus ist ja gar kein richtiger Apostel. Der hat sich selbst berufen! Daraufhin rechtfertigt Paulus seine Berufung zum Apostel mit folgenden Worten: "Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen?" (1. Kor. 9,1).

 

Hier nennt Paulus eine erste unabdingbare Voraussetzung für die Berufung in das Apostelamt Jesu Christi. Ein Apostel Jesu Christi musste den Herrn selbst gesehen haben! Das steht in völliger Übereinstimmung mit dem, was uns das Neue Testament an anderer Stelle über die Bedingung für das Apostelamt Jesu Christi lehrt. Jesus hatte sich in seinem irdischen Leben zwölf Apostel auserwählt, welche Zeugen seines Lebens und seiner Auferstehung wurden. Als Judas den Herrn verließ, wurde Matthias an seiner Stelle durch Losentscheid in das Apostelamt Jesu Christi berufen. Unerlässlich war jedoch, dass Matthias ein Augenzeuge des Lebens und der Auferstehung des Herrn Jesus gewesen sein musste, wie es der Apostel Petrus ausdrücklich zur Bedingung macht, um die Voraussetzung für das Apostelamt Jesu Christi erfüllen zu können (Apg.1,22).

 

Wie für Matthias galt auch für Paulus, dass er den Auferstandenen selbst gesehen haben musste, um als Augenzeuge der Auferstehung überhaupt ein Apostel Jesu Christi sein zu können. Paulus rechtfertigt die Echtheit seiner Berufung zum Apostel gerade mit dem Hinweis, den Herrn persönlich gesehen zu haben !!! (1.Kor. 9,1). Keiner der "NAK-Apostel" kann dieses für sich in Anspruch nehmen! Trotzdem behaupten sie, Apostel Jesu Christi zu sein: "Das wichtigste Ereignis dieser göttlichen Geistestätigkeit war die Wiederaufrichtung des Apostelamtes Jesu Christi." (Aus: Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 166, NAKI, Zürich 1992). Schon anhand dieses ersten Widerspruches wird klar, dass das Apostelamt der NAK ein falsches ist. Ein weiteres Erkennungszeichen für die Echtheit eines Apostels Christi nennt Paulus in 2. Kor. 12,12: "Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden in allem Ausharren, in Zeichen und Wundern und mächtigen Taten."

 

Die Merkmale
Wir stellen demnach fest, dass es für die Christen zu Lebzeiten des Apostels Paulus mindestens vier Möglichkeiten gab, zu prüfen, ob jemand ein Apostel Jesu Christi war oder nicht.

 

Erstens musste er als Apostel Jesu Christi den auferstandenen Herrn selbst gesehen haben, also ein Augenzeuge seiner Auferstehung gewesen sein! Paulus konnte sich dabei auf sein Damaskus-Erlebnis berufen.

 

Zweitens musste Jesus ihn selbst in dieses Apostelamt berufen haben! Auch Matthias wurde vom Herrn selbst berufen und nicht durch Petrus in das Apostelamt Jesu Christi eingesetzt, wie es die NAK fälschlicherweise behauptet. Petrus hat nicht selbst entschieden. Gemeinsam haben alle Apostel und die gesamte Gemeinde, nachdem sie einmütig im Gebet verharrten, die letzte Entscheidung durch das Los in die Hände des Herrn gelegt und Ihm überlassen (Apg 1,23-26)! Völlig abwegig ist es, daraus die Rechtfertigung ableiten zu wollen, heute noch Apostel Jesu Christi berufen zu können, wie die NAK irrtümlich meint. Da heute niemand mehr ein Augenzeuge der Auferstehung Jesu sein kann, kann auch keiner die Voraussetzungen für dieses Apostelamt erfüllen.

 

Drittens musste Gott ihn als Apostel durch Zeichen und Wunder und mächtige Taten bestätigt haben.

 

Viertens durften die Worte und die Offenbarungen eines Apostels nicht im Widerspruch zu den Schriften des Alten Bundes stehen.

 

Waren die zwölf Apostel von Jesus Christus selbst auserwählt und berufen worden, Gottes Wort zu predigen und für die nachfolgenden Generationen niederzuschreiben, so können sich die Apostel der NAK nicht darauf berufen, von Jesus selbst auserwählt worden zu sein. Zwar behaupten sie, dass sie für die heutige Zeit denselben Auftrag haben wie die ersten Apostel, nämlich der heutigen Generation das "zeitgemäße" Wort Gottes zu verkündigen, bleiben aber jede Erklärung dafür schuldig, warum das Wort der Bibel für unsere heutige Zeit nicht mehr "zeitgemäß" sei.

 

Wir fragen: wie kommen die Führer der Neuapostolischen Kirche zu einem solchen Selbstverständnis? Woher nehmen sie das Recht, einen solchen Auftrag für sich in Anspruch zu nehmen? Die Behauptung, dass die Bibel nicht das Wort Gottes für alle Zeit sei, ist völlig aus der Luft gegriffen! Sie entbehrt jeder biblischen Grundlage und ist aus diesem Grunde unhaltbar und deshalb abzulehnen.

 

Apostel wider Gottes Wort
Als wir einmal einem neuapostolischen Gläubigen die Frage stellten, woher seine "Apostel" denn diesen Auftrag hätten, Gottes "zeitgemäßes Wort" für die jetzige Generation zu verkündigen, antwortete er uns: "Diesen Auftrag haben sie durch Offenbarung Gottes, die sie um 1835 in Schottland erhielten". Wir fragten weiter, woher er wüsste, dass Gott neue Apostel im vorigen Jahrhundert berufen hat, denen er einen solchen Auftrag gegeben hat? Antwort: "Ja, das muss man eben glauben, darauf muss man eben vertrauen!".

 

Nein, liebe Freunde, so einfach dürfen wir es uns doch nicht machen! Da kann ja jeder kommen und alles mögliche behaupten, und niemand vermag nachzuprüfen, ob seine Offenbarung von Gott ist oder nicht. Eine solche naive Gutgläubigkeit öffnet ja jeder nur denkbaren Verführung Tür und Tor. Warum prüften die damaligen Christen in Schottland die angebliche Berufung neuer "Apostel Jesu Christi" nicht an Hand der Heiligen Schrift? Hätten sie dieses getan, hätten sie aus dem geschriebenen Wort Gottes erkennen können und müssen, dass eine Berufung neuer Apostel Jesu Christi weder möglich noch zulässig gewesen war. War doch das biblische Apostelamt Jesu Christi, wie wir bereits gesehen haben, an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die keiner der damals lebenden Männer der schottischen Gemeinde in Albury erfüllen konnte. Niemand der schottischen "Apostel" hatte den auferstandenen Herrn selbst je gesehen! Folglich konnte keiner dieser Männer die unabdingbare Voraussetzung für dieses Apostelamt erfüllen. Somit hatten die schottischen Christen von der Schrift her überhaupt keine Legitimation, jemanden in das Apostelamt Jesu Christi zu berufen. Das Ganze war im höchsten Grade eine unnüchterne, sektiererische Schwärmerei, ein Verlassen der Heiligen Schrift, welche zu einer verhängnisvollen Verirrung führte, die ihre Vollendung bis hin zum "Bezirks"- und "Stammapostel" gefunden hat, der sich als sichtbares Haupt der Gemeinde Jesu Christi und oberste Instanz in allen Angelegenheiten bezeichnet, eine Aufgabe die nur dem Herrn selbst zusteht (Aus: Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 177, NAKI, Zürich 1992).

 

Offensichtlich waren die Christen der damaligen schottischen Gemeinde so sehr von dem Wunsch beseelt, etwas Neues mit Gott zu erleben, dass die angebliche Offenbarung neuer Apostel Jesu Christi vorbehaltlos, und ohne an der Schrift zu prüfen, begeistert aufgenommen wurde. Aber wir dürfen nicht so naiv sein, unsere Wunschvorstellungen zum Vater des Gedankens werden zu lassen. Wir müssen vorsichtig im Umgang mit Offenbarungen sein, und jede Offenbarung, die den Anspruch erhebt, von Gott zu sein, am geschriebenen Wort Gottes prüfen. Steht eine Offenbarung im Widerspruch zum Wort Gottes, so ist diese nicht von Gott und schleunigst zu verwerfen, damit wir nicht einer Verführung anheimfallen und ihr preisgegeben sind. Leider hat diese schreckliche Verführung damals begonnen und sich bis heute in der Neuapostolischen Kirche fortgesetzt, indem man diese selbsternannten "Apostel" mit "Vollmachten" ausgestattet hat, über die sich selbst der Apostel Paulus gewundert hätte. So behauptet diese Kirche, dass Gott den Aposteln "das Amt der Versöhnung" gegeben habe und dass niemand auf der Welt ohne die "Freisprache" ihrer NAK-Apostel mit Gott versöhnt werden könne (gemeint ist der Freispruch von Sünden). Man beruft sich dabei seltsamerweise auf die Heilige Schrift, die doch sonst nach Auffassung der NAK-Apostel kein zeitgemäßes Gotteswort mehr ist. Aber da, wo dieses "unzeitgemäße" Gotteswort ihre Lehre nach ihrer Auffassung unterstützt, muss es plötzlich wieder für ihre Zwecke herhalten.

 

Falsche Lehre
Von einem "Amt" ist ohnehin im griechischen Urtext des zweiten Korintherbriefes nicht die Rede, sondern Paulus spricht eindeutig vom "diakonischen Dienst (diakonian), der die Versöhnung predigt " (2. Kor. 5,18-21). Aus dem Zusammenhang dieses Wortes geht eindeutig hervor, was Paulus unter diesem Dienst, den Gott ihm aufgetragen hatte, verstanden hat. Hören wir ihn selbst und achten bitte genau auf das, was er sagt: "Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben: nämlich, dass Gott in Christus war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt." Wenn wir genau hinhören, ist keine Rede davon, dass Paulus als Apostel die Menschen mit Gott versöhnen soll. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass die Menschheit durch Jesus Christus bereits mit Gott versöhnt worden ist! "Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus!" Nun, wenn Gott uns mit sich selbst durch Christus bereits versöhnt hat, müssen wir nicht noch durch den Dienst eines Apostels mit Gott versöhnt werden. Worin bestand dann dieser Dienst? Er bestand ganz allein darin, diese bereits geschehene Versöhnung der Welt als Rettungsangebot zu verkündigen. Einerseits hat Gott die Welt mit sich selbst durch Christus versöhnt, das ist eine unverbrüchliche Tatsache, aber andererseits kommen wir erst in den Genuss dieser Versöhnung, wenn wir sie im Glauben für uns persönlich annehmen. "Wie aber werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne einen Prediger? Wie aber werden sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind? Wie geschrieben steht: »Wie lieblich sind die Füße derer, welche das Evangelium des Friedens verkündigen, welche das Evangelium des Guten verkündigen!« Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: »Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?« Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort"(Römer 10,14-17).

 

Darin also bestand der Dienst der Versöhnung, der Welt das Wort von der Versöhnung, welches nichts anderes ist, als das Wort vom Kreuz, zu verkündigen. Deshalb sagt Paulus: "Laßt euch versöhnen mit Gott! Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm" (2. Kor. 5,21). Der Dienst der Versöhnung bestand also im Herolden, im Verkündigen dieser herrlichen Siegesbotschaft von Jesus Christus am Kreuz, der uns durch sein heiliges und einmaliges Opfer mit Gott vollständig versöhnt hat, als er ausrief: "Es ist vollbracht!" (Joh. 19,30).Hier stoßen wir auf den Kern des Evangeliums, auf das Erlösungswerk Jesu Christi, das darin besteht, dass Jesus selbst dieses Werk durch seinen Sühnetod am Kreuz für uns alle vollkommen vollbracht und vollendet hat, wie es uns Gottes heiliges Wort in Hebr. 10, 10+14 klar bezeugt. Deshalb kann das Erlösungswerk Jesu Christi gar nicht "wieder aufgerichtet" werden, wie es die NAK lehrt. Wieso sollte Gott auch ein Werk wieder aufrichten, welches er doch durch seinen Sohn bereits vollendet hat? Das in der NAK "wiederaufgerichtete Erlösungswerk Jesu Christi" ist deshalb ein "Nein" zum vollendeten Erlösungswerk Jesu. Es ist zugleich ein "Nein" gegenüber dem Zeugnis Gottes, welches Gott selbst über das vollendete Erlösungswerk seines Sohnes in seinem Wort abgelegt hat.

 

Wie muss es Gott schmerzen, wenn wir das vollendete Werk seines Sohnes für nicht vollendet halten und es deshalb wieder aufrichten? Darum ist das in der NAK "wiederaufgerichtete Erlösungswerk Jesu Christi" ein eigenes, menschliches Werk, das vor Gott keinen Bestand hat und niemanden retten kann. Retten kann uns nur der Glaube an Jesus Christus und sein für uns vollbrachtes Erlösungswerk am Kreuz (Joh. 3,16).

 

Hat man erst einmal der unbiblischen Lehre vom "noch nicht vollendeten Erlösungswerk Jesu Christi" glauben geschenkt, sie sozusagen akzeptiert, muss man natürlich eine Antwort auf die Frage finden, wie denn dieses "Erlösungswerk" vollendet werden kann. Die NAK behauptet, zur Vollendung des Erlösungswerkes gehört es unter anderem, dass die zur Brautgemeinde Jesu Christi gehörenden, ausschließlich durch die Handauflegung eines lebenden Apostels den Heiligen Geist empfangen müssen. Gott hätte also die "Apostel" der NAK beauftragt, durch das Auflegen ihrer Hände auf den Gläubigen, den Heiligen Geist zu "spenden"! Deshalb könne auch niemand den Heiligen Geist empfangen, ohne die Handauflegung eines NAK-Apostels. Zu einem solchen verhängnisvollen Irrtum kann es natürlich kommen, wenn man sich nur die Bibelstellen herauspickt, die in das eigene Konzept passen, andere aber, die gegenteiliges aussagen, wissentlich außer acht lässt und unterschlägt. Wer so vorgeht, betrügt nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

 

Wohl redet die Schrift an einigen, wenigen Stellen davon, dass durch die Handauflegung der Apostel Menschen den Heiligen Geist empfingen (Apg.8,17+19,1-7). Von "Spenden" des Geistes ist nirgendwo im NT die Rede. Gott ist Geist (Joh.4,24). Die Vorstellung, dass Menschen den lebendigen Gott, durch den sie selbst geschaffen sind, durch ihre Handauflegung "spenden", ist der Bibel völlig fremd. Es ist immer Gott, der dem Menschen etwas spendet. Deshalb heisst es in der Bibel auch nie, dass die Apostel den Heiligen Geist "spenden", wie es die NAK behauptet. Empfingen Menschen also durch die Handauflegung der Apostel von Gott den Heiligen Geist, so berichtet uns das NT ebenso davon, dass Menschen den Heiligen Geist ohne die Handauflegung durch einen Apostel empfingen. So heisst es in Apostelgeschichte 10,44: "während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten".

 

Dass der Empfang des Heiligen Geistes nicht an die Handauflegung eines Apostels gebunden war, wie uns die NAK glauben machen will, sehen wir auch an der Bekehrung des Saulus, der durch die Handauflegung eines einfachen Jüngers den Heiligen Geist empfing (Apg. 9,10). Der Empfang des Geistes ist demnach weder an die Handauflegung eines Apostels, noch an die Handauflegung überhaupt gebunden, wie wir es bei Petrus im Hause des Kornelius sehen können: denn dort fiel der Geist auf alle, während Petrus noch redete. Und von was redete Petrus? Er redete von der Botschaft der Erlösung durch den Tod Jesu Christi am Kreuz von Golgatha. Diejenigen, die diese Botschaft in ihrem Herzen aufnahmen, die durften den Heiligen Geist empfangen. Durch das verkündete Wort des Evangeliums wurde der Geist Gottes gegeben und nicht durch Handauflegung. So bestätigt es auch Petrus in 1. Petr. 1,23: "Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt".

 

Dass der Heilige Geist in der Regel ohne eine Handauflegung auf diejenigen fiel, die dem Evangelium glaubten, sich also dem Herrn Jesus im Glauben anvertrauten, davon ging auch Lukas aus, wenn er über die gläubig gewordenen Samariter schreibt: "...denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus” (Apg. 8,16). Hier gebraucht Lukas denselben Ausdruck, wie in Apg. 10,44, wo auch der Geist Gottes auf die Gläubigen fiel ohne eine Handauflegung des Apostels. Wäre der Empfang des Heiligen Geistes von der Handauflegung der Apostel abhängig gewesen, wie die NAK behauptet, hätte Lukas schreiben müssen: "...denn die Apostel hatten ihre Hände noch auf keinen von ihnen gelegt”. Lukas aber schreibt: "...denn er (der Geist) war noch auf keinen von ihnen gefallen!”

 

Warum fiel nun der Geist Gottes nicht auf die Samariter, so wie es im Hause des Kornelius geschehen konnte? Die Taufe auf den Namen des Herrn Jesus reichte offensichtlich nicht aus, um den Geistempfang zu bewirken - das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass durch keine rein äußere Handlung der Geist empfangen werden kann. Die Schrift selbst gibt uns die Antwort. Sie berichtet von schwerer Zaubereisünde der Samariter. Es heisst sogar, dass sie unter den Bann eines Mannes mit Namen Simon gerieten, der in Samarien Zauberei trieb (Apg.8,9). Belastungen schwerster okkulter Art lagen hier vor. Schon im alten Testament hatte Gott sein Gericht über solche Sünden ausgesprochen. Hier nun kam es durch die Verkündigung des Evangeliums zum geistlichen Kampf zwischen der Macht des Lichtes und der Macht der Finsternis. Der Teufel gibt seine Beute nicht kampflos her. Diese Bindungen an die Macht der Finsternis, konnten offenbar ohne die Vollmacht und das Gebet der Apostel nicht gelöst werden. Okkulte Sünden müssen ans Licht gebracht werden, indem sie bekannt und ausgesprochen werden, damit Jesus uns von der Sünde befreien und unsere Herzen reinigen kann (1.Joh.1,9). Erst als dieses Hindernis beseitigt war, konnten die Samariter, in diesem Fall durch die Handauflegung der Apostel, den Heiligen Geist empfangen. Das Hindernis für Gott, die Samariter mit seinem Geist zu beschenken, lag also nicht in der noch nicht vollzogenen Handauflegung der Apostel, welche ohnehin für den Geistempfang keine Vorbedingung gewesen war, wie wir bei Kornelius sehen konnten, sondern das Hindernis lag vielmehr in der Macht und Schuld der Zaubereisünde, die wie eine Wand zwischen Gott und den Samaritern stand. Dieses Hindernis okkulter Bindungen war offensichtlich im Hause des Kornelius für den Heiligen Geist nicht vorhanden, so dass er ungehindert, während Petrus noch redete, auf alle, die durch das Hören auf das Evangelium gläubig wurden, fallen konnte.

 

Hätte es diese schweren okkulten Sünden und Belastungen bei den Samaritern nicht gegeben, so wäre der Heilige Geist genauso auf sie gefallen, wie im Hause des Kornelius, weil sie dem Evangelium glaubten und sich dem Herrn anvertrauten. Dieses war anscheinend der Normalfall von dem auch der Apostel Paulus ausging, als er den Galatern schrieb, dass sie den Geist durch "die Predigt vom Glauben", also durch den Glauben an den Herrn Jesus empfangen haben und nicht durch die Werke des Gesetzes (Gal.3,2). Interessant ist, dass Paulus nirgends sagt, dass die Galater den Heiligen Geist durch das Auflegen seiner Hände empfangen haben. Warum sagt der Apostel das nicht, wenn dieses doch nach Meinung der NAK so unerlässlich wichtig für den Geistempfang ist? Wusste Paulus etwa nicht, worauf es ankam? O ja, er wusste es genau. Nur wusste er nichts von der Lehre der NAK. Wenn wir auch aus gutem Grund davon ausgehen, dass Gott im Regelfall den Geist durch den lebendigen Glauben an Jesus schenkte, so dürfen wir ihn dennoch nicht darauf festlegen, wie und durch welche Umstände Gott den Geist zu geben hat. Gott gab eben auch durch die Handauflegung der Apostel den Heiligen Geist (Apg. 19, 1-7), aber nicht nur! Wir möchten Gott allzugerne in ein theologisches Schema einfangen, ihn sozusagen "in den Griff" bekommen, um ihn uns verfügbar zu machen. Aber das steht uns Menschen nicht zu. Wir können Gott in seiner Freiheit nicht eingrenzen, sondern er gibt seinen Geist wie, wann und wo er will.

 

Ebensowenig, wie sich die Lehre von der "Spendung" des Heiligen Geistes ausschließlich durch Apostel aus der Schrift begründen lässt, kann man die sogenannte "Versiegelung mit dem Heiligen Geist" durch Apostel mit der Bibel belegen. Ohne die Handauflegung eines "Apostels" der NAK kann angeblich niemand mit dem Heiligen Geist "versiegelt" werden. Diese, wie auch die Lehre von der "Spendung" des Geistes ausschließlich durch Apostel, sind, bei genauer Prüfung der Schrift, reine Erfindungen der NAK. Nirgends steht in der Bibel, dass Gott die Apostel beauftragt hat, Menschen mit seinem Geist zu "versiegeln". Wo immer sie von Versiegelung spricht, ist es niemals das Werk von Aposteln, sondern ausschließlich das Handeln Gottes am Menschen. Die Bedeutung der Versiegelung durch den Heiligen Geist lässt sich am besten durch ein Bild verdeutlichen: Wenn im Mittelalter ein König eine äußerst wichtige Botschaft durch einen Brief übermitteln wollte, so wurde dieser Brief sorgfältig verschlossen und mit Siegellack versiegelt. Der König selbst drückte in den noch warmen Siegellack mit einem Siegelring sein königliches Siegel ein, zum Kennzeichen dafür, dass dieser Brief tatsächlich von ihm, und von niemand anderem stammte. Fehlte dieses Siegel, hatte der Brief keinen Anspruch auf Authentizität und wurde als Fälschung angesehen. Genauso, wie dieser Brief vom König durch sein Siegel als "von ihm stammendes Eigentum" gekennzeichnet wurde, kennzeichnet und versiegelt Gott die an Jesus gläubigen Menschen als sein Eigentum. Gott drückt ihnen gleichsam sein himmlisches Siegel auf durch seinen Heiligen Geist. Er nimmt sie als sein Eigentum in Besitz, den niemand ohne seine Erlaubnis antasten darf. Dieses göttliche Siegel wird an denen, die zu Christus gehören, für die Welt sichtbar sein, wenn es echt ist und wirklich vom himmlischen König stammt: durch Gottes Liebe, durch seinen Frieden und seine Freude, durch Wahrheit und Reinheit, durch Glauben, Demut und Gottesfurcht, durch Liebe und Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes.

 

Der König gab seinen Siegelring nie aus der Hand. Er übertrug diesen niemals irgend einem seiner Untertanen. Auch erlaubte er niemanden, seinen Siegelring zu benutzen. Paulus sagt in 2.Kor. 1,21-22: "Gott ist's aber, der uns befestigt samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt hat". Kein Wort davon, dass Apostel "versiegeln". Hier maßen sich Menschen Hoheitsrechte Gottes an, die er in seine alleinige Verfügungsgewalt gestellt hat. All diesen Irrtümern liegt der eine Generalirrtum zu Grunde, dass das "Erlösungswerk Jesu Christi" angeblich noch nicht vollendet sei, und deshalb nun durch die Neuapostolische Kirche vollendet werden müsse. Damit beanspruchen die "Apostel" der NAK einen Mittlerdienst zwischen Jesus Christus und den Menschen, den es in der Bibel nicht gibt. Wohl aber gibt es einen Mittler zwischen Gott und den Menschen von dem die Bibel deutlich spricht:"Denn Gott ist einer und EINER (nicht mehrere!) ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab zum Lösegeld für alle" (1.Timoth.2,5).

 

Jesus Christus hat das alleinige Mittleramt zwischen Gott und dem Menschen. Die Bibel weiß von keinem Mittleramt, das zwischen den Menschen und dem Mittler Jesus Christus steht. Sozusagen ein Mittleramt zum Mittler. Ein solches Amt ist eine Erfindung der NAK. Nein, der Apostel Paulus bezeugt durch den Heiligen Geist, dass es nur einen Mittler gibt, nämlich Jesus Christus, und das dieser eine Mittler genügt. Er allein vertritt uns vor dem Vater (Röm.8,34+ Hebr.9,24). Er ist der Spender des Heiligen Geistes und hat die Gabe des Geistes niemals von den Aposteln abhängig gemacht. (Apg.9,10: Hananias war kein Apostel!) Wohl hat Jesus seinen Aposteln den Auftrag gegeben, die Botschaft von den Heilstatsachen zu verkündigen, jedoch das Heil selbst konnten sie nicht spenden. Das kann nur Jesus tun. Da Jesus der alleinige Hohepriester zwischen Gott und den Menschen ist, ist er auch alleiniger Mittler und Spender des Heils. Petrus sagt: "es ist in keinem anderen das Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen unter dem Himmel gegeben, in dem wir gerettet werden müssen." Er spricht vom Namen Jesus (Apg.4,12).

 

Das Vermittleramt, das die NAK für sich beansprucht, führt vom wahren Vermittler des Heils weg und bindet die Menschen an die "Apostel" der NAK und nicht an Jesus selbst. Es fehlt diesem "Vermittleramt" jede Legitimation aus der Heiligen Schrift, und damit fehlt ihm das göttliche Siegel des Heiligen Geistes. Es ist ein Amt ohne Vollmacht und ohne Auftrag von Gott. Wir lehnen es deshalb als unbiblisch ab.

 

Wenn man die wahren Apostel Jesu Christi mit den heutigen "Aposteln" der NAK vergleicht, fällt in besonderer Weise eines auf: Die Apostel Jesu hatten Vollmacht. Sie konnten im Namen Jesu Christi Tote auferwecken, Blinde sehend machen, und Lahme konnten wieder gehen. Paulus sagt, dass das die Zeichen eines Apostels Jesu Christi sind!! Wo sind diese Zeichen bei den heutigen "Aposteln" der NAK? Sie fehlen völlig! Damit steht fest, dass im Leben der heutigen "NAK-Apostel" keines der vier biblischen Erkennungszeichen für einen Apostel Jesu Christi zu finden ist. Weder Zeichen und Wunder, noch hat jemand von diesen "Aposteln" den auferstandenen Herrn selbst gesehen, noch ist jemand von den "NAK-Aposteln" persönlich vom Herrn Jesus in das Apostelamt berufen worden, sondern durch einen von Menschen ernannten, sogenannten "Stammapostel", den es in der Bibel nicht gibt. Und selbst ihre Lehre stimmt nicht überein mit den Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes! Kann man solche "Apostel" als Apostel Jesu Christi anerkennen?

 

Auf gar keinen Fall!

 

Menschenverherrlichung
Angesichts all dieser eindeutigen Schriftbeweise gegen das NAK-Apostelamt kann es einen schon wundern, dass die Führer der NAK an ihrem "Apostelamt" stur festhalten. Eigentlich sollte man doch meinen, dass sie ihre Verirrung erkennen müssten. Aber weit gefehlt! Das Gegenteil ist der Fall. Es drängt sich einem die Frage auf, woran das liegt. Wir sehen dafür mindestens drei Gründe: Wer lange genug als Außenstehender und Nichtmitglied die Gottesdienste der NAK besucht hat, dem wird aufgefallen sein, dass es hier sehr viel um menschliche Ehre geht, ja, dass sie eine ganz große Rolle in dieser Kirche spielt. Die Gemeindemitglieder sind wie elektrisiert, wenn ein "Apostel" im Gottesdienst erscheint. Beim "Bezirksapostel" (höchste Autorität in einer Region), bekommt man schon Herzklopfen und beim "Stammapostel" werden einem die Knie weich. Er wird verehrt, mehr als Jesus Christus selbst. Das Ganze ist eine einzige Lobhudelei von unten bis nach oben. Je höher man auf der Leiter der vielen Ämter dieser Kirche hinaufklettert, desto größere Ehre und Anerkennung darf man erwarten. Man kann verstehen, dass keiner dieser Amtsträger gerne auf die Ehre verzichtet, die ihm seitens der Mitglieder entgegengebracht wird. So etwas tut menschlich gut, wenn man anerkannt und geehrt wird. Dabei wollen wir nicht nur mit dem Finger auf diese Männer zeigen. Wir alle stehen in dieser Gefahr. Ehre ist eine große Versuchung, die Jesus als eines der größten Glaubenshindernisse bezeichnet. Er sagt: "Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre bei Gott nicht suchet?" (Joh. 5,44). Anstatt Jesus allein die Ehre zu geben, nehmen diese Männer die Ehre für sich selbst in Anspruch, indem sie sich als "Apostel Jesu Christi" bewundern und verehren lassen. So etwas ist abstoßend, ja, es ist sogar Sünde, weil man Gott, dem Herrn, die Ehre raubt, die doch ihm allein gebührt. Wenn sie wirkliche Apostel Jesu Christi wären, würden sie Jesus allein die Ehre geben. Sie würden es niemals zulassen, von Menschen Ehre entgegenzunehmen. Aber genau das geschieht in nicht mehr zu überbietender Weise. Hier wird die ganze fleischliche und menschliche Art dieser sogenannten Apostel sichtbar. Wie schrecklich wird es sein, wenn diese armen Männer einmal vor dem lebendigen Gott erkennen müssen, dass sie gar keine Apostel Jesu Christi waren, sondern sich einer furchtbaren Selbsttäuschung und Verführung hingegeben haben. Möge sich der HERR über sie und die Mitglieder ihrer Kirche erbarmen und ihnen ihre Augen öffnen, damit sie aus der Schlinge des Satans befreit werden und Gnade finden zur rechtzeitigen Umkehr, bevor es zu spät ist.

 

Die Macht
Mit dem Suchen nach menschlicher Ehre geht Hand in Hand in der NAK das Streben nach Macht. Hier liegt unseres Erachtens der zweite Grund verborgen, warum sich die Mitglieder dieser Kirche, trotz eindeutiger Schriftbeweise gegen sie, nicht von ihrer Irrlehre abwenden. Je höher das Amt, desto größer die Macht. Welche Machtposition hat z.B. ein "Apostel", und erst recht ein "Bezirksapostel", ganz zu schweigen vom "Stammapostel" selbst! Ein "Bezirksapostel" kann ohne weiteres, wenn er es für angemessen hält, einen weniger hohen Amtsträger seines Amtes entheben, ohne dafür eine öffentliche Rechtfertigung vor der Gemeinde abgeben zu müssen. Nicht selten geschieht dies tatsächlich. Mit dem Verlust des Amtes stellt sich natürlich sogleich der Verlust der Ehre ein. Wie steht ein solcher, seines Amtes Enthobener vor der Gemeinde da! Als Gedemütigter und Entehrter. Man kann sich gut vorstellen, welche latenten und unbewussten Ängste sich in einem weniger hohen Amtsträger vor einem "Bezirksapostel" befinden mögen. Nun ist eine Leitung in der Gemeinde Jesu durchaus biblisch und im Willen Gottes begründet. Und da, wo echte Sünde geschieht, soll und muss sie auch geahndet werden. Schlimm ist es nur, wenn die Leitenden nicht mehr in Demut vor dem Herrn ihres Amtes walten, sondern ihre Machtposition dazu missbrauchen, ihrem Herrschaftsstreben nachzugehen, um ihre eigenen egoistischen Ziele zu verfolgen.

 

Durch die verborgenen, oder auch bewussten Ängste vor den "Mächtigen" in der NAK, versucht man natürlich, sich mit denselben möglichst gut zu stellen, was zur Folge hat, dass Ungerechtigkeiten gar nicht erst angesprochen, sondern unter den Teppich gekehrt werden. So entsteht ein Volk von Duckmäusern und Kopfnickern, die zu allem, was "von oben" angeordnet wird, widerspruchslos "Ja" und "Amen" sagen. Da ja die "Apostel" nach Auffassung der NAK-Gläubigen immer im Willen Gottes handeln, ist man bereit, jede Ungerechtigkeit "aus der Hand Gottes" anzunehmen. Spätestens hier müssten doch die NAK-Gläubigen aufwachen und sich selbst die Frage stellen, wieso denn Gott durch einen Amtsträger ungerecht handeln kann? Aber vor solchen selbstkritischen Fragen hat man Angst, weil sie zu weiteren Fragen Anlass geben, die letztlich dazu führen könnten, den ganzen Glauben an die NAK in Frage zu stellen. Und welchen Grund hat man dann noch unter den Füßen, wenn der Grund zerbricht, auf den man doch seine ganze Hoffnung gesetzt hat?

 

Die Folge wäre ein bodenloses Loch, in das man stürzt, was wiederum zu Angst und Verzweiflung führt. Weil man eine solche Möglichkeit, wenn nicht bewusst, so doch zumindest unbewusst fürchtet, bindet man sich noch fester an seine "Apostel", um des ewigen Heils nicht verlustig zu gehen, weil diese ja die "Garanten" für ihr ewiges Heil sind. Welch ein Teufelskreis der Angst tut sich hier auf, welch eine tiefe Gebundenheit an Menschen, die eine Abhängigkeit und Hörigkeit offenbart, wie sie der wahren Gemeinde Jesu völlig fremd ist, und die auch nichts mehr zu tun hat mit dem, was der Apostel Paulus über die Gemeinde unseres Herrn Jesus Christus lehrt. Welch eine Knechtschaft von Menschen über Menschen! Sieht so die Freiheit der Kinder Gottes aus, zu der uns Gott berufen hat? (Röm. 8,21; Gal. 5,13).

 

Gott selbst sagt uns durch den Mund des Apostels Paulus: "Für die Freiheit hat uns Christus freigemacht; stehet nun fest und lasset euch nicht wiederum unter einem Joche der Knechtschaft halten" (Gal. 5,1). Und: "Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!" (2. Kor. 3,17). Wo ist die Freiheit in der NAK, Dinge auf den Tisch legen zu können, die einem Not machen, ohne befürchten zu müssen, sofort einen Maulkorb angelegt zu bekommen oder seines Amtes enthoben zu werden? Wo der Geist des Herrn ist, sagt der Apostel Paulus, da ist diese Freiheit. Das heißt, wo keine Freiheit ist, da ist auch nicht der Geist des Herrn!

 

Da kann man noch soviel über den Heiligen Geist reden, noch soviel behaupten, dass man ihn allein besitzt. Wo statt Freiheit die Furcht herrscht, ist der Heilige Geist nicht gegenwärtig. Wer es dennoch behauptet, betrügt sich selbst. Der Apostel Paulus sagt, dass Gott uns nicht einen Geist der Furcht gegeben hat, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2. Tim. 1,7). Und weiter: "Denn ihr habt nicht einen Geist der Sklaverei empfangen, wiederum zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in welchem wir rufen: Abba, Vater!" (Röm. 8,15). Wie kann überhaupt Freude und Friede aufkommen (Gal. 5,22), wo versteckte Furcht und Angst die Atmosphäre bestimmen? Wo aber Angst herrscht, kann keine echte Freude und kein wahrer Friede sein. Da wo Freiheit ist, ist auch die Voraussetzung für Freude und Friede gegeben. Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit! Ja, da ist auch die Freude im Heiligen Geist.

 

Nach allem, was wir über Jesus wissen, ist ER gerade den umgekehrten Weg gegangen. Er verzichtete freiwillig auf die Macht, die er als Sohn Gottes beim Vater hatte. Der Apostel Paulus schreibt den Christen in Philippi: "Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Jesus Christus war, welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete (oder es nicht wie einen Raub festhielt), Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil. 2,5-11). Nur wenn wir diesen Weg gehen, sind wir in Wahrheit Jesu Nachfolger.

 

Als die Jünger Jakobus und Johannes den Herrn Jesus baten, in seinem himmlischen Reich zu seiner rechten und zu seiner linken Seite sitzen zu dürfen, erkannte der Herr sofort, aus welchem Verlangen ihre Bitte hervorkam. Er antwortete ihnen: "Ihr wisset, dass die Regenten der Nationen über dieselben herrschen und die Mächtigen Gewalt über sie üben. Unter euch soll es nicht so sein; sondern wer irgend unter euch groß werden will, soll euer Diener sein, und wer irgend unter euch der erste sein will, soll euer Knecht sein; gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele" (Mt. 20,25-28; Mk.10,42-45) Diener sein heißt den untersten Weg gehen, so, wie es uns Jesus vorgelebt hat. Das Streben nach Macht ist ein typisches Kennzeichen des unerlösten Menschen, der seine Ehre, aber nicht die Ehre Gottes sucht. Wer nach Macht strebt, will nicht dienen, sondern herrschen. Diese Gesinnung steht im Gegensatz zur Gesinnung Jesu Christi, von der der Apostel Paulus sagt, dass sie in seinen Nachfolgern zu finden sein soll.

 

Die neuapostolische Brille
Ein dritter Grund, warum die Mitglieder dieser Kirche trotz eindeutiger Schriftbeweise gegen ihr "Apostelamt" festhalten an ihrer verkehrten Lehre, scheint uns der tiefste und unheimlichste zu sein: Sie können die Wahrheit gar nicht erkennen! Ihre Augen sind durch ihre neuapostolische Brille für die Wahrheit der Schrift getrübt. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass eine Sache, für die ich mich öffne, Macht über mich bekommt. Wenn ich mich für die Macht des Geldes öffne, bekommt das Geld Macht über mich. So ist es mit allen Dingen unseres Lebens. Öffne ich mich der Wahrheit, die Jesus ist, bekommt die Wahrheit Macht über mich und sie wird mich mehr und mehr mit ihrem Licht durchdringen und erfüllen. Das Umgekehrte gilt aber auch: Öffne ich mich für die Lüge, bekommt die Lüge Macht über mich, und sie fängt an, mich zu beherrschen. Sie wird mein Leben bestimmen. Das geht so weit, dass ich die Wahrheit nicht mehr erkennen kann. Ich kann nur noch alles durch meine Lügenbrille sehen, die ich für die Brille der Wahrheit halte. Hier sind abgründige und verhängnisvolle Zusammenhänge, die den meisten Menschen gar nicht bewusst sind. Paulus wusste von diesen Mächten, wenn er sagt, dass in der letzten Zeit die Menschen hören werden auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen (1.Tim. 4,1).

 

Dämonen sind Geister der Lüge, die die Macht haben, Menschen zu verblenden. Paulus redet davon, dass der Gott dieser Welt (der Teufel!), den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht aufleuchte das helle Licht des Evangeliums (2.Kor. 4,4). Blenden kann nur jemand, der genügend Licht hat. Satan kommt nie plump daher, so, als ob man ihn ohne weiteres gleich durchschauen könnte. Er mischt seiner Lüge immer eine Prise Wahrheit hinzu, damit das, was er sagt, möglichst echt und wahrhaftig aussieht. Paulus sagt, dass es nichts Großes ist, wenn der Teufel als Engel des Lichts auftritt und sogar in der Gestalt falscher Apostel zu uns kommt
(2. Kor. 11,13-15).

 

Nun, wir sind zutiefst davon überzeugt, dass die meisten Mitglieder der Neuapostolischen Kirche sich nicht bewusst für diese betrügerische Lehre ihrer Kirche geöffnet haben. Sie haben es mehr oder weniger aus einem Glauben heraus getan, das Richtige zu tun. Aber wenn ich unbewusst eine Flasche Gift trinke im guten Glauben, dass es Himbeersaft ist, spielt es anschließend keine Rolle mehr, was auf dem Etikett der Flasche gestanden hat. Das Gift wird mich töten. So ist es auch im geistlichen Leben.

 

Jesus ist auch heute noch bereit, jedem seine für die Wahrheit blinden Augen zu öffnen, wenn er es ernstlich will. Der Herr wird ihm dann an Hand der Schrift zeigen, dass die Lehre der "Neuapostolischen Kirche" nicht aus dem Geist der Wahrheit ist. Der Herr wird ihn dann Schritt für Schritt in die ganze Wahrheit der Heiligen Schrift hineinführen, wenn er dazu bereit ist. Er wird dann erkennen, dass die Bibel Gottes lebendiges Wort ist, welches auch heute noch dieselbe Kraft hat wie zu allen Zeiten, Menschenherzen ins Licht Gottes zu stellen und das Verborgene ihres Lebens zu offenbaren (Hebr. 4,12+13). Außerdem wird er erkennen, dass dieses Wort geschrieben worden ist, um uns auf den einzigen Mittler, den es zwischen Gott und den Menschen gibt, JESUS CHRISTUS, hinzuweisen, der uns allein zu Gott, unserem himmlischen Vater, zurückführen kann und will (1.Tim. 2,5)!

 

Jesus Christus der Weg!
Er wird dann erkennen, dass Jesus niemals Apostel zu Garanten unseres Heils bestimmt hat, sondern dass der einzige Garant für unser Heil Jesus selber ist. Niemals haben die Apostel sich selbst als "Garanten des Heils" ausgegeben, sondern eindeutig darauf hingewiesen, dass es zwischen Gott und den Menschen nur EINEN Mittler, und nur EINEN Garanten für das ewige Heil gibt: JESUS CHRISTUS (1.Tim. 2,5; Hebr. 12,24; Apg. 4,12). Jesus sagt von sich: "ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN. NIEMAND KOMMT ZUM VATER, ALS NUR DURCH MICH"! (Joh. 14,6). Hören wir bitte: "...als nur durch mich!" Weder durch Apostel noch durch irgendwelche anderen Mittler kommen wir zu Gott, dem Vater. Das ist deshalb möglich, weil Jesus am Kreuz das Erlösungswerk durch seinen Opfertod für jeden von uns vollendet hat (Hebr. 10,10+14). Es kann darum nicht durch die selbsternannten "Apostel" der NAK vollendet werden. Das Erlösungswerk hat Jesus Christus auf Golgatha vollendet!! Wer etwas anderes behauptet, verbreitet eine verhängnisvolle Lüge und verkündigt ein Evangelium, das die Apostel unseres Herrn Jesus Christus nicht verkündigt haben. Mit letztem Ernst lässt uns Gott durch den Mund seines Apostels Paulus wissen: "Wenn auch wir (die Apostel) oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben: der sei verflucht!" (Gal. 1,8+9).

 

Weil dies das Urteil Gottes über alle ist, die wider besseres Wissen sein Wort verfälschen, bitten wir Dich, der Du diese Schrift liest, im Namen Jesu und durch seine Liebe: Setze Deine Hoffnung nicht länger auf Menschen, die sich als Mittler zwischen Dir und Gott ausgeben. Setze Deine Hoffnung nicht länger auf Deine "Apostel", die in Wahrheit keine sind, sondern setze Deine Hoffnung ganz allein auf Jesus Christus! Er allein ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

 

Schlusswort
Nach allem, was wir in dieser Abhandlung über die Frage, ob es in unserer Zeit noch Apostel gibt, ausgeführt haben, könnte der Eindruck entstanden sein, dass es heute überhaupt keine "Gesandten Gottes"- denn dies bedeutet das griechische Wort "Apostel" = Gesandter - mehr gibt. Dieser Eindruck wäre falsch. Wir wissen sehr wohl, dass die Bibel von anderen Aposteln redet, die nicht zu den ersten Zwölf gehörten und die Gott zu allen Zeiten zur Leitung und Auferbauung seiner Gemeinde zu einem apostolischen Dienst berufen hat.

 

Wenn wir in dieser Schrift darlegten, dass es heute keine "APOSTEL JESU CHRISTI" mehr gibt, so bezieht sich unsere Behauptung allein auf dieses einmalige Apostelamt, das an unabdingbare Voraussetzungen, wie z.B. die Augenzeugenschaft der Auferstehung Jesu, geknüpft war, und folglich mit dem Tod der Augenzeugen erlosch. Im folgenden werden die unterschiedlichen Gruppen von Aposteln, wie sie uns die Heilige Schrift zeigt, aufgezählt:

  1. Der Apostel des Vaters (Hebräer 3,1): Das ist der Herr Jesus. Der Vater hat immer nur Einen (einen Hirten, Hohenpriester, Weg...).
  2. Apostel Jesu Christi: Das sind die Zwölf. Sie bilden die Grundlage für die Gemeinde
    (Eph. 2,20). Paulus als Apostel gehörte zwar nicht zu den Zwölf, den Aposteln des Lammes (Offb. 21,23), war aber dennoch ein Apostel Jesu Christi, weil er die Voraussetzungen für dieses Apostelamt erfüllte, wie wir anhand der Schrift gesehen haben.
  3. Apostel des Heiligen Geistes: Diese sind ausgesandt vom Heiligen Geist (Apg. 13,4). Einer dieser Apostel war Barnabas (Apg. 14,4), ein anderer Silvanus (1.Thes. 2,6).
  4. Apostel der Gemeinde: (2. Kor. 8,23, Phil. 2,25).
  5. Falsche Apostel: welche sagen, sie seien Apostel und sind es nicht (Offb. 2,2; 2. Kor. 11,13).

In unserer Schrift ging es um die Apostel Jesu Christi (Gruppe 2). Die NAK beruft sich darauf, dass ihre "Apostel" ausschließlich zu dieser besonderen Gruppe gehören, ja, dass Gott das "Apostelamt Jesu Christi" in ihrer Mitte wieder aufgerichtet habe, um das angeblich noch nicht vollendete "Erlösungswerk Jesu Christi" zu vollenden. Wie wir aber sahen, kann sie sich dabei nirgends auf Gottes Wort stützen, weil das Erlösungswerk Jesu Christi nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift durch Jesu Sühnetod am Kreuz vollendet ist. Seine Auferstehung und Himmelfahrt und die darauf folgende Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten sind die Bestätigung Gottes für dieses vollendete Erlösungswerk. Die Hauptaufgabe der Apostel Jesu Christi bestand nun darin, dieses vollendete Heilswerk Jesu, das sie selbst mit ihren Augen gesehen haben, zu bezeugen (1. Joh. 1,1-4).

 

Wir müssen sehen, dass Gott die Apostel Jesu Christi für diesen ganz speziellen und einmaligen Auftrag gebraucht hat. Ihr Zeugnis über das vollendete Erlösungswerk Jesu mußte nach dem Ratschluß Gottes in Wort und Schrift für alle Zeiten festgehalten werden (Kol. 1,25). Dieses geschriebene Wort Gottes ist und bleibt die Grundlage und das Fundament vom Zeugnis des vollendeten Erlösungswerkes Jesu Christi für jetzt und in alle Ewigkeit (1. Kor. 3,10; Eph. 2,20). Ein Fundament kann man nur am Anfang eines Bauwerkes legen. Wer wollte kurz vor Vollendung desselben den Grund noch einmal legen? Gott hat dann, nachdem der Dienst der Augenzeugen vollendet war, weitere Apostel berufen, die auf dem bereits gelegten Grund aufbauten (siehe Gruppe 3 u. 4).

 

Diese Apostel, die ausgesandt sind vom Heiligen Geist, hatten keine andere Botschaft, als die ersten Zwölf. Sie meinten auch nicht, dass sie neue Offenbarungen hätten, die über das geschriebene Wort der zwölf Apostel hinausgingen. Paulus: ... nicht über das hinaus, was geschrieben ist. (1. Kor. 4,6). Auch waren sie nicht der Ansicht, dass sie dazu gesandt seien, Gottes "zeitgemäßes Wort" zu verkündigen, weil das Wort der ersten Zwölf nicht mehr "zeitgemäß" sei. Ein solch anmaßender Gedanke wäre ihnen nicht einmal im Traum eingefallen. Nein, das Gegenteil ist der Fall: sie gaben nur das weiter, was sie von den Zwölf gehört und empfangen haben (Hebräer 2,3), nämlich, dass man durch den Glauben an Jesus Christus gerettet wird.

 

Auch der Apostel Paulus hatte keine andere Botschaft. Als der Kerkermeister zu Philippi die Frage an ihn richtete, was er tun solle, um gerettet zu werden, antwortete Paulus ihm da: Glaube an die Apostel? Nein! Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus gerettet werden (Apg.16,31). Diese Botschaft war die Botschaft der Zwölf, die diese von Jesus selbst empfangen hatten. Sie hat sich bis heute nicht geändert. Der Apostel Johannes warnt: Jeder, der weitergeht und nicht bleibt in der Lehre des Christus, hat Gott nicht; (2.Joh.9+10). Gott sandte zu allen Zeiten und in alle Kontinente Männer, die er mit dieser frohmachenden Botschaft des Evangeliums beauftragte, um Menschen zum rettenden Glauben an Jesus zu führen, um Gemeinden zu gründen, zu leiten und zu stärken und aufzuerbauen zu einem geistlichen Tempel im Herrn.

 

Wenn wir daran denken, dass das griechische Wort "Apostel" dem Sinne nach die gleiche Bedeutung hat wie das lateinische Wort "Missionar" - beide Bezeichnungen bedeuten "Gesandter" - so haben wir keine Schwierigkeiten anzunehmen, dass es auch heute noch unter uns von Gott gesandte Männer gibt, die wir mit Fug und Recht auch als "Apostel" bezeichnen könnten. Diese bezeichnen sich selbst aber meistens mit dem lateinischen Wort "Missionar", weil sie sich mit den Aposteln Jesu Christi, die Augenzeugen der Auferstehung Jesu, nicht auf eine Stufe stellen wollen. Wie wir aber sahen, spricht die Schrift eindeutig von Aposteln, die ausserhalb der Augenzeugen wirkten und die bis heute vom Herrn für spezielle Aufgaben und Dienste gesandt werden. Denken wir nur an Männer wie Martin Luther, Hudson Taylor, Watchman Nee, Karl Studd oder C.H. Spurgeon, um nur einige zu nennen. Es hat also in Wirklichkeit nie eine apostellose Zeit gegeben. Folglich war die Berufung "neuer Apostel" sowie einer "Neuen apostolischen Kirche" überflüssig.

 

Fazit: Die NAK hat eine völlig falsche und unbiblische Sicht, nicht nur über das Erlösungswerk Jesu Christi selbst, sondern auch im besonderen über das Apostelamt. Wir müssen diese verirrte Auffassung auf Grund der Heiligen Schrift als Irrlehre verwerfen. Die "Apostel" der NAK gehören deshalb zu den Aposteln der Gruppe 5, den falschen Aposteln, von denen Gottes Wort sagt, dass sie sagen, sie seien Apostel und sind es nicht (Offb. 2,2; und 2. Kor. 11,13).

 

 

Denn es ist ein Gott
und ein Mittler,
zwischen Gott und den Menschen,
nämlich
der Mensch Jesus Christus,
der sich selbst gegeben hat
für alle zur Erlösung
(1. Tim. 2,5-6)

 

Der HERR segne Dich!

 

Anselm Schönfeld / Lutz Jusko