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Du bist neuapostolisch?
Ich war es auch - Wem vertraust Du?

Wem vertraust Du?Gratis: Du bist neuapostolisch? Ich war es auch - Wem vertraust Du?
Wenn wir in unserem Alltag Entscheidungen treffen müssen, benötigen wir sehr oft Rat, denn wir kennen uns nicht in allen Dingen des täglichen Lebens selbst aus. Dabei ist uns wichtig, dass der Ratgeber kompetent und glaubwürdig ist. Wir müssen sicher gehen, dass wir gut beraten werden, denn Fehlentscheidungen können oft schwerwiegende Folgen haben. Wir erkundigen uns also, ob der Ratgeber die nötigen Voraussetzungen mitbringt, ob er ehrlich ist und ob er vielleicht schon anderen erfolgreich geholfen hat.

 

Sollte dies in Fragen des Glaubens anders sein? Nein, keinesfalls, denn es geht hier um noch viel mehr! Es geht nicht nur um die Anschaffung eines neuen Autos, um einen juristischen Rat oder um finanzielle Fragen. Im Glauben geht es um die Frage nach der ewigen Zukunft. Es geht darum, was mit mir geschieht, wenn ich die Schwelle zum Jenseits überschreite bzw. wenn Jesus Christus wieder kommt. Es geht um Errettung oder ewiges Getrenntsein von Gott. Wir sehen, es ist in dieser Sache noch viel entscheidender, wen wir als Ratgeber haben, wem wir vertrauen und wem wir nachfolgen.

 

Können die Apostel der Neuapostolischen Kirche kompetente, glaubwürdige Ratgeber sein? Diese Frage müssen wir uns beantworten. Ich erinnere noch mal daran, es geht ja nicht um irgend etwas, sondern um Deine und meine ewige Zukunft. Sollten wir diese Frage dann nicht beantworten? Fällt die Antwort positiv aus, dann dürfen wir wissen, dass die Apostel der Neuapostolischen Kirche tatsächlich Apostel Jesu Christi und die besten menschlichen Ratgeber sind, die wir bekommen können. Fällt die Antwort aber negativ aus, dann dürfen wir froh sein, dies erkannt zu haben, denn wir brauchen uns nicht länger in die Irre führen zu lassen.

 

Kompetenz
Könnten wir jemandem vertrauen, der uns falsch informiert, der bewusst oder unbewusst die Unwahrheit sagt, der uns wichtige Sachverhalte verschweigt? Nach der Lehre der neuapostolischen Apostel kann nur durch das Apostelamt Sündenvergebung geschehen. Die Freisprache eines lebenden Apostels bzw. eines von ihm beauftragen priesterlichen Amtes sei dafür notwendig. Sündenvergebung und damit Errettung gibt es also nur in der Neuapostolischen Kirche. Es wird dabei immer wieder auf Joh. 20,23 hingewiesen, wo folgendes steht: "Wenn ihr (Die Apostel/Jünger) jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie <ihm> behalten." Wir sollten nie eine Bibelstelle aus ihrem biblischen Kontext herauslösen. Wir wissen nämlich auch aus der Heiligen Schrift, dass nur Gott Sünden vergeben kann: "Was redet dieser (Jesus) so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben außer einem, Gott?" [Mk 2,7] "Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!" [Eph 4,32] Darüber hinaus erfahren wir, dass die Sünden vergeben sind durch den Glauben an Jesus Christus: "Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen" [Apg 10,43]. "Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben" [Joh 8,24]. Weitere Textstellen belegen dies zusätzlich: Jak 5,15; Röm 3,25; Apg 13,38-39; Apg 26,18; usw... . Wenn es also so ist, dass nur Gott Sünden vergeben kann und diese durch den Glauben an den Herrn vergeben sind, muss Joh, 20,23 anders gemeint sein, als es Lehre der Neuapostolischen Kirche ist. Es gibt viele Auslegungen zu dieser schwierigen Textstelle. Ich möchte nur eine nennen, weil sie am besten in den biblischen Kontext passt: Die verheißene Macht und gegebene Autorität steht im Zusammenhang mit der Predigt des Evangeliums, das verkündigt, zu welchen Bedingungen Sünden vergeben werden, und, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, dass dann die Sünde behalten wird. Jesus spricht zu den Jüngern als Gruppe (die Verben stehen im Plural). Obwohl der Mensch keine Macht hat, Sünden zu vergeben, kann er doch aufgrund dessen, was Gott in Christus getan hat, die Vergebung zusprechen, dies kann jeder Jünger des Herrn tun, er braucht kein Amt zu haben. Nun könnte man einwenden, dass diesen Auftrag nach Joh. 20,23 aber nur die Apostel haben. Dies wäre aber kein berechtigter Einwand, denn aus Lukas 24,33 erfahren wir, dass Jesus diesen Auftrag nicht nur den 11 Jüngern erteilte, sondern allen im Raume anwesenden Gläubigen. Die Schrift unterscheidet hier nicht nach Jüngern und Apostel: “Und sie (Die Emmaus-Jünger) standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Und sie fanden die Elf und die, die mit ihnen waren, versammelt,...” . Aus dem Textinhalt der folgenden Verse in Lukas 24 geht eindeutig hervor, dass es sich um dieselbe Begebenheit wie in Johannes Kapitel 20 handelt.

Wir sehen, Sündenvergebung geschieht nach biblischem Zeugnis durch den Glauben an Jesus Christus. Die Versöhnung mit Gott und die daraus resultierende Rechtfertigung geschieht durch die Inanspruchnahme der Versöhnungstat Jesu am Kreuz von Golgatha: “Gott aber erweist {seine} Liebe zu uns darin, daß Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden. Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.” [Röm 5,8-11]

Nach neuapostolischem Zeugnis geschieht Versöhnung jedoch durch: "...einen lebendigen Glauben an die durch die Apostel Jesu angebotene Gnade in dem Wort der Vergebung und in den Gnadentaten der Sakramente..." (1) Welch ein Unterschied! Nach biblischem Zeugnis der neutestamentlichen Apostel geschieht Vergebung durch den Glauben an Jesus und die Versöhnung durch die Versöhnungstat Jesu am Kreuz. Nach neuapostolischem Zeugnis müssen Menschen an die durch Apostel Jesu angebotene Gnade glauben und die Sakramente, die als Gnadentaten bezeichnet werden in Anspruch nehmen! Dadurch ist man nicht von Gott sondern, von Menschen abhängig, von den Aposteln der NAK.

 

Doch Gott ist frei und souverän, wir wissen, dass sich Gott nicht von Menschen abhängig macht. Wie hätte Jesus sonst zum Schächer am Kreuz sagen können "Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein"? Dieser kam nicht unter die Freisprache eines Apostel, er war wahrscheinlich nicht mal getauft, mit Sicherheit aber nicht versiegelt! Er erkannte in Jesus den Christus (Messias) und glaubte an ihn und war damit errettet!

 

Zuverlässigkeit/Glaubwürdigkeit
Würden wir jemandem vertrauen, der heute dies sagt und morgen das, der heute etwas behauptet, was morgen schon wieder keine Gültigkeit mehr hat? Leider erleben wir heute in der Politik genau dies. Pläne werden heute erstellt, die morgen schon wieder hinfällig sind. Eigentlich kann man sich dies schon im Weltlichen nicht leisten, weil die Glaubwürdigkeit darunter leidet. Auch die gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Systeme werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Wenn dies schon im Nichtglaubensbereich schädlich ist, wie viel schädlicher ist es dann für uns, wenn es um die Seele geht?

Gott ist unveränderlich, er wandelt sich nicht, er bleibt immer derselbe. An keiner Stelle des Neuen Testaments wird deutlich, dass sich die Lehre im Laufe der Wirksamkeit der neutestamentlichen Apostel verändert hat. Warum nicht? Ganz einfach, es ist die Lehre Jesu Christi und Christus ist Gott und Gott wandelt sich nicht. Dies wusste wohl auch Stammapostel Urwyler, er schrieb 1986 in einer Belehrung über Konkubinat, Homosexualität usw. folgendes: „Die Jesu- und Apostellehre ist unveränderlich.“ Er hatte recht, die Lehre der Apostel des Neuen Testaments ist tatsächlich unveränderlich. Aus diesem Grund ist es unmöglich, dass sich fundamentale Bereiche der Lehre verändern, ja sich sogar widersprechen könnten. Noch im Jahre 1908 wird nach der Lehre der NAK ein Mensch Teil des Leibes Jesu, indem er getauft wird. Auch ist die Taufe demnach das Bad der Wiedergeburt. Im Glaubensbekenntnis von 1908 (2) heißt es in Artikel 6: “Ich glaube, daß der Mensch durch die Heilige Taufe das Kaufzeichen des Lammes empfängt und daß sie das Bad der Wiedergeburt ist, wodurch der Mensch als Glied dem Leibe Christi einverleibt wird...”. Spätestens ab dem Jahr 1971 ist die Taufe nur noch die Voraussetzung zum Empfang des Heiligen Geistes und ein Teil der Wiedergeburt. Jetzt wird mit der Versiegelung der Mensch ein Glied am Leibe Christi! Im Bekenntnis von 1971 (3) heißt es in Artikel 6: “Ich glaube, daß die heilige Taufe mit Wasser ein Bestandteil der Wiedergeburt ist und der Täufling dadurch die Anwartschaft zur Empfangnahme des Heiligen Geistes erlangt...” Und weiter in Artikel 8: “Ich glaube, daß die mit Wasser Getauften durch einen Apostel...den Heiligen Geist empfangen müssen, wodurch sie als Glieder dem Leibe Christi eingefügt werden.” Im Jahre 1908 ist die Taufe das Bad der Wiedergeburt, 1971 ist sie nur noch ein Teil der Wiedergeburt. 1908 wird durch die Taufe der Mensch ein Glied am Leibe Christi, 1971 geschieht dies durch die Spendung des Heiligen Geistes (Versiegelung).

Nun, wenn es um die Kleidung der Gemeindemitglieder, wenn es um das Tragen eines Bartes oder um andere äußerliche Dinge ginge, wären Veränderungen durchaus vorstellbar ja sogar sehr wahrscheinlich und auch notwendig, doch hier geht es um die Fundamente des Glaubens! Es geht hier aus neuapostolischer Sicht um heilsentscheidende Dinge!
Könnte Gott im Jahre 1908 noch eine andere Handlung, ein anderes Sakrament am Menschen zur Eingliederung in seine Gemeinde in den Leib Christi erwarten als im Jahre 1971? Kann denn im Jahre 1908 etwas wahre Jesu- und Apostellehre sein, was im Jahre 1971 völlig anders ist bzw. keine Gültigkeit mehr hat? Dies ist nicht möglich!

Auch in jüngster Vergangenheit hat es nachweislich Lehrveränderungen gegeben, die schriftlich öffentlich gemacht wurden. Z.B. die Lehre über die Schlüsselgewalt, Löse- und Bindegewalt oder die Stellung des Stammapostels in Bezug auf das Haupt der Kirche Jesu Christi!
Wie soll ich denen vertrauen, die gestern etwas anderes lehrten als heute, woher soll ich wissen, dass nicht morgen das von heute erneut keine Gültigkeit mehr hat?
Dass es sich bei der NAK-Lehre um menschliche Weisheit bzw. Lehre handelt ist u.a. bewiesen durch ihre drastische Veränderung. Innerhalb weniger Jahrzehnte. Worauf soll aber der Glaube ruhen? Auf menschliche Weisheit?! Nein, auf Gottes ewiges vollgültiges unveränderliches Wort, die Bibel!

 

Einen weiteren Punkt muss ich leider ansprechen. Können wir jemandem Vertrauen schenken, der bewusst Dokumente verändert, ohne deutlich auf die Veränderungen hinzuweisen? Dies ist ein schwerer Vorwurf, ich bin mir dessen bewusst. Deshalb werde ich dies auch eindeutig belegen müssen. Im Jahre 1932 hat das Apostelkollegium der Neuapostolischen Gemeinden eine Schrift herausgegeben, welche das ‘Zeugnis der Apostel an die geistlichen und weltlichen Häupter der Christenheit - aufgestellt im Jahre 1836’ zum Inhalt haben soll. Zwar räumt das Apostelkollegium im Vorwort ein, dass “die wertvollsten Teile dieses >>Zeugnisses der Apostel<<” (4) enthalten sind, gibt also einen Hinweis darauf, dass Teile fehlen, lässt aber völlig offen in welchem Umfang und an welchen Stellen der Originaltext gekürzt wurde. Mir liegen beide Texte vor, das Original und der von der NAK herausgegebene Text. Leider kann man nicht nur von Kürzung sprechen sondern man muss die NAK-Ausgabe als Fälschung bezeichnen. Es wurden nicht nur umfangreiche Passagen weggelassen, ohne dies zu kennzeichnen, man hat auch Texte und Formulierungen eingefügt und damit die Aussage des Originals verändert. Schon im ersten Absatz des Textes beginnt der Schwindel, dort heißt es im Original: “Die Kirche Christi ist die Gemeinschaft aller, ohne Unterschied der Zeit und des Landes, welche im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft und durch die Taufe Wasser- und Geistestaufe von allen anderen Menschen ausgesondert sind. Ein Leib (Eph.4,4), ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit (1.Tim.3,15), die Wohnstatt Gottes, der Tempel des Heiligen Geistes (2.Kor.6,16). Sie ist es, die den Willen Gottes allen Menschen erklärt und seine Wege lehrt. Sie ist es, in der Gottes Wort und Ordnungen bewahrt werden. ...” (5). Das Apostelkollegium hat ohne dies zu kennzeichnen die durchgestrichene Passage entfernt und die unterstrichene Passage einfach in den Originaltext eingefügt, ebenfalls ohne dies irgendwo zu kennzeichnen. Dies ist nur ein Beispiel von sehr vielen Veränderungen des Textes. Dieser Sachverhalt wurde seinerzeit auch von der theologischen Fachpresse bemerkt und kritisiert. Der neuapostolische Leser jedoch bekam von dem nichts mit und glaubte er halte den Originaltext aus dem Jahre 1832 in der Hand.

 

Herkunft/Auftrag/Auftraggeber
Aus der Heiligen Schrift erfahren wir, dass alle Apostel jüdischer Abstammung waren. Paulus hebt dies besonders hervor, als er sich bezüglich seines Apostelauftrags gegen falsche Apostel verteidigen muss: "Sie (die falschen Apostel) sind Hebräer? Ich auch. Sie sind Israeliten? Ich auch. Sie sind Abrahams Nachkommen? Ich auch" [2. Kor 11,22].

Alle Apostel sind/waren Zeugen der Auferstehung und des Wirkens Jesu. Jesus sagt in Lukas 1 zu seinen Aposteln: "Ihr nun sollt meine Zeugen sein, angefangen von Jerusalem, Samarien und bis an das Ende der Erde." Zeuge kann nur der sein, der etwas gesehen hat. Berichten kann nur der, der Augenzeuge eines bestimmten Geschehens ist. Wer nichts gesehen hat, kann auch nichts berichten, kann also auch kein Zeuge sein. Haben wirklich alle neutestamentlichen Apostel den Herrn gesehen? Ja! Paulus schreibt: "Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden." [1Ko 15,6-8]

Welchen Auftrag hatten die Apostel Jesu? Sie sollten von der Auferstehung und von dem Wirken Jesu zeugen. Deshalb konnte die Lücke die Judas hinterließ nicht von irgendwem ausgefüllt werden sondern: "Es muß nun von den Männern, die mit uns gegangen sind in all der Zeit, in welcher der Herr Jesus bei uns ein- und ausging angefangen von der Taufe des Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns hinweg aufgenommen wurde - von diesen <muß> einer Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden" [Apg 1,21-22]. Sie waren also alle Zeugen des Geschehens und trugen die Botschaft in die Welt. Dieses Zeugnis liegt uns noch heute in den Evangelien und den Briefen der Apostel vor. In diesem Sinne kann es heute keine lebenden Apostel Jesus Christi mehr geben, denn niemand kann heute mehr behaupten Augenzeuge des Wirkens und der Auferstehung zu sein. Darüber hinaus wäre dies auch überflüssig, denn das Zeugnis liegt uns ja in geschriebener Form in der Heiligen Schrift vor. Dieses geschriebene Zeugnis wird tatsächlich heute durch christliche Missionare bis an das Ende der Erde getragen. So erfüllt sich heute das Wort des Herrn aus Lukas 1. Jeder kann in der "Akte Jesu" lesen und prüfen, wenn er es will.
Einmal zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild. Die biblischen Apostel waren alle jüdischer

Abstammung, hatten alle den Herrn gesehen, wurden von ihm selbst beauftragt Zeugen seiner Auferstehung und seines Wirkens zu sein! Können die Apostel der NAK diesem Anspruch gerecht werden? Nein! Trotzdem nennen sie sich Apostel Jesu Christi! Kann man jemandem vertrauen, der vorgibt etwas zu sein, was er aber tatsächlich gar nicht sein kann?

 

Werdegang
Gott ist ein Gott der Ordnung. Die Natur folgt der von Gott festgelegten Ordnung. Der Erlösungsplan für uns Menschen wurde wohlgeordnet von Gott geplant und ausgeführt. Die Bibel ist voll von den Ordnungen Gottes. Unordnung und Chaos ist ein Zeichen menschlichen Einflusses. Durch Unordnung und Chaos entsteht nichts Göttliches und vom Heiligen Geist inspiriertes. Paulus schreibt: "Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens." [1.Kor 14,33] Wo Gott wirkt entsteht Ordnung und Frieden und nicht Unordnung, Chaos und Streit!

Was hat das alles mit der Neuapostolischen Kirche zu tun? Wenn wir die Entstehungsgeschichte der Neuapostolischen Kirche genauer betrachten wird dies schnell deutlich. Greifen wir einige entscheidende Ereignisse heraus. Zu Beginn entstand die Katholisch- apostolische Bewegung. Im ersten Drittel des 19ten Jahrhunderts gab es scheinbar wieder Wirkungen des Heiligen Geistes wie am Anfang in den urchristlichen Gemeinden. Zungenreden, Krankenheilungen und allerlei Wunder bewegten die Gemüter. Ein Zeitzeuge jedoch, der Mitbegründer einer weiteren christlichen Bewegung John Nelson Darby beurteilte diese Dinge anders: "... Doch die Erscheinungen in Schottland entsprachen nicht den Vorstellungen Darbys von der Gegenwart des Heiligen Geistes. Er wandte sich ganz entschieden von diesen Kreisen, die dann wesentlich zur Entstehung der Katholisch-apostolischen Gemeinden beigetragen haben, ab. Er konnte in den enthusiastischen Erscheinungen keinen Sinn sehen ’Zu Pfingsten’, so schrieb er einmal, ’wurden die Sprachen von allen, die Zungen der Irvingianer dagegen von keinem verstanden’." (6) Auch in der Gemeinde in London, die Edward Irving selbst prägte, gab es solche Erscheinungen, ein Zeitzeuge: „Ich ging zur Kirche ... und war wie gewöhnlich durch Irvings Vorträge und Gebete sehr befriedigt und erbaut; plötzlich aber wurde ich unerwartet unterbrochen durch die wohlbekannte Stimme einer Schwester, welche nicht länger im Stande sich zurückzuhalten und die kirchliche Ordnung scheuend, in die Sakristei eilte und dort dem Ausbruche freien Lauf ließ, während eine andere, wie ich hörte, aus demselben Antrieb das Seitenschiff entlang und durch die Haupttür zur Kirche hinauseilte. Die plötzlichen kläglichen unverständigen Töne wurden von der ganzen Versammlung gehört und verursachten die äußerste Verwirrung. Das Aufstehen, das Verlangen, etwas zu sehen, zu hören und zu verstehen von jeder der anwesenden 1.500 oder 2.000 Personen machte einen Lärm, den man sich leicht vorstellen kann...“. (7) Tumultartige Zustände in der Gemeinde, gewirkt vom Heiligen Geist?!

 

Als es zur ersten Abspaltung von der Katholisch- apostolischen Bewegung im Jahre 1863 kam, war ebenfalls alles andere als die Ordnung Gottes erkennbar. Nachdem der Prophet Heinrich Geyer vergeblich versucht hatte neue Apostel zu berufen - Die Berufungen wurden entweder von den Aposteln oder den Berufenen selbst verworfen - , bezeichnete er am 10.10.1862, nachts ohne Wissen der noch lebenden Katholisch-apostolischen Apostel (Der Apostel Woodhouse war mit Heinrich Geyer zusammen in Königsberg auf einer Visitationsreise) den Ältesten Rudolf Rosochacky zum Apostel. Dieser nahm die Berufung an, wurde aber erst einige Monate später im Januar 1863 als Apostel der Gemeinde in Hamburg vorgestellt und von dieser akzeptiert. Vorher im Dezember 1862 wurde Geyer allerdings vom Engel (Bischof) der Berliner Gemeinde aufgrund unterschiedlicher Auffassung über die Entrückungslehre suspendiert. Der Prophet wurde nach den Ereignissen in Hamburg exkommuniziert. (8) Nur wenige Tage nach der Anerkennung in Hamburg wandte sich Rosochacky gegen seine Berufung, bezeichnete sie als Irrtum und kehrte reumütig zur Kath.- ap. Bewegung zurück. Er schrieb an F. Schwarz in Hamburg: „...Als die Gemeinde zu Hamburg die Kunde vernahm, dass ein weiterer Apostel berufen sei, da war ihre erste Tat Empörung gegen die ihr von Gott gegebene Ordnung. Unmöglich war dies ein Wirken des Heiligen Geistes...Wer hat der Gemeinde das Recht gegeben, mich als Apostel anzuerkennen und als solchen mich zu proklamieren? Wäre meine Berufung eine göttliche gewesen, so hätte kein Widerspruch mit den übrigen Aposteln entstehen können, denn ein Apostel Jesu Christi kann nicht den anderen Apostel des Herrn hinauswerfen und absetzen helfen...Wäre er (Geyer) damals wirklich vom Heiligen Geist getrieben, und wollte mich Gott zu seinem Apostel haben, so wäre die Berufung nicht heimlich geschehen, sie hätte nicht nötig gehabt das Licht zu scheuen...Fragen wir nun endlich, wie es möglich gewesen sei, so in die Ränke Satans zu geraten, so arg sich zu verirren und zu versündigen, wie wir es getan...“ (9).

Dies war nun der 13-Tage Apostel, der sich abspaltenden Hamburger Gemeinde. Was ist geschehen? Welch ein Chaos. War Rosochacky tatsächlich ein Apostel? Wenn ja, warum wurde er von den anderen Aposteln nicht anerkannt? Wenn ja, warum hat er dies selbst nachträglich verworfen? Wenn nein, war dann Geyer ein echter Prophet, der doch Rosochacky als Apostel berief? Waren die anderen keine echten Apostel, da sie doch die Berufung nicht anerkannten? Wie kann aus einer Bewegung mit falschen Aposteln eine echte apostolische Bewegung hervorgehen? Wo ist der feste Grund, die Grundlage? Ist dieses Wirrwarr die Wirkung des Heiligen Geistes?

Nun stand diese neue Gruppe, die sich später Allgemeine christliche apostolische Mission nannte, ohne Apostel da und es entstand Verunsicherung, Ratlosigkeit und Bestürzung. Während einer Abwesenheit von Geyer wurde in Hamburg daraufhin der Priester Preuss von einem Diakon zum Apostel berufen. Ämter wurden bis zu diesem Zeitpunkt immer und ohne Ausnahme vom Propheten berufen. Geyer beschreibt dies folgendermaßen: „...wehrend ich in Berlin war, in Hamburg durch einen Diakon der Priester Preuß als Apostel berufen wurde. Ich wurde durch den Vorsteher Priester Schwarz nach Hamburg gerufen, um hier Rath zu geben, indeß ich konnte geschehene Dinge nicht ungeschehen machen. Es war im Wege der Unordnung geschehen, so wie Ruben seines Vaters Jacob Bette bestiegen (Gen. 35,22 - Verf.), so konnte ich auch ein solch uneheliches Kind nicht töten. Wir mussten unser Schicksal tragen, bis am 25. Juli 1878 dieser Bruder Preuß starb. Ich schweige von all dem Leid, welches uns während der zeit wiederfuhr.“ (10) So der Prophet Geyer über den zweiten Apostel nach der Abspaltung von der Katholisch- apostolischen Bewegung! Geyer, der selbst Rosochacky im Wege der Unordnung berufen hatte bezeichnete die Berufung Preuss´ als in Unordnung geschehen, er war ein Schicksal das man tragen musste, gleich einem unehelichen Kind, das man nicht töten konnte, welches viel Leid verursachte?! Das war nun der zweite Apostel nach der Abspaltung von der Kath.- ap. Bewegung.

 

Leider sind wir noch nicht bei der Neuapostolischen Kirche angelangt. Die Allgemeine christliche apostolische Mission hatte zunächst in Hamburg, in Berlin, in Norddeutschland und später auch in Holland (Dort hieß sie zunächst Apostolische Zending und später Hersteld Apostolische Zendingkerk) ihre Gemeinden und Anhänger. Geyer berief im Jahr 1964 noch 4 weitere Apostel (Stechmann, Hohl, Hoppe und Bösecke) für bestimmte Stämme (Apostelbezirke). Der Apostel Schwarz setzte 1872 F. W. Menkhoff als Apostel ein.

 

Im Jahr 1878 kam es in Hamburg während eines Gottesdienstes zu tumultartigen Geschehnissen. Zu dieser Zeit brodelte es in der Gemeinschaft wg. der Nachfolgefrage des verstorbenen Apostels Preuss. Heinrich Geyer verließ das Gemeindelokal mit dem überwiegenden Teil der Gemeindemitglieder. Nur eine kleine Anzahl blieb bei den Aufständischen. Aus dieser kleinen Anzahl Gemeindemitgliedern - unter denen schon Fritz Krebs, der spätere Stammapostel war, er war extra aus dem Harz angereist und unterstützte die Tumulte - entstanden später die Neuapostolischen Gemeinden. Die Geschehnisse im Einzelnen: „Am Sonntag dem 31.3.1878, berief er (Geyer) im Gottesdienst der Hamburger Gemeinde den dortigen Unterdiakon J.F.L. Güldner zum Apostel für Norddeutschland und Skandinavien“. (11) Zu dieser Zeit lag der Apostel Preuss wahrscheinlich an Magenkrebs leidend auf dem Krankenlager. „Preuss, der sich offensichtlich übergangen fühlte,...bestimmte ’noch auf dem Totenbette’ den Ältesten Eduard Wichmann 'zu seinem Nachfolger’...Unter dem Einfluß von Wichmann - der (laut F. Schwarz) ’selber Apostel zu sein’ wünschte... - und Krebs versuchten die Gegner Geyers und seiner Anhänger die Aussonderung von Güldner mit allen Mitteln zu verhindern...“ (12) . Ein Augenzeuge berichtet über den Berufungsgottesdienst am 4.8.1878 nach dem Tod von Apostel Preuss, dieser war zuvor am 25.7.1878 verstorben: „ ’Als die Berufung (Güldners) durch den Propheten Geyer ausgesprochen war, erhob sich, wenn ich nicht irre, ein Widerspruch...aus der Gemeinde, ich erinnere mich noch sicher daran, dass F.Wachmann...rief: »Es muss geschieden werden« ...Darauf erhob sich Wichmann, drückte den Propheten Geyer, mit beiden Händen auf dessen Schulder fassend, nieder und sagte: »Nun will ich mal die Sache in die Hand nehmen«...Meines Wissens waren Krebs und noch zwei andere Diener vom Harz schon am Vormittag bei Karl Frank am Alsterweg eingetroffen, sie kamen aber erst zum Nachmittagsdienst...Es fand dann am selben Abend tatsächlich eine solche Versammlung und Abstimmung in der Wohnung des Evangelisten Gerstenkorn statt, die Verwerfung der Berufung des Apostels Güldner und die Trennung wurde beschlossen...danach haben die Anhänger des Krebs und Genossen dem Apostel Güldner und dem Propheten Geyer sowie ihren Anhängern den Zutritt zur Kapelle verwehrt’ “. (12) Dies war wohl nicht mehr notwendig, denn: „Die Vorgänge in jenem Gottesdienst müssen in der Tat würdelos gewesen sein...Jedenfalls nahmen Geyer und seine Anhänger ’ihre Gewänder, ließen die ganze Kirche- und Altar- Einrichtung zurück und gingen von dem »entheiligten Ort«, ohne auch nur ein Wort zu sagen fort, um ihn nie wieder zu betreten, während ihnen nach der Mitteilung eines Ohrenzeugen...»jene Wüterliche Schimpfworte nachriefen«’ “. (13) Es blieb nur ein kleiner Rest von ca. 50 Gemeindegliedern übrig. Aus diesem Rest und den kleinen norddeutschen Gemeinden entwickelte sich die apostolische Gemeinde, die sog. Neue Ordnung. Im Grunde ist in diesen Ereignissen von 1878 die Geburtsstunde der NAK zu sehen. Es folgten chaotische Szenen in der Restgemeinde, die nun wieder ohne Apostel da stand - Die anderen Apostel waren für andere Stämme bzw. Apostelbezirke zuständig-, Wichmann war zwar von Preuss zum Apostel bestimmt doch noch von niemandem berufen und eingesetzt! Es sei zu wilden Apostelberufungen gekommen, die jedoch nicht tatsächlich zu neuen Aposteln führten. F.Schwarz schreibt dazu: „ ’ ... Die Frau des einen Ältesten rief durch Weissagung ihren Mann und der Sohn seinen Vater zum Apostel im Stamm; also waren schon zwei Apostel. Eine Dienstmagd rief ihren Herrn zum Apostel, das waren also drei. Ein vierter wurde im Stillen noch durch andere weissagende Personen berufen. Ja mehrere Brüder sind mir bekannt, die meinten, Apostel für den Stamm sein zu können...’ “ (14). Erst später nannte sich diese neue „Ordnung“ Neuapostolische Gemeinde und erst ab 1921 Neuapostolische Kirche. Wir können hier wieder die Frage stellen: Wer war echter, wer war falscher Apostel, wer war echter und wer war falscher Prophet?

 

Zu erwähnen sei noch kurz, dass es ein Jahr später am 25. Juli 1879 in Braunschweig wieder zu unwürdigen Szenen kam als die Frage der Berufung von Güldner noch mal behandelt wurde. Zugegen waren u.a. Apostel Schwarz, Menkhoff und Hohl, der Propheten Marticke und Fritz Krebs. Ein Augenzeuge berichtet: „ ’ Man fragte Gott, »ob Güldner ein Apostel« sei, und als auf dreimaliges Fragen keine Antwort kam, schrie man förmlich Gott an, »warum er denn keine Antwort« gäbe. Das ging eine Weile so fort, bis die ganze Versammlung in eine solche Ekstase geriet, dass Berufungen über Berufungen erfolgten, der eine dies schrie, der andere das. Der eine rief diesen aus, der andere schrie »nein, der soll es sein.«...Das Ende vom Lied war, dass Menkhoff zunächst die Leitung übernahm und danach Krebs designiert wurde... ’ “ (15). Aus einem Originalbericht der Geschehnisse in Braunschweig erfahren wir auch folgendes: „ ’ Wie aus dem weiteren Verlauf und aus dem ganzen Auftreten des Apostels Schwarz hervorgeht, hatten die Empörer diesen Apostel über die Persönlichkeit, den Glauben und die Fähigkeit des Apostels J.Güldner absichtlich falsch unterrichtet und auch den Torpropheten Geyer ganz unberechtigter Weise in ein sehr schlechtes Licht gerückt...Nur daher ist es zu erklären, dass Ap. Schwarz sogar die Antwort verwirft, die ihm Gott durch den Propheten Martike aus Berlin gab, als er in dieser Versammlung in Braunschweig Gott fragte, ob Güldner ein vom Herrn berufener Apostel sei...’ “ (16). Der von Apostel Preuss zum Apostel bestimmte und in den Tumulten vom 4.8.1878 von seiner Frau und seinem Sohn zum Apostel berufenen Wichmann wurde von Apostel Menkhoff als Bischoff eingesetzt, doch wenige Monate später von Menkhoff “ >>wegen Mangel<< an Zeit seines Amtes enthoben” (17).

1895 nutzte der spätere Apostel Fritz Krebs den Tod des Apostels Schwarz um seinen Einflussbereich auf Holland auszudehnen und endgültig das Stammapostelamt einzuführen, welches es bis dahin im heutigen Sinne nicht gab. Auch dabei kam es zu Unruhen und Spaltungen. Die Turbulenzen legten sich nicht. Die Geschichte der Neuapostolischen Kirche ist vor allem eine Aneinanderreihung von Konflikten in den eigenen Reihen, Trennungen und Ausschlüssen. Auch während der Wirkungszeit von Stammapostel Niehaus und Bischoff gab es viel Leid, viele Ausschlüsse und Abspaltungen. Der Autor des Buches „Gott hat Wege in der Wüste“ dokumentiert ausführlich seit 1863 über 100 Abspaltungen und Auschlüsse! Es würde den Rahmen dieser kleinen Schrift sprengen, wenn man alles genau beschreiben wollte. Ich nenne nur kurz die bedeutsameren Gruppen, die sich aus der NAK heraus abgespalten haben oder durch Exkommunikation entstanden sind um diese Tatsache etwas zu verdeutlichen: Hersteld Apostolische Zendingskerk/Niederlande (1897), Hersteld Apostolische Zendingsgemeente (1900/1930), Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus/Apostelamt Juda (1902), Apostolic Church of Queensland (1911), Reformiert-Apostolischer Gemeindebund (1921), Apostelamt Jesu Christi (1923), Apostolische Genootschap (1940), Christen unserer Zeit (1949), Apostolische Gemeinde des Saarlandes (1951), Apostolic Church/Apostel Unity (Südafrika 1954), Apostolische Gemeinschaft (1955), United Church of India (1974), Apostolische Gemeinde e.V. (1989).

 

Wir haben uns nun viel Zeit genommen um die Entstehung der Neuapostolischen Kirche etwas zu beleuchten. Zugegeben, es ist recht umfangreich geworden, doch ist dies das Minimum an Information welches notwendig ist um ein einigermaßen korrektes Bild von den Anfängen der NAK zu bekommen. Im Anbetracht dessen klingt es schon seltsam, wenn man zur Entstehung der NAK in einer Informationsschrift u.a. lediglich folgende Darstellung liest: “...Durch Weißsagung aus dem Heiligen Geist wurden ab 1832 die ersten Apostel und weitere kirchliche Amtsträger gerufen. Die ersten Gemeinden des neuen apostolischen Glaubens entstanden in England, und zwar in Albury und London. Von der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts an entwickelte sich aus diesen Anfängen die neuapostolische Kirche” (18). Der Leser muss hier den Eindruck bekommen, als sei die NAK direkt aus der katholisch- apostolischen Bewegung hervorgegangen und mit ihr vergleichbar. Dass es in den meisten Bereichen (Lehre, Ämterstruktur, Liturgie, usw.) kaum noch Parallelen gibt, wird durch diese Darstellung ebensowenig deutlich, wie die fragwürdige Entwicklung hin zur heutigen Neuapostolischen Kirche. Vielleicht ahnen die Apostel der NAK, welche Schlüsse man ziehen muss, wenn man sich ausführlicher mit der NAK-Historie befasst. Darum fällt es schwer zu glauben: „Die Neuapostolische Kirche ist die Kirche Jesu Christi, gleich den apostolischen Gemeinden zur Zeit der ersten Apostel. Als das wiederaufgerichtete Erlösungswerk des Herrn wird sie vom Heiligen Geist regiert.“ (19). Darüber hinaus muss man sagen, dass in Anbetracht der vielen Abspaltungen der jeweilige Stammapostel und die Apostel dem selbst definierten Auftrag nicht gerecht geworden sind, nämlich: „das geistige Einssein aller Apostel der Erde mit dem Stammapostel und untereinander zu pflegen, zu fördern und zu erhalten“. (20) Diese Sachverhalte sind im Einzelnen vielleicht neu für Dich. Wenn Du Dich näher damit befassen möchtest, gibt es dazu einige gute seriöse wissenschaftliche Veröffentlichungen, die Du in den Literaturhinweisen am Ende der Schrift findest.

 

Es fühlt sich vielleicht gut an, in der Neuapostolischen Kirche zuhause zu sein. Die Gemeindemitglieder sind nett, die Gottesdienste und der Gesang geben einem ein Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit. Man hat evtl. einen Auftrag und wird gebraucht. Man mag vielleicht denken, was interessiert mich der Schnee von gestern, wir leben im Heute und im Jetzt und jetzt ist alles ganz anders. Ist alles ganz anders? Ist jetzt die Neuapostolische Kirche auf dem richtigen Weg? Die Lehre steht immer noch im Widerspruch zur Heiligen Schrift, die Apostel können immer noch nicht Apostel Jesu Christi sein und einen festen Halt in einer auf biblischem Boden fest verankerten Glaubenslehre gibt es immer noch nicht! Die Entstehung geschah in Unordnung und Chaos und die Lehre die verkündet wird ist unbiblisch und aufgrund ihrer Wandelbarkeit nicht vertrauenswürdig.

 

Wer ist Zuverlässig, wem können wir vertrauen?
Nach dem oben Geschriebenen wirst Du Dich vielleicht fragen, ja kann man das denn alles glauben? Das ist eine berechtigte Frage, denn die Bibel fordert dazu auf alles zu prüfen, was uns in Glaubensfragen entgegengebracht wird. In der Apostelgeschichte beschreibt Lukas: „Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.“ [Apg 17,11]. Der Apostel Paulus schreibt an die Thessalonicher: „prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ [1Thes 5,21]. Eine weitere Stelle, die eindeutig dazu auffordert die Lehren derer zu prüfen, die Lehren verkünden ist Phil 1,10: “damit ihr prüft, worauf es ankommt, damit ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Christi“. So bitte ich Dich, prüfe noch einmal eingehend die Lehre der Neuapostolischen Kirche und deren Apostel. Übernimm aber auch das von mir Geschriebene nicht ungeprüft, sondern stelle alles unter das Licht der Heiligen Schrift, dies ist der einzige zuverlässige Maßstab, den wir von Gott an die Hand bekommen haben um uns orientieren und beurteilen zu können. Überprüf auch das in Bezug auf die neuapostolische Entstehungsgeschichte Geschriebene mit der zur Verfügung stehenden Literatur (siehe Literaturhinweise).

 

Ich möchte noch, dass Du weißt, ich selbst war über dreißig Jahre von Geburt an neuapostolisch. Diese Schrift entstand nicht aus Enttäuschung heraus oder weil ich der NAK schaden möchte. Ich sorge mich sehr um jeden, der Mitglied der Neuapostolischen Kirche ist. Meine Liebe zu Dir und zu meinem Herrn Jesus Christus trieb mich dazu, diese Zeilen für Dich aufzuschreiben. Es geht nicht um die Reformierung einer ganzen Glaubensgemeinschaft, so sehr dies auch wünschenswert wäre. Es geht um jede einzelne Seele, es geht um Dich und Deine ewige Zukunft!

 

Einem kannst Du ganz sicher vertrauen und das ist Jesus Christus. Er sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." [Jo 14,6] Jesus Christus ist die Wahrheit! In den Schriften des Neuen und Alten Testaments erfahren wir etwas von Jesus Christus, der Wahrheit. Er sagt uns auch, wie wir zu Gott zum Vater kommen, durch ihn! Er ist auch der Weg und wer diesen Weg beschreitet, der kommt zum Vater und damit zum Leben, darum ist Jesus auch das Leben! Jesus selbst sagt in Kapitel 3, Vers 20 seiner Offenbarung: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir". Hörst Du das Klopfen des Herrn? Hast Du ihm die Tür bereits aufgetan?

Öffne ihm doch die Tür, wende Dich im Gebet an ihn und bitte ihn, dass er in Dein Leben kommt, bitte ihn um Vergebung Deiner Sünden. Ein solches Gebet könnte in etwa so lauten: "Herr Jesus Christus, du weißt, daß ich in meinen Gedanken, meinen Worten und meinem Handeln gegen dich gesündigt habe. Und wie oft hätte ich Gutes tun können und habe es nicht getan. Bitte vergib mir. Ich bereue meine Sünden und möchte mich von allem abwenden, was falsch ist. Du hast dein Leben für mich am Kreuz gegeben. Deshalb gebe ich dir jetzt mein Leben. Und ich bitte dich, nimm du es in Besitz. Komm als mein Erlöser, der mich rettet. Komm als mein Herr, der mich führt. Komm als mein Freund, der mich umgibt. Ich danke dir, dass du mich erhört hast! Amen."

 

Wenn du dieses Gebet von ganzem Herzen gebetet und ernst gemeint hast, dann hast du jetzt Jesus in dein Leben aufgenommen. Nun lebt er durch seinen Heiligen Geist in dir.

 

Was nun, wie geht es nun weiter? Du bist nun ein Kind GOTTES, es ist große Freude im Himmel. Du bist nun auch ein Christ. Schau Dich doch einmal in Deinem Ort um, ob es dort eine bibeltreue christliche Gemeinde gibt. Du erkennst sie daran, wie sie zur Bibel steht und was im Zentrum ihres Lebens und ihrer Verkündigung ist. Wenn sie die Bibel uneingeschränkt als das Wort GOTTES, als wahr, als vom Heiligen Geist inspiriert und ohne Fehler sieht, wenn JESUS der Mittelpunkt der Predigt und der Gemeinschaft ist, dann bist Du richtig. Die Gemeinschaft mit Christen ist stärkend und bringt Freude zugleich. Lies selbst die Heilige Schrift, sie ist das geschriebene Wort GOTTES. In ihr erfährst Du den Willen GOTTES und etwas darüber, wie es nun, über diese ersten Schritte hinaus, weitergeht, mit Dir ganz persönlich und der Zukunft der Welt. Du darfst Dich natürlich auch gerne an uns wenden.

 

Der HERR segne und behüte Dich

 

Lutz Jusko

 

 

 

Quellen
(1) Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 110, Neuapostolische Kirche International, Zürich/Schweiz, 1992
(2) Glaubensbekenntnis von 1908, zitiert über Friedrich-Wilhelm Haack, Die Neuapostolische Kirche, München, 1996
(3) Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 299, J.G. Bischoff, Frankfurt a. M., 1971
(4) Das Zeugnis der Apostel an die geistlichen und weltlichen Häupter der Christenheit - Aufgestellt im Jahre 1836, Das Apostelkollegium der Neuapostolischen Gemeinden, Frankfurt (M.), 1932, S. 3
(5) Das Zeugnis der Apostel an die geistlichen und weltlichen Häupter der Christenheit - Aufgestellt im Jahre 1836, zitiert nach Manuskript-Fotokopie Oekumenischer Verlag Dr.R.-F.Edel, Lüdenscheid-Lobetal, S. 3
(6) Neben den Kirchen, Rüdiger Hauth, Neukirchen-Vluyn, 1995, S. 37
(7) Zit. nach: Neuapostolische Kirche - Gibt es wieder Apostel, Dr. Lothar Gassmann, Lage, 2001, S.16
(8) Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der ’Fall Geyer’, Johannes Albrecht Schröter, Marburg, 1998, S 210ff
(9) Zitiert nach: Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der ’Fall Geyer’, 1998, S 300
(10) ebenda S. 228
(11) ebenda S. 236
(12) ebenda S. 237-238
(13) ebenda S. 238
(14) ebenda S. 239
(15) ebenda S. 240
(16) ebenda S. 241
(17) Apostel und Propheten der Neuzeit, Helmut Obst, Göttingen, 2000, S.81
(18) Werbeschrift: Die Neuapostolische Kirche, Neuapostolische Kirche International, Zürich/Schweiz, 1993
(19) Statuten der Neuapostolischen Kirche International, Wien, 1990, Präambel
(20) Statuten der Neuapostolischen Kirche International, Johannesburg, 2002, Artikel 2.1

 

 

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