Einleitung

Schockierende neuapostolische spiritistische Praktiken
Spiritismus in der Neuapostolischen Kirche

Siegrid berichtet aus ihre Kindheit in der Neuapostolischen Kirche. Schockierende okkulten und spiritistische Praktiken musste sie als Neuapostolische erleben. Selbst ein Bezirksapostel „pendeltet seine Essen aus“! Siegrid konnte sich als erwachsene Frau jedoch aus den Fängen der NAK befreien und fand zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Schonungslos und offen erzählt Siegrid was sie als Kind und junge Frau in der Neuapostolischen Kirche alles erdulden musste und wie sie darunter litt. Ein packender Bericht.

Körperliche Gewalt und psychischer Druck

Ich bin in eine neuapostolische Familie hineingeboren worden, wie so viele. Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Mein Elternhaus war „streng gläubig“. Was manch einer darunter versteht, muss es unter Umständen nicht gerade bedeuten. Mein Vater war im Amt und ein Choleriker. Was er gepredigt hat, vereinbarte sich überhaupt nicht mit dem, was er vorgelebt hat. Meine Erziehung war mit körperlicher Gewalt und psychischem Druck verbunden, Ungerechtigkeiten habe ich regelmäßig empfunden, die mich veranlassten mit 18 Jahren auszuziehen. Ich habe leider den falschen Mann, auch neuapostolisch, ausgesucht, weil ich so schnell wie möglich wegwollte. Ich hätte das nicht mehr ausgehalten, und einfach mit einem Mann zusammenziehen ging nicht, dann wäre mein Vater ausgeflippt. Natürlich heirateten wir neuapostolisch, mit kirchlichem Segen zur Verlobung und zur Hochzeit.

Ich glaube, ich habe während meiner Kindheit in Bezug auf den Glauben bereits „abgeschaltet“. Trotzdem wurde doch immer verfolgt von der Angst „nicht dabei zu sein“ wenn der Herr Jesus kommt. Mehrere Male erlebte ich, dass ich nach Hause kam und meine Eltern waren nicht da. Ich glaube das kann nur ein Insider verstehen, was das für eine Angst in einem Kind erzeugt, zu vermuten, dass der Herr Jesus gekommen ist, die Eltern jetzt entrückt wurden und ich nicht dabei bin, weil ich nicht lieb oder weil ich unartig war!

Ausgrenzung und Hänseleien

Ich habe auch nie verstanden, warum ich im Fasching nicht mitmachen darf. Ich glaubte wohl damals schon nicht, dass mich Jesus in Verkleidung nicht erkennen würde. Am Faschingsdienstag  musste ich aber trotzdem in die Schule, wo alle verkleidet waren und durch das ganze Schulgebäude eine Polonaise zog. Ich stand abseits und sah zu. Dass ich als „Ausgegrenzte“ auch gehänselt wurde, ist jedem klar. Weitere Verbote waren Jugendzentrum, Tanzkurs, Disco, Tanz auf Hochzeiten, Kino, Jahrmarkt, Fernsehen, Gespräche mit anderen Christen, Gottesdienstbesuche in anderen Religionsgemeinschaften wie z. B. am Schulanfang, und vieles mehr. Ich hatte es auch satt, ständig zu hören „Du musst ein Vorbild sein, weil Dein Vater ein Amtsträger ist“.

Es wurde nie zu Hause über unseren Gott oder den Glauben gesprochen. Gott wurde nicht in das tägliche Leben mit einbezogen. Wir waren Kirchgänger und es wurde nur auf den guten Ruf nach Außen Wert gelegt. Ich habe auch andere NAK Familien kennengelernt, die fest im Glauben standen, ein liebevolles Miteinander pflegten und Gott in alle Lebensbereiche mit hinein nahmen. Ich war immer neidisch auf diese Familien und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als auch so eine Familie zu haben.

Die „Heilige der Baracke“

Ich weiß heute noch, wie unangenehm es mir war, in der Grundschule während des Religionsunterrichtes draußen vor der Türe des Klassenzimmers stehen zu müssen. Es wurde mir verboten, während dieser Schulstunden im Unterricht zu sitzen. Ich hatte ja Ethik, die zu einer anderen Schulstunde abgehalten wurde. Dass mich die Schulkameraden dafür gehänselt haben, kann man sich vorstellen. Ich werde auch nie vergessen, wie ich mich dafür schämte, zu den Gottesdiensten in eine „alte Baracke“ zu gehen und nicht in eine Kirche wie andere. Einige meiner Schulkameraden wohnten gleich nebenan und machten während des Gottesdienstes immer Ihre Faxen und Grimassen durch die Fensterscheibe hindurch, weil sie mich sitzen sahen. In der Schule wurde ich dann lautstark als „Heilige der Baracke“ beschimpft.

Der Apostel zelebrierte das Pendeln

Apostel Eugen Startz war einige Male bei uns zu Hause zum Essen eingeladen. Ich bekam ganz große Augen, was der Apostel vor dem Essen und vor jedem Getränk „zelebrierte“. Er nahm aus seiner Hosentasche einen Ring, der an einem Faden eingehängt war und pendelte alles aus, was er zu sich nehmen sollte. Er sagte er müsse austesten was er verträgt und was nicht, daran hielt er sich auch. Ich hatte noch nie jemand pendeln sehen und wusste nicht, was es damit auf sich hatte. Natürlich war das eine Anregung – nicht nur für mich – auch zu pendeln. Heute weiß ich, dass dies zu den okkulten Praktiken gehört, die Gott nicht wohlgefällig sind. Warum wusste das der Apostel nicht, wo er doch den „direkten Draht“ zu Gott hatte?

Geister und Dämonen kommen zum Entschlafenengottesdienst

Ein weiteres einschneidendes Erlebnis hatte ich während eines gemeinsamen Urlaubes mit mehreren Familien aus der NAK. Bei einem Spaziergang am Urlaubsort gingen wir auf einen Friedhof. Ein höherer Amtsträger sprach laut zu den Gräbern: „Kommt am Sonntag alle zu uns in den Gottesdienst, Ihr seid herzlich eingeladen.“ Dieser Gottesdienst wurde dann privat in einem Wohnhaus gefeiert und es kamen welche, ja sie sind gekommen. Wir hörten alle viele, schwere Stiefeltritte die Treppe heraufkommen. Ich als Kind hab natürlich auch gleich nachgesehen, wer denn da kommt, weil die Haustüre abgeschlossen war. Wir erlebten dann im Hausgang, wie die schweren Tritte an uns vorbei gingen in Richtung provisorisch hergerichteten Gottesdienstraum – gesehen habe ich aber niemanden.

Mir läuft es heute noch kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke. Das könnten alle bezeugen, die damals anwesend waren. Meine Frage: Wer ist denn da gekommen? In der Schrift kann man nachlesen, dass es keine Verbindung zwischen Lebenden und Toten gibt! Wer da kam, ist mir heute klar: Es müssen Geister und Dämonen gewesen sein, die meiner Meinung nach auch in der heutigen Zeit die NAK belasten, weil so viele Geister Einzug finden durch die okkulte Praktik der Entschlafenen Gottesdienste. Es fällt innerhalb der NAK anscheinend niemand auf, dass einige Mitglieder okkulte Praktiken ausüben, wie z. B. Pendeln oder Besuche bei Heilern usw.

Vor einiger Zeit habe ich mich mit einem Priester unterhalten. Er sagte zu mir: „Man muss sich immer an die höhere Macht halten, an das Licht im Weltall, das baut einen auf.“
Mir ist dazu nur der Satz herausgerutscht: „Ich hoffe, dass für Dich die höhere Macht Jesus und unser Gott und Vater ist.“

Inneren Frieden durch Leistung stellt sich nicht ein

Meine Konfirmation habe ich 1975 trotz allem mit voller Hingabe erlebt. In mir stand nur der Wille: „mein Gott ich will Dir dienen mein Leben lang, und Dir ein wohlgefälliges Leben führen, im Chor, Orchester, Altarschmuck usw. mitwirken, damit ich in den Hochzeitssaal komme“ Von meiner Familie wurde mir dies auch so vermittelt. „Diene Du dem Herrn durch Deine Mitarbeit, versäume nie einen Gottesdienst, dann ist Dir Gott gnädig und Du wirst das Ziel erreichen“.

Das habe ich dann auch getan, zuletzt nur noch aus Folgsamkeit und aus Menschenfurcht (Siehe dazu: Luk. 12; Mk. 8, 38; Matth. 11, 26). Leider ist meine erste Ehe dann zerbrochen, aus der zwei Kinder hervorgingen. Auch zu diesem Zeitpunkt habe ich nur Vorwürfe von meiner Familie bekommen. „Hast halt Gott nicht genug gefragt, ob das der Richtige ist“ und „Diene Gott mehr, dann wirst Du auch seinen Segen bekommen“. Noch mehr? Wie soll das gehen? Voll berufstätig mit zwei Kindern und wenn ich daran denke, dass am Sonntag Gottesdienst ist, am Montag Singstunde, am Dienstag Orchester, mittwochabends Gottesdienst (nachmittags Blumen), am Donnerstag ggf. Kirche Putzen angesagt war; Freitag und Samstag (außer wieder Blumenschmuck) waren frei, außer es war mal etwas Besonderes.

Personenkult im Wohnzimmer

Ich habe mich damals schon gefragt, warum bei neuapostolischen Familien kein Kreuz im Wohnzimmer hängt, dafür aber die Bilder von Amtsträgern (von Stammapostel, Apostel, Bischof, Bezirksamt). Ob das heute auch noch so gepflegt wird, weiß ich nicht. Bei meinen Eltern war das jedenfalls so. Mir fiel das damals lange nicht auf, weil es so normal war. Heute weiß ich, dass Jesus nicht im Mittelpunkt der NAK steht, sondern die Verehrung der Amtsträger. Dass das unbiblisch ist, darauf muss ich wohl nicht extra hinweisen.

Ich habe dann ein zweites Mal geheiratet, natürlich wieder mit dem Segen der NAK. Um es kürzer zu machen, möchte ich nur anmerken, dass es mit meinem Gesundheitszustand immer schlechter wurde – immer wieder mit den gleichen Vorwürfen „mehr Leistung – mehr Segen“ – und ich habe in den Gottesdiensten keine Erbauung mehr gefunden. Ich funktionierte nur noch.

Der Absprung

Es war für mich ein wahnsinniger innerer Kampf, nicht mehr in die Gottesdienste zu gehen, weil meine ganze Sippschaft dort engagiert ist und ich wusste, wenn ich es tat, dass mir die Amtsträger mein „Haus einrennen würden“. Verzeiht den Ausdruck, aber es ist so. Die Sippschaft hätte mich bedrängt und ganz zu schweigen, wie mein Vater ausgeflippt wäre. Zudem hatte ich von Kindheit an gehört, wenn ich auch nur einen Gottesdienst mutwillig versäume, dann gehe ich das Risiko ein, nicht mit dabei zu sein, wenn der Herr kommt.

Kurzum, als ich 40 Jahre alt war, man beachte den langen Zeitraum des Zögerns, es waren bestimmt 10 bis 15 Jahre, dass ich mich nicht getraut hatte, habe ich alles hingeworfen. Aus dem Chor und aus dem Orchester bin ich ausgetreten, ich habe keinen Blumenschmuck mehr dekoriert und keine Kirche mehr geputzt und ich bin auch nicht mehr in die Gottesdienste gegangen. Ich hatte mit den Worten geendet: „Gott, wenn Du mich wirklich liebst, dann musst Du wieder auf mich zukommen, ich kann nicht mehr!“ Ich habe dabei gleich Vorsorge getroffen und den Amtsträgern ausrichten lassen, dass ich keinerlei Hausbesuche wünsche und sie sich daran halten sollen. Meinen Vater musste ich vor die Wahl stellen, entweder Du akzeptierst das und Du behältst mich als Tochter oder Du akzeptierst das nicht und Du verlierst mich.

Das kann sich niemand vorstellen, wie viel Angst ich vor diesem Gespräch hatte, und das mit 40 Jahren! So einfach ging es bei ihm natürlich nicht. Ich bin einige Male einfach gegangen, wenn er wieder Druck ausgeübt hat. Es hat ca. ein Jahr gedauert, dann hat auch er begriffen, dass es mein letztes Wort ist.

Gott greift ein

Dann folgten 7 Jahre, in denen ich versuchte, ohne Gott zu leben. Mein Gesundheitszustand wurde schlechter und schlechter, es folgten fürchterliche Diagnosen und viele Verdachts-Diagnosen. Ich musste meine Arbeitszeit verringern und es erfolgte die amtlich anerkannte Schwerbehinderung.

Ich war damals in einer nicht christlichen Frauengruppe. Wir trafen uns alle 4 Wochen und unser Motto war „Alle für einen, einer für alle“. Es war ein schöner Zusammenhalt und tat mir auch gut. Im Jahr 2007 trafen wir uns wieder und die Gruppenleiterin hatte für diesen Abend das Thema: „Unser Slogan für das nächste Jahr“. Sie hatte ein Buch mitgebracht, und ein jeder sollte innovativ eine Seite aufschlagen und vorlesen, was dort stand, das sollte auch das Motto für 2008 für diese Person sein.

Ich war als letzte dran und schlug nun das Buch auf. Ich las meinen Text auch laut vor und war empört. Es war ein Text, in dem Gott zu mir sprach! „Komm endlich zu mir! Und wenn Du kommst, dann tu es mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit Deinem ganzen Leib!“ Ich war sprachlos. Und das mir, wo ich mit Gott so ein Problem hatte. Der so viel von mir verlangt hat, dass ich es nicht erfüllen konnte. Ich war die Einzige, die einen christlichen Text hatte und die anderen Frauen mussten mich beruhigen, weil ich mich so aufgeregt habe.

Einige Wochen später, ich dachte an den Text gar nicht mehr, begann in mir eine tiefe Sehnsucht nach irgendetwas. Ich konnte mir auch nicht erklären, was es ist. Das Gefühl lässt sich ungefähr so beschreiben, das man empfindet, wenn man frisch verliebt ist und Sehnsucht nach seinem Freund hat. Ich war doch glücklich verheiratet – also was sollte das wohl sein?

Kontakt zu echten Christen

Wieder ein paar Wochen später wurde ich zu einer Adventsfeier in eine freie christliche Gemeinde eingeladen. Ich wollte auf gar keinen Fall in einen Gottesdienst gehen, weil ich der Meinung war, dass die mich dann wieder nicht in Ruhe lassen und mir lästig werden, wie in der NAK üblich. Auf jeden Fall bin ich auf die Adventsfeier gegangen, war ja kein Gottesdienst. Es wurde Kaffee getrunken und Lieder gesungen. Beim Singen dieser Lieder liefen bei mir nur noch die Tränen. Viele dieser Lieder kannte ich und habe sie Jahrzehnte lang im Chor gesungen.

Danach hat mich niemand angesprochen: „Wie hat es Dir gefallen, sehen wir uns wieder, kommst Du am Sonntag in den Gottesdienst oder ähnliches“. Ich wurde herzlich begrüßt und herzlich verabschiedet. Das war schon einmal gut! Für mich stand fest: Am Sonntag gehe ich in diese Gemeinde und hör mir mal einen Gottesdienst an. Eine tiefe Befriedigung erfüllte mein Herz und die Sehnsucht, die ich monatelang vorher gespürt hatte, wurde gestillt.

Aber was ich da hörte! Die Heilsbotschaften des Evangeliums. Ich habe es dann im Neuen Testament nachgelesen, es ist die Wahrheit. Und Gottes Wort, die Bibel, ist nichts als die Wahrheit: „Ich bin von Gott erwählt, von Gott geliebt, durch Jesus erlöst und alles ist Gnade, ich muss und kann nichts durch eigene Leistung dazu beitragen, Jesus ist für mich gestorben und hat mich von Sünde und Schuld befreit“. Ich habe das nur so in mir aufgesogen. Ich habe mich auch dazu entschlossen, einen Glaubens-Kurs zu besuchen, um das Evangelium so zu hören, wie es biblisch richtig ist.

Erfüllt von einer tiefen Liebe zu Jesus

Schockierende neuapostolische spiritistische Praktiken
Erfüllt von der Liebe Jesu

Seitdem erfüllt mich eine ganz tiefe innere Liebe zu Jesus, ich darf sie heute noch im Herzen spüren! Ich habe dann mein Leben Jesus übergeben, ich habe mich bekehrt und mich sogar taufen lassen, nachdem mir Gott durch verschiedene Bibelstellen gesagt hat, dass ich meine Lebensübergabe als Erwachsene und aus freier Entscheidung, öffentlich noch einmal bekennen soll. Das hat bei einigen Verwandten von mir, alle sind in der NAK, Lachanfälle hervorgerufen. Mir ist das heute ganz egal, auch wenn ich den Weg als Einzige von meiner Verwandtschaft gehe. Ich weiß und erfahre jeden Tag, dass ich mit Jesus gehen darf und das macht mich unheimlich stark!

Jesus heilt die Wunden

Ich habe in den letzten 2 Jahren so viele Glaubenserlebnisse mit Jesus haben dürfen, viel mehr als in den 30 bis 40 Jahren in der NAK! Ich bin Jesus einfach nur dankbar, dass er mich mit seiner Liebe zu sich gezogen hat und ich die Gewissheit haben darf, zu ihm zu gehören, ohne dass ich etwas leisten muss. Jesus ist in mir und ich bin in Jesus, er hat mich zum Vater gebracht und das darf ich heute jeden Tag erleben und spüren. Er heilt Stück für Stück meine alten Wunden, deckt eines nach dem anderen auf und erneuert mich! Mit ihm bin ich stark und ich kann heute so ein Segen für seine Gemeinde, das sind alle Christen, die Jesus als ihren Herrn anerkenne, sein.

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, auch mit NAK Mitgliedern, dann sprudelt die Freude und die Liebe Jesu nur so aus mir heraus, sodass die Menschen mehr wissen wollen und ich Zeugnis geben darf. Die Liebe sei das Zeichen, daran man Euch erkennt. Das ist jetzt einfach da und ich muss mich in keiner Weise anstrengen. Warum? Weil Jesus in mir ist und ich darf oft erleben, dass nicht ich es bin, die da redet, sondern der Heilige Geist redet und fühlt durch mich. Das sind so übernatürliche Erlebnisse, dass ich mir dabei felsenfest sicher bin.

Allen Menschen von Jesus erzählen

Ich scheue mich heute nicht mehr, allen Menschen – auch NAK Mitgliedern vom wahren Evangelium zu erzählen. Entsprechend dem Bibelwort: „Ihr müsst mit Widerstand rechnen“ (Matt. 11, 16) und „Ihr müsst die Konsequenzen für die Nachfolge tragen“ (Matt. 11, 34). Ich weiß und erlebe, dass mir Gott dabei hilft. Ich habe mich damals schon gefragt, ob mit den „falschen Aposteln“, die im Neuen Testament erwähnt sind (2. Kor. 11, 13 und Off. 2, 2), die der Neuapostolischen Kirche gemeint sind. Heute weiß ich, dass es leider so ist.

Lange Zeit war es mir nicht möglich, mich mit der Lehre der NAK auseinanderzusetzen. Ich wollte einfach meine Ruhe haben und war und ich bin es heute noch, einfach nur froh und dankbar, dass ich den Absprung geschafft habe. Heute genieße ich eine Freiheit, die ich nie gekannt hatte und in die Jesus mich geführt hat. Ich habe nie irgendetwas Negatives über die NAK erzählt, weil ich erstens nichts Falsches oder Ungeprüftes sagen wollte und zum Zweiten keine Sünde durch Verleumdung begehen wollte und auch heute nicht will.

Vor einiger Zeit sprach mich eine Glaubensschwester aus meiner Gemeinde an, dass ihre Freundin einen neuapostolischen Mann heiratet und den kirchlichen Segen dort bekommt. Sie fragte, was das denn für ein Glaube sei. Ich müsste ihr doch einiges erzählen können, weil ich ja dort Mitglied war. Mir ist kalt und heiß geworden. Was soll ich ihr sagen? Ich habe das Gespräch, so muss ich zugeben, willentlich um einige Wochen hinausgeschoben.

Ich wollte mein Zeugnis veröffentlichen

Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich mit dem Thema ‚Ausgießung des Heiligen Geistes im 19. Jahrhundert‘ und habe darüber einiges an Literatur aus nicht neuapostolischen Quellen gelesen. Mir war bekannt, dass die Gründung der NAK auch auf diese Zeit zurückgeht und habe auf der Homepage der NAK international nachgelesen. Ich suchte über Google und dabei sah ich die Website ‚www.nak-info.de‘. Das war es dann. Ich studierte und überprüfte alles wochenlang und ich kam zu dem Entschluss, hier mein Zeugnis zu veröffentlichen.

In meiner jetzigen freien Gemeinde habe ich erlebt, dass Gott selbst zu den Menschen spricht und ihnen je nach Entwicklungsstand und geistiger Reife, aktuelle Berufungen gibt und seinen Willen mitteilt. Das kann z. B. alle paar Jahre ein anderer Dienst sein, denn Gott entscheidet, er kennt uns am besten. Ich kenne Christen, die z. B. für ein paar Jahre ins Ausland auf Mission gehen, wie Gott es Ihnen aufs Herz gelegt hat. Sie brechen hier alle Zelte ab und gehen – mit Gott – in eine neue ungewisse Zukunft und erleben dabei die wunderbare Führung Gottes, der sich um alles sorgt. Das bedeutet für mich Berufung.

Neuapostolische Anmaßung und Hochmut 

Ich habe auch nie akzeptiert, dass nur die Mitglieder der NAK errettet würden und alle anderen Christen nicht. Das ist eine Anmaßung und Hochmut, der seinesgleichen sucht. Heute weiß ich, dass dieser Absolutheitsanspruch ein Sektenkennzeichen ist.

Vor kurzem habe ich erfahren, dass der Stammapostel anlässlich des Europäischer Jugendtag der NAK (EJT) Autogramme verteilt hat. Das hat mich zutiefst abgestoßen. Hierbei geht es um Menschenverherrlichung! Wo bleibt Jesus? Ihm allein gebührt die Ehre! Siehe dazu die „die Heuchelei der Pharisäer“ Luk 11, 43ff. Dort geht es um Macht und Ehre und das Aufbürden von Lasten. Die Lehre, wie sie praktiziert wird, ist nicht in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes. Wo steht, dass man die Gottesdienste auskaufen muss, um das Ziel zu erreichen? An welcher Stelle steht im Evangelium, dass die Gemeindeleiter (Leistungs-) Druck ausüben sollen auf die Gemeinde, samit eine Erlösung möglich wird?

Allein Jesus gebührt die Ehre

Das Evangelium spricht nur von Liebe und Gnade, die Apostel des Neuen Testaments erniedrigten sich und verweisen immer darauf, dass die Gemeinde einzig und allein Jesus die Ehre geben soll und allein ihm die Ehre gebührt, weil er uns durch seine Tat auf Golgatha erlöst hat von unseren Sünden und er unsere Krankheiten und Gebrechen ans Kreuz getragen hat, durch seine Striemen sind wir Heil geworden. 

„So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom Herrn weicht.“

Jeremia 17, 5

Die Familie schweigt das Thema tot

Es ist sehr interessant, wie sich meine Sippschaft dazu verhält, dass ich „woanders hingehe“ und aus der NAK ausgetreten bin. Einzelne interessieren sich sehr dafür was ich erlebe und rufen mich immer wieder mal deswegen an. Nur bei gemeinsamen Treffen, wo die ganze Familie teilnimmt, da wird das Thema einfach totgeschwiegen. Es traut sich keiner eine Diskussion anzufangen oder vor den anderen zuzugeben, dass es sie interessiert. Bei diesen Treffen höre ich mittlerweile den „Tenor“ des Inhaltes neuapostolischen Glaubens heraus. Früher ist mir das nie aufgefallen, es war einfach normal. Sie sprechen nur über die „guten Amtsgaben“ und den tollen Altarschmuck usw.

Wenn ich mich mit einem NAK Mitglied unterhalte und wir über deren Probleme sprechen, höre ich meistens den Satz: „Bitte denk an mich“ ich sag dann immer: „Ich denk nicht nur an Dich, sondern ich bete für Dich“. Warum geht das Wort ‚Beten‘ so schwer über die Lippen?

Eine echte christliche Gemeinde

Heute darf ich ein reiches, mit dem Heiligen Geist erfülltes Leben führen, wie ich es nie gekannt habe. Heute darf ich erleben, was es heißt „Gemeinde zu leben“ wie es die Urchristen lebten. Ich kenne keinen Zwang mehr, Gottesdienste besuchen zu müssen, weil es ganz normal und kein Diskussionspunkt ist, dass Gott direkt und aktuell auch zu mir spricht. Manchmal möchte er, dass ich diese Zeit ganz allein mit ihm verbringe und wenn ich diesem Eindruck nachgebe, darf ich wieder erbauende Glaubenserlebnisse haben. Ein anderes Mal drängt es mich wieder dreimal in einer Woche Gottesdienste zu besuchen.

Während der Gottesdienste in meiner neuen Gemeinde finden immer wieder gemeinsame Gebetszeiten statt, ganz ohne Zwang und in aller Ruhe. Nicht dass da nur einer vorbetet und alle nur Amen sagen, sondern wo jeder, der es auf dem Herzen hat, laut betet, einfach nacheinander und gemeinsam.

„Gemeinde leben“ heißt für mich heute, dass ich weiß, was meine Schwester oder meinen Bruder neben mir bedrückt, womit diese/r gerade kämpft. Das führt automatisch zu einem wunderschönen Miteinander und zu gemeinsamen Gebeten. Wir unterstützen uns auch im natürlichen Leben, wo es geht. Gemeinsames Bibellesen aus verschiedenen Bibelübersetzungen, um den Sinn besser zu verstehen, gehört ebenfalls zu den Inhalten unserer regelmäßigen Treffen. Wir sind so ca. 10 Christen – das ist mein „Hauskreis“. Ich hatte früher nie etwas davon gehört. Wir gehen intensiv und gemeinsam den Glaubens- und Lebensweg, treffen uns regelmäßig bei jemandem zu Hause, essen gemeinsam, singen oder, beten füreinander und unterstützen uns, wo es geht – auch im privaten Bereich.

„Prüfe, prüfe“ und ich bitte Dich noch einmal: „prüfe!”

Ich möchte in keiner Weise Amtsträger oder Apostel in Ihrer Persönlichkeit angreifen. Ich weiß, dass fast alle Amtsträger der heutigen Zeit in diese Glaubenslehre „hineingeboren“ wurden. Sie kennen nichts anderes und trauen sich ebenso wenig, wie die meisten, zu prüfen und zu hinterfragen. So wie auch ich Jahrzehnte lang nicht geprüft habe.

Ich wünsche Dir von Herzen, lieber „neuapostolischer Christ“, dass Du die Wahrheit erkennen kannst und dass Du Jesus und nur Jesus nachfolgen wirst.

„Prüfe, prüfe“ und ich bitte Dich noch einmal: „Prüfe!“ Es geht um Dein ewiges Leben oder um Deinen ewigen Tod. Du kannst Dich dabei, wenn es so weit ist, nicht auf andere Menschen berufen, Du bist selbst verantwortlich für Dein Seelenheil! Bitte Jesus darum, dass er Dir hilft die Wahrheit zu finden. Es ist nicht so schwer, wie es aus Deinem momentanen Blickwinkel erscheint. Ich spreche aus Erfahrung. Es ist nicht so schwer zu prüfen und auszubrechen, weil dann Jesus und der Heilige Geist mit Dir sind. Auf ihn kannst Du Dich verlassen, er wird Dich nicht enttäuschen und er wird Dir unendlich viel Kraft geben. Du wirst von einer Last befreit und errettet werden. ER führt Dich in die Freiheit und Du wirst ein Segen sein.

Alle sollen durch Jesus errettet werden

Lebe im Licht! (Luk. 11, 33-36) Lobe und preise Jesus, denn er ist Deine Herr!
Noch eine letzte Anmerkung: Ich behaupte nicht, dass ich alles theologisch einwandfrei mit den von mir angeführten Bibelversen belegt habe. Ich bin kein ausgebildeter Theologe. Hier habe ich erzählt, was ich mit Jesus erlebt habe sowie heute erlebe und wie ich mittlerweile manche Dinge sehe. Ich möchte Dich dazu anregen, zu überlegen und zu prüfen. Mir geht es um Dich und um die vielen lieben „Geschwister der NAK“. Mein Wunsch ist, dass Sie alle durch Jesus errettet werden und wir uns im ewigen Reich sehen können.

Shalom, Deine Siegrid*


*Die Namen und Orte wurden geändert!

Literaturhinweise:
Wir empfehlen die Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter in der Version 2000

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