Denkwürdiges

Matzes Interview mit Apostel Petrus

Thema: Das Stammapostelamt

 

Matze: Petrus, danke, dass du dir heute ein paar Minuten Zeit für mich genommen hast, um mir ein paar Fragen zu beantworten. Fragen, die auch meine Freunde haben.

Petrus: Nun, ich hoffe, ich kann dir helfen.

Matze: Also Petrus, du bist doch damals Stammapostel gewesen, nicht wahr?

Petrus: Was war ich? Stammapostel? Was ist das denn?

Matze: Naja, wir zum Beispiel, ich meine unsere Kirche, die hat einen Stammapostel. Und der...

Petrus: Halt mal Matze! Du sagtest gerade, eure Kirche hat einen Stammapostel, ist das richtig?

Matze: Ja, genau, das ist richtig!

Petrus: Zwischenfrage: Von welchem Stamm ist er denn? Vom Stamme Benjamin, vom Stamm Levi oder vielleicht sogar vom Stamme Ruben?

Matze: Nein, einen solchen Stamm meine ich nicht, wie du es verstehst. Unsere Kirche denkt beim Stammapostel mehr an einen Baumstamm.

Petrus: An was? An einen Baumstamm? Das musst du mir näher erklären.

Matze: Also, Petrus. Unser Stammapostel symbolisiert den Stamm eines Baumes, während die Äste, die aus dem Stamm herauswachsen, ein Abbild für die vielen Apostel und Ämter sind.

Petrus: So etwas habe ich noch nie gehört. Wenn man schon das Bild eines Baumes verwendet, dann ist kein anderer der Stamm als Christus selbst, aber doch kein Mensch. Was macht denn deine Kirche aus einem Menschen?

Matze: Nein, nicht dass du es missverstehst. Für Christus haben wir als symbolisches Bild die Wurzel. Die Wurzel ist das Abbild für Christus und aus ihr wächst der Stamm, das heißt der Stammapostel, und aus diesem dann die kleineren Apostel und Ämter, die Blätter schließlich sind die Gemeindemitglieder. So ist es zu verstehen.

Petrus: Hör mal Matze, diese ganze Allegorie von Wurzeln, Stamm und seinen Ästen hat aber eine ganz gefährliche Schieflage.

Matze: Das musst du mir erklären.

Petrus: Der Herr Jesus hat sich selbst immer mit einem Felsen verglichen: Wer diese meine Rede hört, und sie tut, der hat sein Haus auf einen Felsen gebaut, sagte er in seiner Bergpredigt. Weder Regen noch Sturm konnten das Haus zum Einsturz bringen. Aber würde es auf einem Erdboden gebaut sein, hätte man auf Sand gebaut. Auch Bäume und Stämme können hier entwurzelt werden. Matze, ich hoffe nicht, das du dich auf ein solch unsicheres Fundament verlässt.

Matze: Wenn sich Jesus mit einem Felsen vergleicht, dann ist allerdings das Bild mit dem Baum wenig zutreffend. Denn auf einem Felsen kann kein Baum wachsen. Er würde bei einem kräftigen Sturm umfallen, weil er seine Wurzeln nicht in den Felsen graben kann.

Petrus: Genau das. Darum habe ich auch immer nur das Bild des Felsens für Christus in meinen Briefen angewendet. Und auf diesem Felsen, der allein Christus ist, werden alle an Christus Gläubigen Stein für Stein aufgebaut. Und so entsteht ein geistlicher Tempel für den Herrn, aufgebaut aus lebendigen Steinen, in welchem Christus der Eckstein ist. Das habe ich auch alles genau in meinen Briefen geschrieben.

Matze: Und welche Rolle spielst du da in dem geistlichen Tempel?

Petrus: Eine Rolle? Es geht nicht um mich, mein Lieber, auch nicht um die Apostel, sondern um Christus. Ihm allein die Ehre!

Matze: Aber Jesus hat dich doch zu einem ganz besonderen Dienst berufen, oder nicht?

Petrus: Allerdings, das hat er. Aber nicht um eine Rolle zu spielen, oder einen Titel zu tragen, "Stammapostel" oder wie das eure Kirche nennt. Wenn Christus mich berufen hat, dann nur aus Gnade. Ich bin nämlich nicht wert sein Jünger zu sein. Dreimal habe ich ihn verleugnet. Aber Matze, du wolltest anfangs eine Frage stellen, und ich glaube, ich habe dich unterbrochen...

Matze: Ja, ich wollte fragen, ob denn der Stammapostel der Stellvertreter Christi auf Erden ist? Ich ging davon aus, dass du, Petrus, sicher vom Herrn dieses Amt damals bekommen hast.

Petrus: Wer sagt denn einen solchen Unsinn?! Macht deine Kirche so etwas aus einem Apostel, aus einem Menschen?! Einen Stellvertreter des Herrn auf dieser Erde? Nun, das wäre ja wohl eine unglaubliche Überheblichkeit. Der Herr Jesus hat kurz vor seiner Kreuzigung gesagt, dass er uns einen anderen Tröster senden wird, nämlich den Heiligen Geist, der vom Vater ausgeht. Ihn allein kann man als Stellvertreter des Herrn auf dieser Erde bezeichnen.

Matze: Und diesen Heiligen Geist kann man nicht nur durch die Handauflegung eines Apostels erhalten, sondern sogar allein durch den Glauben an den Herrn Jesus, wie mir Paulus neulich sagte.

Petrus: Womit Paulus recht hat. Übrigens finde ich die Lehre deiner Kirche ziemlich eigenartig. Sie macht alles vom Apostelamt abhängig. Auch den Geistempfang, wie du mir gerade gesagt hast. Das ist völlig falsch. Den Geist spendet nur Jesus selbst! Auch hat er die Gabe des Heiligen Geistes niemals von einem Amt abhängig gemacht, so, als könnte man nur von einem Amt Gottes Geist erhalten. Wenn du ein Postsparbuch hast, dann kann dir nur das Postamt dein Geld auszahlen. So war es wenigstens noch vor kurzem. Und nun meint eure Kirche, so sei es auch mit dem Heiligen Geist, oder?

Matze: Genau das meint sie.

Petrus: Dann ist man ja bei dieser lebensnotwendigen Gabe wieder auf Menschen angewiesen!

Matze: Auf Apostel!

Petrus: Ach was, sind das keine Menschen? Nein, nein, Matze. Da wären wir wieder der Willkür von Menschen ausgeliefert. Gott bewahre uns davor! Gott sei Dank, hat der Herr die Gabe seines Geistes nicht von einem Amt abhängig gemacht! Lies mal, was Johannes in seiner Offenbarung über den Herrn Jesus schreibt, in Kapitel 3, 20. Da sagt Jesus: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an...

Matze: Ja, er klopft an durch seine Apostel...

Petrus: Matze, wo steht das, "durch seine Apostel"??? Du musst lesen, was wirklich dasteht. Jesus sagt hier: Siehe, ich stehe vor der Tür, und klopfe an. Ich, Jesus! Nicht: Ich, Jesus, klopfe durch meine Apostel an. Das steht nirgends dort. Ich, Jesus, stehe vor der Tür! So jemand meine Stimme hören wird - nicht die Stimme der Apostel! - nein, Jesus sagt: so jemand m e i n e S t i m m e hören wird und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich eingehen! Jesus redet hier nicht davon, dass wir seine Stimme durch Apostel hören, noch durch irgend ein anderes Amt, sondern, dass wir selbst seine Stimme hören werden. Jesus hat also selbst eine Stimme, mit der er unmittelbar zu uns reden will und kann. Diese Stimme ist die Stimme seines Heiligen Geistes.

Matze: Welche Funktion hat dann das Apostelamt, wenn es nicht den Heiligen Geist spendet?

Petrus: Es hat die Aufgabe dich darauf hinzuweisen, dass es einen gibt, der dir alles geben kann was du zum Leben brauchst: Vergebung deiner Sünden und Ewiges Leben bei Gott durch den Glauben an Jesus Christus. Wenn du bisher immer nur die Stimme deiner Apostel gehört hast, so muss das noch lange nicht die Stimme Jesu gewesen sein.

Matze: Und wie kann ich die Stimme Jesu hören?

Petrus: Erstens durch Jesu Worte, die in der Bibel geschrieben stehen. Zweitens auch durch die Verkündiger des Evangeliums. Ihre Predigt darf aber nie im Widerspruch zu Jesu Worten stehen, die in der Heiligen Schrift geschrieben sind. D.h., erste Priorität hat immer das geschriebene Wort Gottes an dem wir alles messen. Es hat schon immer zu allen Zeiten Leute gegeben, die aufgetreten sind mit dem Anspruch Apostel Jesu Christi zu sein und dann behauptet haben: "Der Herr hat mir gesagt....!" Vor solchen Leuten muß man die Bibel aufschlagen und sagen: Mal sehen, ob der Herr dir das wirklich gesagt hat! Denn seine Gedanken müssen mit der Schrift im Einklang stehen. Tun sie das nicht, war es gewiss nicht die Stimme Jesu.

Matze: Das erinnert mich an eine Begebenheit, die sich mal in unserer Kirche vor vielen Jahren zugetragen hat.

Petrus: Was war das für eine Geschichte?

Matze: Nun ja, da hat mal einer von unseren Stammaposteln behauptet, dass Jesus ihm selbst gesagt habe, dass er, der Herr Jesus, zu seiner Lebzeit wiederkommen werde. Und dann ist Jesus doch nicht gekommen. Unsere Kirche hat bis vor Kurzem noch offiziell an der Göttlichkeit dieser "Botschaft" festgehalten. Auch heute noch sagt Sie nicht, dass sich der Stammapostel Bischoff evtl. geirrt oder das er sich was eingebildet haben könnte. Sie kann es einfach nicht zugeben. Petrus, wie siehst du diese Sache, war die Botschaft von Gott?

Petrus: Natürlich war diese Sache nicht von Gott. Hier kannst du jetzt die Heilige Schrift befragen, wenn du es genau wissen willst. Was sagt sie denn zu diesem Fall? Erstens können wir vom Herrn Jesus selbst erfahren, was er über seine Wiederkunft sagt. Unser Bruder Matthäus hat es in seinem Bericht aufgeschrieben. Du kannst es lesen in seinem 24. Kapitel im Vers 36. Da sagt der Herr Jesus über seine Wiederkunft: Von jenem Tage aber und von jener Stunde hat niemand Kenntnis, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern ganz allein der Vater. Nun, wenn der Vater allein davon Kenntnis hat, und den Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu nicht einmal seinem eigenem Sohn geoffenbart hat, wie wird er diesen dann einem Menschen, sprich einem Stammapostel offenbaren? Hätten deine Leute mehr auf das gehört, was Jesus selbst in der Heiligen Schrift dazu sagt, wäre ihnen diese ganze Misere erspart geblieben.

Matze: Und gibt es außer der Heiligen Schrift noch eine Möglichkeit Gottes Stimme zu hören?

Petrus: Matze, entschuldige bitte. Ich möchte zu dem eben Gesagten noch etwas hinzufügen.

Matze: Und das wäre?

Petrus: Gott hat uns durch Mose wissen lassen, woran man einen falschen Propheten erkennen kann.

Matze: Ach, was! Da bin ich aber gespannt. Sozusagen eine Prophetenprobe, oder so was?

Petrus: Ja, ganz genau! Da steht nämlich in 5. Mose 18, 20: "Doch der Prophet, der sich vermisst in meinem Namen zu reden, dessen Verkündigung ich ihm nicht geboten habe, oder der im Namen anderer Götter redet, ein solcher Prophet muß sterben. Wenn du aber bei dir selbst denkst, wie sollen wir erkennen welches Wort der Herr nicht geredet hat, so wisse : wenn der Prophet im Namen des Herrn redet und es geschieht nicht und geht nicht in Erfüllung, so ist das ein Wort, was der Herr ihm nicht befohlen hat. Der Prophet hat in Vermessenheit geredet. Fürchte dich nicht vor ihm."

Matze: Und da behauptet unsere Kirche immer noch, Gott hätte seinen Willen geändert! Mit anderen Worten, nicht unser Stammapostel hat uns diese Misere eingebrockt, sondern Gott! Mensch, Petrus, das ist ja ein glatter Hohn! Aber ich wollte dich fragen, welche Möglichkeiten es noch gibt, Gottes Stimme zu hören. Sicher kannst du mir da noch etwas zu sagen?

Petrus: Ja, natürlich. Es ist das Gebet. Ich selbst habe oft ganze Nächte im Gebet, das heißt, im Gespräch mit dem Herrn Jesus verbracht. Da hat er mir sehr viel über mich und über mein Leben gezeigt. Aber auch über sich selbst, wie herrlich und wunderbar er ist, und dass er voller Gnade ist. Aber auch hier gilt alles am geschriebenen Wort zu prüfen, damit wir nicht unseren eigenen Gedanken, oder den Gedanken des Teufels folgen. Denn auch er steht immer gleich auf der Matte, wenn wir das Gespräch mit unserem Herrn suchen, um uns zu stören und vom Herrn abzulenken. Da ist ihm jedes Mittel recht. Er kommt sogar ganz fromm daher.

Matze: Petrus, man merkt, dass du sehr viel mit dem Herrn erlebt hast. Hab' ganz lieben Dank, dass du heute bei uns warst.

Petrus: Vertraue allezeit allein dem Herrn und dem Wort seiner Gnade! Gott segne dich und alle deine Freunde!

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