Zeugnisse

Siegrid*

„Prüfe, prüfe“ und ich bitte Dich noch einmal: „prüfe!“

Meine Kindheit

Ich bin in eine neuapostolische Familie hineingeboren worden, wie so viele. Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Mein Elternhaus war „streng gläubig“. Was manch einer darunter versteht, muss es u.U. nicht gerade bedeuten. Mein Vater war im Amt und ein Choleriker. Was er gepredigt hat, vereinbarte sich überhaupt nicht mit dem, was er (vor) gelebt hat. Meine Erziehung war mit körperlicher Gewalt und psychischem Druck verbunden, Ungerechtigkeit habe ich sehr oft empfunden, die mich veranlasste mit 18 Jahren auszuziehen. Ich habe leider den falschen Mann (auch NAK´ler) ausgesucht, weil ich so schnell wie möglich weg wollte. Ich hätte das nicht mehr ausgehalten, und einfach mit einem Mann zusammenziehen ging nicht, dann wäre mein Vater ausgeflippt. Natürlich heirateten wir neuapostolisch (mit kirchlichem Segen zur Verlobung und zur Heirat).

Ich glaube ich habe während meiner Kindheit glaubensmäßig bereits „abgeschaltet“, und wurde doch immer verfolgt von der Angst „nicht dabei zu sein“ wenn der Herr Jesus kommt. Mehrere Male erlebte ich, dass ich nach Hause kam und meine Eltern waren nicht da. Ich glaube - das kann nur ein Insider verstehen, was das für eine Angst in einem Kind erzeugt - zu vermuten, dass der Herr Jesus gekommen ist, die Eltern jetzt entrückt wurden und ich nicht dabei bin, weil ich nicht lieb oder unartig war!

Ich hab auch nie verstanden, warum ich im Fasching nicht mitmachen darf. Ich glaubte wohl damals schon nicht, dass mich Jesus in Verkleidung nicht erkennen würde. Ich musste aber trotzdem am Faschingsdienstag in die Schule, wo alle verkleidet waren und durch das ganze Schulgebäude eine Polonaise zog. Ich stand abseits und sah zu. Dass ich als „Ausgegrenzte“ auch gehänselt wurde, ist jedem klar. Weitere Verbote waren Jugendzentrum, Tanzkurs, Disko, Tanz auf Hochzeiten, Kino, Jahrmarkt, Fernsehen, Gespräche mit anderen Christen, Gottesdienstbesuche in anderen Religionsgemeinschaften wie z.B. am Schulanfang, und vieles mehr. Ich hatte es auch satt, ständig zu hören „Du musst ein Vorbild sein, weil Dein Vater ein Amtsträger ist“.

Es wurde nie zu Hause über unseren Gott oder den Glauben gesprochen. Gott wurde nicht in das tägliche Leben mit einbezogen. Wir waren Kirchgänger und es wurde nur auf den guten Ruf nach Außen Wert gelegt. Ich habe auch andere NAK Familien kennen gelernt, die fest im Glauben standen, ein liebevolles Miteinander pflegten und Gott in alle Lebensbereiche mit hinein nahmen. Ich war immer neidisch auf diese Familien und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als auch so eine Familie zu haben.

Ich weiß heute noch, wie unangenehm es mir war, in der Grundschule während des Religionsunterrichtes draußen vor der Türe des Klassenzimmers stehen zu müssen. Es wurde mir verboten, während dieser Schulstunden im Unterricht zu sitzen. Ich hatte ja Ethik, die zu einer anderen Schulstunde abgehalten wurde. Dass mich die Schulkameraden dafür gehänselt haben kann man sich vorstellen. Ich werde auch nie vergessen, wie ich mich dafür schämte, zu den Gottesdiensten in eine „alte Baracke“ zu gehen (und nicht in eine Kirche wie andere). Einige meiner Schulkameraden wohnten gleich nebenan und machten während des GD immer Ihre Faxen und Grimassen durch die Fensterscheibe hindurch, weil sie mich sitzen sahen. In der Schule wurde ich dann lautstark als „Heilige der Baracke“ beschimpft.


Okkulte Erlebnisse

Apostel Eugen Startz war einige Male bei uns zu Hause zum Essen eingeladen. Ich bekam ganz große Augen, was der Apostel vor dem Essen und vor jedem Getränk „zelebrierte“. Er nahm aus seiner Hosentasche einen Ring, der an einem Faden eingehängt war und pendelte alles aus, was er zu sich nehmen sollte. Er sagte er müsse austesten was er verträgt und was nicht, daran hielt er sich auch. Ich hatte noch nie jemand pendeln sehen und wusste nicht was es damit auf sich hatte. Natürlich war das eine Anregung – nicht nur für mich – auch zu pendeln. Heute weiß ich dass dies zu den okkulten Praktiken gehört, die Gott nicht wohlgefällig sind. Warum wusste das der Apostel nicht, wo er doch den „direkten Draht“ zu Gott hatte?

Ein weiteres einschneidendes Erlebnis hatte ich während eines gemeinsamen Urlaubes mit mehreren Familien aus der NAK. Bei einem Spaziergang am Urlaubsort gingen wir auf einen Friedhof. Ein höherer Amtsträger sprach laut zu den Gräbern: "Kommt am Sonntag alle zu uns in den Gottesdienst, Ihr seid herzlich eingeladen...". Dieser GD wurde dann privat in einem Wohnhaus gefeiert und es kamen WELCHE, ja sie SIND gekommen. Wir hörten alle viele, schwere Stiefeltritte die Treppe heraufkommen. Ich als Kind hab natürlich auch gleich nachgesehen, wer denn da kommt, weil die Haustüre abgeschlossen war. Wir erlebten dann im Hausgang, wie die schweren Tritte an uns vorbei gingen in Richtung provisorisch hergerichteten Gottesdienstraum – gesehen hab ich aber NIEMAND. Mir läuft es heute noch kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke. Das könnten alle bezeugen, die damals anwesend waren. Meine Frage: Wer ist denn da gekommen? In der Schrift kann man nachlesen, dass es keine Verbindung zwischen Lebenden und Toten gibt! Wer da kam, ist mir heute klar: es müssen Geister und Dämonen gewesen sein, die meiner Meinung nach auch in der heutigen Zeit die NAK „belasten“ weil so viele Geister Einzug finden durch die „okkulte Praktik“ der Entschlafenen GDs. Es fällt innerhalb der NAK anscheinend niemand auf, dass (einige?) Mitglieder okkulte Praktiken ausüben, wie z.B. Pendeln oder Besuche bei Heilern usw.

Vor einiger Zeit habe ich mich mit einem Priester unterhalten. Er sagte zu mir: ….man muss sich halt immer an die höhere Macht halten, an das Licht im Weltall, das baut einen auf….
Mir ist dazu nur der Satz rausgerutscht: „… ich hoffe, dass für Dich die höhere Macht Jesus und unser Gott und Vater ist… .“


Ich konnte inneren Frieden nicht durch Leistung erlangen

Meine Konfirmation habe ich 1975 trotz allem mit voller Hingabe erlebt. In mir stand nur der Wille: „mein Gott ich will Dir dienen mein Leben lang, und Dir ein wohlgefälliges Leben führen, im Chor, Orchester, Altarschmuck usw. mitwirken, damit ich in den Hochzeitssaal komme“ Von meiner Familie wurde mir dies auch so vermittelt. „Diene Du dem Herrn (durch Mitarbeit), versäume nie einen Gottesdienst, dann ist Dir Gott gnädig und Du wirst das Ziel erreichen“.

Das habe ich dann auch getan, zuletzt nur noch aus Folgsamkeit und aus Menschenfurcht (dazu: Luk 12 / Mark 8,38 / Matt. 11,26;). Leider ist meine erste Ehe dann zerbrochen, aus der zwei Kinder hervor gingen. Auch zu diesem Zeitpunkt habe ich nur Vorwürfe von meiner Familie bekommen. „Hast halt Gott nicht genug gefragt, ob das der Richtige ist“ und „Diene Gott mehr, dann wirst Du auch seinen Segen bekommen“. Noch mehr? Wie soll das gehen? Voll berufstätig mit zwei Kindern und wenn ich daran denke, dass am Sonntag GD ist, am Montag Singstunde, am Dienstag Orchester, am Mittwoch abends GD (nachmittags Blumen), am Donnerstag ggf. Kirche Putzen angesagt war; Freitag und Samstag (außer wieder Blumenschmuck) waren frei, außer es war mal etwas besonderes.

Ich habe mich damals schon gefragt, warum bei NAK Familien kein Kreuz im Wohnzimmer hängt, dafür aber die Bilder von Amtsträgern (von Stammapostel, Apostel, Bischof, Bezirksamt). Ob das heute auch noch so gepflegt wird, weiß ich nicht. Bei meinen Eltern war das jedenfalls so. Mir fiel das damals lange nicht auf, weil es so normal war. Heute weiß ich, dass Jesus nicht im Mittelpunkt der NAK steht, sondern die Verehrung der Amtsträger. Dass das unbiblisch ist, darauf muss ich wohl nicht extra hinweisen.

Ich habe dann ein zweites Mal geheiratet, natürlich wieder mit dem Segen der NAK. Um es kürzer zu machen, möchte ich nur anmerken, dass es mit meinem Gesundheitszustand immer schlechter wurde (immer wieder mit den gleichen Vorwürfen „mehr Leistung – mehr Segen“) und ich habe in den Gottesdiensten keine Erbauung mehr gefunden. Ich funktionierte nur noch.


Der Absprung

Es war für mich ein wahnsinniger innerer Kampf, nicht mehr in die GD zu gehen, weil meine ganze Sippschaft dort engagiert ist und ich wusste, wenn ich es tat, mir die Amtsträger mein „Haus einrennen würden“. Verzeiht den Ausdruck, aber es ist halt so. Die Sippschaft hätte mich bedrängt und ganz zu schweigen, wie mein Vater ausgeflippt wäre… . Zudem hatte ich von Kindheit an gehört, wenn ich auch nur einen Gottesdienst mutwillig versäume, dann gehe ich das Risiko ein, nicht mit dabei zu sein, wenn der Herr kommt.

Kurzum, als ich 40 Jahre alt war (man beachte den langen Zeitraum des Zögerns – es waren bestimmt 10-15 Jahre, dass ich mich nicht getraut hatte), hab ich alles hingeworfen. Ich bin aus dem Chor, aus dem Orchester, habe keinen Blumenschmuck mehr dekoriert, keine Kirche mehr geputzt und bin auch nicht mehr in die Gottesdienste. Ich hatte mit den Worten geendet: „Gott wenn Du mich wirklich liebst, dann musst Du wieder auf mich zukommen, ich kann nicht mehr!“ Ich habe dabei gleich Vorsorge getroffen und den Amtsträgern ausrichten lassen, dass ich keinerlei Hausbesuche wünsche und sie sich daran halten sollen. Meinen Vater musste ich vor die Wahl stellen, entweder Du akzeptierst das und Du behältst mich als Tochter oder Du akzeptierst das nicht und Du verlierst mich. Das kann sich niemand vorstellen, wie viel Angst ich vor diesem Gespräch hatte (und das mit 40 Jahren!). So einfach ging es bei Ihm natürlich nicht. Ich bin einige Male einfach gegangen, wenn er wieder Druck ausgeübt hat. Es hat ca. ein Jahr gedauert, dann hat auch er begriffen, dass es mein letztes Wort ist.

Dann folgten 7 Jahre, in denen ich (versuchte) ohne Gott zu leben. Mein Gesundheitszustand wurde schlechter und schlechter, es folgten fürchterliche Diagnosen und viele Verdachts – Diagnosen. Ich musste meine Arbeitszeit verringern und es erfolgte die amtlich anerkannte Schwerbehinderung.


Gott greift ein

Ich war damals in einer nichtchristlichen Frauengruppe. Wir trafen uns alle 4 Wochen und unser Motto war „Alle für einen, einer für alle“. Es war ein schöner Zusammenhalt und tat mir auch gut. Im Jahr 2007 trafen wir uns wieder einmal und die Gruppenleiterin hatte für diesen Abend das Thema: „Unser Slogan für das nächste Jahr“. Sie hatte ein Buch mitgebracht, und ein jeder sollte innovativ eine Seite aufschlagen und vorlesen, was dort stand – das sollte auch das Motto für 2008 für diese Person sein. Ich war als letzte dran und schlug nun das Buch auf. Ich las meinen Text auch laut vor und war empört. Es war ein Text, in dem Gott zu mir sprach! „Komm endlich zu mir! Und wenn Du kommst, dann tu es mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit Deinem ganzen Leib!“ Ich war sprachlos! Und das mir, wo ich mit Gott so ein Problem hatte. Der so viel von mir verlangt hat, dass ich es nicht erfüllen konnte usw.. Ich war die Einzige, die einen christlichen Text hatte und die anderen Frauen mussten mich beruhigen, weil ich mich so aufgeregt habe.

Einige Wochen später, ich dachte an den Text gar nicht mehr, begann in mir eine tiefe Sehnsucht nach irgend etwas. Ich konnte mir auch nicht erklären, was es ist. Das Gefühl lässt sich ungefähr so beschreiben, das man empfindet, wenn man frisch verliebt ist und Sehnsucht nach seinem Freund hat. Ich war doch glücklich verheiratet – also was sollte das wohl sein?

Wieder ein paar Wochen später wurde ich (wieder einmal) zu einer Adventsfeier in eine freie christliche Gemeinde eingeladen. Ich wollte auf gar keinen Fall in einen Gottesdienst gehen, weil ich der Meinung war, dass die mich dann wieder nicht in Ruhe lassen und mir lästig werden (wie in der NAK üblich). Auf jeden Fall bin ich auf die Adventsfeier (war ja kein GD). Es wurde Kaffee getrunken und Lieder gesungen. Beim Singen dieser Lieder, liefen bei mir nur noch die Tränen. Viele dieser Lieder kannte ich und habe sie Jahrzehnte lang im Chor gesungen… .

Danach hat mich niemand angesprochen: "wie hat es Dir gefallen..., sehen wir uns wieder...,kommst Du am Sonntag in den GD..., oder ähnliches". Ich wurde herzlich begrüßt und herzlich verabschiedet. Das war schon einmal gut! Für mich stand fest: Am Sonntag gehe ich in diese Gemeinde und hör mir mal einen GD an. Eine tiefe Befriedigung erfüllte mein Herz und die Sehnsucht, die ich Monate lang vorher gespürt hatte, wurde gestillt. Aber WAS ich da hörte! Die Heilsbotschaften des Evangeliums! Ich habe es dann im NT nachgelesen, es ist die Wahrheit! Und Gottes Wort, die Bibel, ist nichts als die Wahrheit: „Ich bin von Gott erwählt, von Gott geliebt, durch Jesus erlöst und alles ist Gnade, ich muss und kann nichts durch eigene Leistung dazu beitragen, Jesus ist für mich gestorben und hat mich von Sünde und Schuld befreit usw. .“ Ich habe das nur so in mir aufgesogen. Ich habe mich auch dazu entschlossen, einen Glaubens-Kurs zu besuchen, um das Evangelium so zu hören, wie es biblisch richtig ist.

Seit dem erfüllt mich eine ganz tiefe innere Liebe zu Jesus, ich darf sie heute noch im Herzen spüren! Ich habe dann mein Leben Jesus übergeben (mich bekehrt) und mich sogar taufen lassen, nachdem mir Gott durch verschiedene Bibelstellen gesagt hat, dass ich meine Lebensübergabe als Erwachsene und aus freier Entscheidung, öffentlich noch einmal bekennen soll. Das hat bei einigen Verwandten von mir (alle NAK) Lachanfälle hervorgerufen. Mir ist das heute ganz egal, auch wenn ich den Weg als Einzige von meiner Verwandtschaft gehe. Ich weiß und erfahre jeden Tag, dass ich mit Jesus gehen darf und das macht mich unheimlich stark!


Ich bin JESUS einfach nur dankbar

Ich habe in den letzten 2 Jahren so viele Glaubenserlebnisse mit Jesus haben dürfen, viel mehr als in den 30/40 Jahren in der NAK! Ich bin JESUS einfach nur dankbar, dass er mich mit seiner Liebe zu SICH gezogen hat und ich die Gewissheit haben darf, zu IHM zu gehören, auch, ohne dass ich etwas leisten muss. Jesus ist in mir und ich bin in Jesus, er hat mich zum Vater gebracht und das darf ich heute jeden Tag erleben und spüren. Er heilt Stück für Stück meine alten Wunden, deckt eines nach dem anderen auf und erneuert mich! Mit Ihm bin ich stark und ich kann heute so ein Segen für „SEINE GEMEINDE“ (das sind ALLE Christen, die Jesus als ihren Herrn anerkennen) sein. Wenn ich mich mit Menschen unterhalte (auch mit NAK Mitgliedern) sprudelt die Freude und die Liebe Jesu nur so aus mir heraus, so dass die Menschen mehr wissen wollen und ich Zeugnis geben darf (die Liebe sei das Zeichen, daran man Euch erkennt). Das ist jetzt einfach da und ich muss mich in keiner Weise anstrengen. Warum? Weil Jesus in mir ist und ich darf oft erleben, dass nicht ich es bin die da redet, sondern der Heilige Geist redet und fühlt durch mich. Das sind so übernatürliche Erlebnisse, dass ich mir dabei felsenfest sicher bin.

Ich scheue mich heute nicht mehr, allen Menschen – auch NAK Mitgliedern vom wirklichen Evangelium zu erzählen (entsprechend „Ihr müsst mit Wiederstand rechnen“ Matt. 11,16 und Ihr müsst die Konsequenzen für die Nachfolge tragen Matt. 11,34). Ich weiß und erlebe, dass mir Gott dabei hilft. Ich habe mich damals schon gefragt, ob mit den „falschen Aposteln“, die im NT erwähnt sind (2. Ko. 11,13 und Off 2,2), die der NAK gemeint sind. Heute weiß ich, dass es leider so ist.

Lange Zeit war es mir nicht möglich, mich mit der Lehre der NAK auseinander zu setzen. Ich wollte einfach meine Ruhe haben und war (bin es heute noch) einfach nur froh und dankbar, dass ich den Absprung geschafft habe. Ich genieße heute eine Freiheit, die ich nie gekannt hatte und in die Jesus mich geführt hat. Ich habe nie irgend etwas negatives über die NAK erzählt, weil ich erstens nichts Falsches (Ungeprüftes) sagen wollte und zum zweiten keine Sünde durch Verleumdung begehen wollte und auch heute nicht will.

Vor einiger Zeit sprach mich eine Glaubensschwester aus meiner Gemeinde an, dass ihre Freundin einen neuapostolischen Mann heiratet und den kirchlichen Segen dort bekommt. Was das denn für ein Glaube sei; ich müsste ihr doch einiges erzählen können, weil ich ja dort Mitglied war. Mir ist kalt und heiß geworden – was sage ich ihr? Ich habe das Gespräch (muss ich zugeben) willentlich um einige Wochen hinausgeschoben.

Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich mit dem Thema „Ausgießung des Heiligen Geistes im 19. Jahrhundert und habe darüber einiges an Literatur (nicht NAK) gelesen. Mir war bekannt, dass die Gründung der NAK auch auf diese Zeit zurückgeht und habe auf der Homepage der NAK international nachgelesen. Ich suchte über Google und dabei sah ich die Website „nak-info.de“. Das war es dann. Ich studierte und überprüfte alles wochenlang und ich kam zu dem Entschluss, hier mein Zeugnis zu veröffentlichen.

In meiner jetzigen (freien) Gemeinde habe ich erlebt, dass Gott selbst zu den Menschen spricht und ihnen je nach Entwicklungsstand und geistiger Reife, ihnen aktuelle Berufungen gibt und ihnen seinen Willen mitteilt. Das kann z.B. alle paar Jahre ein anderer Dienst sein (Gott entscheidet – er kennt uns am Besten!). Ich kenne Christen, die z. B. für ein paar Jahre ins Ausland auf Mission gehen, wie Gott es Ihnen aufs Herz gelegt hat. Sie brechen hier alle Zelte ab und gehen (mit Gott) in eine neue ungewisse Zukunft und erleben dabei die wunderbare Führung Gottes, der sich um alles sorgt. DAS bedeutet für mich Berufung.


Rückblick

Ich habe auch nie akzeptiert, dass NUR DIE Mitglieder der NAK errettet werden und alle anderen Christen nicht. Das ist eine Anmaßung und Hochmut, der seinesgleichen sucht. Heute weiß ich, dass dieser Absolutheitsanspruch ein Sektenkennzeichen ist.

Vor kurzem habe ich erfahren, dass der Stammapostel anlässlich des EJT (Europäischer Jugendtag der NAK) Autogramme verteilt hat. Das hat mich zutiefst abgestoßen. Hierbei geht es um Menschenverherrlichung! Wo bleibt Jesus? IHM allein gebührt die Ehre! („die Heuchelei der Pharisäer“ Luk 11,43 ff hier geht es um Macht und Ehre, das aufbürden von Lasten usw.) Die Lehre, wie sie praktiziert wird, ist nicht in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes. Wo steht, dass man die Gottesdienste auskaufen muss, um das Ziel zu erreichen? An welcher Stelle steht im Evangelium, dass die Leiter „(Leistungs-) Druck“ ausüben sollen auf die Gemeinde, dass eine Erlösung eintritt?

Das Evangelium spricht nur von Liebe und Gnade, die Apostel im NT erniedrigten sich und verweisen immer darauf, dass die Gemeinde einzig und allein Jesus die Ehre geben soll und allein IHM die Ehre gebührt, weil ER durch seine Tat auf Golgatha uns erlöst hat von unseren Sünden und er unsere Krankheiten und Gebrechen (ans Holz) getragen hat, durch seine Striemen sind wir Heil geworden usw. usw.. Jeremia 17,5: "So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom HERRN weicht."

Es ist sehr interessant, wie sich meine Sippschaft dazu verhält, dass ich „wo anders hingehe“ und aus der NAK ausgetreten bin. Einzelne interessieren sich sehr dafür was ich erlebe und rufen mich immer wieder mal deswegen an. Nur bei gemeinsamen Treffen, wo die ganze Familie teilnimmt, da wird das Thema einfach totgeschwiegen. Es traut sich keiner eine Diskussion anzufangen oder vor den anderen zuzugeben, dass es sie interessiert. Bei diesen Treffen höre ich mittlerweile den „Tenor“ des Glaubensinhaltes heraus (früher ist mir das nie aufgefallen, es einfach normal). Sie sprechen nur über die „guten Amtsgaben“ und den tollen Altarschmuck usw. .

Wenn ich mich mit einem NAK Mitglied unterhalte und wir über deren Probleme sprechen, höre ich meistens den Satz: „Bitte denk an mich“ ich sag dann immer: „Ich denk nicht nur an Dich, sondern ich BETE für Dich um das und das.“ Warum geht das Wort „Beten“ so schwer über die Lippen?

Heute darf ich ein reiches, geisterfülltes Leben führen, wie ich es nie gekannt habe. Heute darf ich erleben, was es heißt „Gemeinde zu leben“ wie sie die Urchristen lebten.Ich kenne keinen Zwang mehr, Gottesdienste besuchen zu müssen, weil es ganz normal und kein Diskussionspunkt ist, dass Gott „direkt und aktuell auch zu mir spricht“ Manchmal „möchte ER“, dass ich diese Zeit ganz allein mit ihm verbringe und wenn ich diesem „Eindruck“ nachgebe, darf ich wieder erbauende Glaubenserlebnisse haben. Ein anderes Mal drängt es mich wieder dreimal in einer Woche Gottesdienste zu besuchen.

Während der Gottesdienste in meiner neuen Gemeinde finden immer wieder gemeinsame Gebetszeiten statt, ganz ohne Zwang und in aller Ruhe. Nicht dass da nur einer vorbetet und alle nur Amen sagen, sondern wo jeder, der es auf dem Herzen hat, laut betet, einfach nacheinander und gemeinsam.

„Gemeinde leben“ heißt für mich heute, dass ich weiß, was meine Schwester oder meinen Bruder neben mir bedrückt, womit diese/r gerade kämpft. Das führt automatisch zu einem wunderschönen Miteinander und zu gemeinsamen Gebeten. Wir unterstützen uns auch im natürlichen Leben, wo es geht. Gemeinsames Bibellesen (aus verschiedenen Bibelübersetzungen, um denn Sinn besser zu verstehen) gehört ebenfalls zu den Inhalten unserer regelmäßigen Treffen. Wir sind so ca. 10 Christen – das ist mein „Hauskreis“ (ich hatte früher nie etwas davon gehört). Wir gehen intensiv und gemeinsam den Glaubens- und Lebensweg, treffen uns regelmäßig bei jemanden zu Hause, essen gemeinsam, singen oder, beten füreinander und unterstützen uns, wo es geht – auch im privaten Bereich.


„Prüfe, prüfe“ und ich bitte Dich noch einmal: „prüfe!"

Ich möchte in keiner Weise Amtsträger oder Apostel in Ihrer Persönlichkeit angreifen. Ich weiß, dass fast alle Amtsträger der heutigen Zeit in diese Glaubenslehre „hineingeboren“ wurden. Sie kennen nichts anderes und trauen sich ebenso wenig, wie die meisten, zu prüfen und zu hinterfragen (so wie auch ich Jahrzehnte lang nicht geprüft habe).

Ich wünsche Dir von Herzen, lieber „neuapostolischer Christ“, dass Du die Wahrheit erkennen kannst und Jesus - nur Jesus - nachfolgen wirst.

„PRÜFE, PRÜFE“ und ich bitte DICH noch einmal: „P R Ü F E !“ Es geht um Dein ewiges Leben oder um Deinen ewigen Tod. Du kannst Dich dabei – wenn es so weit ist - nicht auf andere Menschen berufen, Du bist selbst verantwortlich für Dein Seelenheil! Bitte Jesus darum, dass er Dir hilft die Wahrheit zu finden. Es ist nicht so schwer, wie es aus Deinem momentanen Blickwinkel erscheint! Ich spreche aus Erfahrung. Es ist nicht so schwer zu prüfen und auszubrechen, weil dann Jesus und der Heilige Geist mit Dir ist, auf IHN kannst Du Dich verlassen, ER wird Dich nicht enttäuschen und ER wird Dir unendlich viel Kraft geben. Du wirst von einer Last befreit und errettet werden. ER führt Dich in die Freiheit und Du wirst ein Segen sein!

LEBE IM LICHT! (Luk 11, 33-36) UND LOBE UND PREISE JESUS, DENN ER IST DEIN HERR!
Noch eine letzte Anmerkung: Ich behaupte nicht, dass ich alles theologisch einwandfrei mit den von mir angeführten Bibelversen belegt habe. Ich bin kein ausgebildeter Theologe. Ich habe hier DAS erzählt, WAS und WIE ich Jesus erlebt habe, heute erlebe und wie ich mittlerweile mache Dinge sehe. Ich möchte DICH dazu anregen, zu überlegen und zu prüfen. Mir geht es UM DICH und um die vielen lieben „Geschwister der NAK“. Mein Wunsch ist, dass Sie alle durch JESUS errettet werden und wir uns im ewigen Reich sehen können.

Shalom, Deine Siegrid*

*Die Namen und Orte wurden geändert!

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